8. September 2026, 13:14 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Putzmittel, aber nachhaltig: Genau das hat sich die Marke Frosch zur Aufgabe gemacht. Vor mittlerweile 40 Jahren gehörte das Unternehmen aus der Schmiede des Reinigungsmittelherstellers Werner & Mertz zu den ersten, die ökologische Produkte konsequent vermarkteten. Heute stehen die grünen Flaschen mit dem markanten Frosch-Logo in nahezu jedem Supermarkt. myHOMEBOOK erklärt, was hinter der Firma steckt und hat selbst bei Frosch nachgefragt.
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Als Nachhaltigkeit zum Trend wurde
Die 1980er Jahre waren geprägt von Umbrüchen: Die Welt stand Kopf, Klimaveränderungen, Waldsterben und Luftverschmutzung rückten vermehrt ins öffentliche Bewusstsein. Der Klimawandel entwickelte sich infolge mehrerer Umweltkatastrophen zum gesellschaftlichen Diskussionsthema. Ein stärkerer Fokus auf einen ökologisch wertvollen Alltag wurde nicht nur essenziell, sondern auch zum Trend einer ganzen Generation. „Werner & Mertz“ verstand den neuen Zeitgeist und feilte verstärkt an zukunftsträchtigen Haushaltsprodukten.
1986 brachte das traditionsreiche Familienunternehmen aus Mainz unter dem Namen „Frosch“ erstmals einen pflanzlich basierten Neutralreiniger auf den Markt. Das Öko-Mittel wurde ein wirtschaftlicher Erfolg und ebnete den Weg für die Erfolgsgeschichte der jungen Marke. In den Jahren um die Jahrhundertwende machte sich „Frosch“ auch über die Landesgrenzen hinaus einen Namen. „Aktuell ist Frosch in nahezu allen Ländern Europas zu finden und sogar in einigen fernöstlichen Staaten, wie z. B. in Japan oder Südkorea, sehr gefragt“, berichtet Karin Greve, Leiterin im Bereich Marketing Deutschland von Werner-Mertz, auf Nachfrage von myHOMEBOOK.
Laut eigenen Angaben produziert das Unternehmen in Mainz und Österreich und über sieben Vertriebsstandorte werden die Produkte nach Europa geliefert und auch international exportiert. Wie dabei im Sinne der Umwelt auf Transportart und Transportwege geachtet wird, erklärte das Unternehmen nicht.
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Produktlinien für Groß und Klein
Als sich Frosch längst zum Pionier in Sachen Öko-Putzmitteln gemausert hatte, rückte plötzlich eine Sache in den Mittelpunkt: die sensible Kinderhaut und der Gedanke, dass Klimaschutz nicht erst im Erwachsenenalter beginnen sollte. Daraus entstand die Sparte Frosch Baby, die auf eine reduzierte Formulierung sowie hypoallergene, pH-neutrale Rezeptur setzte. Von Waschmittel bis hin zu Hygienereinigern wurde eine ganze Bandbreite an sanften Mitteln für die Kleinsten entwickelt. Weitere Produktlinien konzentrieren sich auf Raumdüfte sowie Duschgel, Seife und Shampoo.
Grün und unbedenklich?
Vor allem das ganzheitlich grüne Markenversprechen sei laut Unternehmensangaben der Grund dafür, dass die mittlerweile mehr als 80 Putzmittelprodukte von Waschmittel bis Glasreiniger auf der ganzen Welt bekannt wurden. Und auch das markante Logo mit dem grünen Frosch und der roten Schrift darunter dürfte seinen Teil dazu beigetragen haben. Aber wie grün ist Frosch wirklich? Auch dazu hat myHOMEBOOK nachgefragt.
Frosch wirbt öffentlich damit, konsequent ökologische Werte zu vertreten. Dazu gehören Recycling-Verpackungen ohne Mikroplastik, die Unterstützung von Projekten zur Förderung der Kreislaufwirtschaft sowie Formulierungen auf Basis nachwachsender Rohstoffe. „Von Beginn an sind wir konsequent auf dem Weg zur Unabhängigkeit von Erdöl. Wie die Natur handelt Frosch in Kreisläufen: mit pflanzlich basierten Inhaltsstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen, ohne Erdöl und ohne tierische Bestandteile“, erklärt Greve.
Zum Selbstverständnis des Unternehmens gehören darüber hinaus verschiedene Umweltzertifizierungen und Kooperationen mit Naturschutzorganisationen. Das ausgeprägte Nachhaltigkeitsimage wird bei Werner & Mertz hochgehalten.
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Ist die Reinigungsmittelbranche wirklich vollends nachhaltig?
Zentrale Kritikpunkte von Umweltverbänden betreffen weniger das Unternehmen als solches, sondern vielmehr die gesamte Branche der „grünen“ Reinigungsmittel. Im Fokus steht hier der Hinweis, dass auch ökologische Reinigungsmittel nicht automatisch unbedenklich für die Umwelt sind und nicht alle Produkte flächendeckend von unabhängigen Stellen ausgezeichnet seien. Der Vorwurf des bewussten „Greenwashings“ blieb bei Frosch bislang überwiegend aus. Auf die Frage hin, wie Frosch zu dieser Frage steht, erhielt myHOMEBOOK folgende Antwort:
„Von ganz besonderer Bedeutung für uns ist EMAS, das weltweit umfassendste und hochwertigste System für nachhaltiges Umweltmanagement. Wir haben es bereits 2003 in Mainz und 2005 in Hallein eingeführt. Dieses System ermöglicht ein objektives und kennzahlenbasiertes Umweltmanagement mit „Klima-Monitoring“. […] Mit der EMAS-Validierung unserer Produktionsstandorte können wir transparent belegen, wie konsequent wir unsere Nachhaltigkeitsphilosophie auch tatsächlich leben.”
Geht es um die Inhaltsstoffe, wurde bei Frosch in der Vergangenheit die Verwendung synthetischer Duftstoffe bemängelt. Einzelne Produkte würden demnach deklarierungspflichtige Duftstoffe wie Hexylcinnamal oder Benzylsalicylat enthalten. Diese sind zwar grundsätzlich erlaubt, können bei empfindlichen Menschen jedoch allergische Hautreaktionen auslösen. Außerdem wurde 2019 durch Öko-Test in einem Citrus-Vollwaschpulver synthetisches Polymer, also ein flüssig gelöster Kunststoff, gefunden. Dieser wurden nach dem Test sofort entfernt, wie das Unternehmen bekanntgab.
Gut zu wissen: EMAS steht für „Eco-Management and Audit Scheme“ und ist ein – von der Europäischen Union entwickeltes – Umweltmanagementsystem. Es ist freiwillig und soll speziell bei Unternehmen und Organisationen für eine Verbesserung der Umweltleistung sorgen.
Zu teuer?
Auch wenn Frosch sich in verschiedenen Kundenzufriedenheits-Umfragen anderer Medien seit Jahren immer wieder die Spitzenposition sichern kann, bemängeln Nutzer in Online-Bewertungen vereinzelt das Preis-Leistungs-Verhältnis sowie die Reinigungsleistung. So würden die Produkte trotz ihrer höheren Preiskategorie nicht wesentlich besser wirken als günstige Discounter-Eigenmarken.
Ähnliche Marken wie Frosch sind beispielsweise everdrop oder Sonett.