Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Baumarktpartner
von myHOMEBOOK

Gesundes Klima oder Bakterienschleuder?

Lohnen sich Luftbefeuchter für zu Hause?

Welche Risiken Luftbefeuchter bergen können
Heizungsluft sorgt für trockenes Raumklima im Winter. Wie sinnvoll sind Luftbefeuchter?Foto: Getty Images

Im Winter werden die Heizungen wieder hochgedreht. Die Luft in Innenräumen wird dadurch trockener. Viele Haushalte haben deswegen einen elektrischen Luftbefeuchter. Die Idee dahinter: Fein vernebelter Wasserdampf reichert die Luft wieder mit Feuchtigkeit an. Die Verdunster sind jedoch mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Im Interview mit myHOMEBOOK erklärt eine Expertin, warum die Geräte schädlich sein können.

Stiftung Ökotest untersuchte acht verschiedene elektrische Luftbefeuchter. Durch ein spezielles Prüfinstitut wurden sowohl Leistungsfähigkeit, Materialeigenschaften als auch die hygienischen Auswirkungen gemessen. Drei Geräte erhielten die Note „sehr gut“. Auffällig bei den Testergebnissen war jedoch, dass fünf von acht Geräten trotz korrekter Reinigung die Raumluft stark mit Bakterien belasteten. Zur Verdeutlichung: Die normale Bakterienkonzentration in Innenräumen schwankt etwa zwischen 100 und 500 KBE (koloniebildende Einheiten) pro Kubikmeter Luft. Beim Test lagen die höchsten gemessenen Werte zwischen 400.000 und 60 Millionen KBE pro Stunde. Die Geräte bringen also nicht nur erfrischendes Wasser in die Luft, sondern auch Krankheitserreger.

Warum überhaupt ein Luftbefeuchter?

Trockene Luft ist allerdings auch keine Lösung. Anja Daniels betont: „Luftfeuchtigkeit beeinflusst die Behaglichkeit und ist daher für das Wohlbefinden von Bedeutung. Nach unten hin soll die relative Feuchtigkeit nicht weniger als 20 Prozent betragen, sonst können die Schleimhäute austrocknen. Das Risiko für Infektionen erhöht sich. Krankheitserreger können dadurch leichter in den Körper eindringen. Es kommt zu verstärktem Kratzen im Hals Atmen. Nach oben hin steigt das Risiko für Schimmelwachstum. Der optimale physiologisch behagliche Bereich beträgt 40 bis 60 Prozent.“ Die Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen lässt sich am besten mit einem Hygrometer bestimmen. Viele der handelsüblichen Luftbefeuchter haben das Messinstrument bereits eingebaut.

Welche Arten von Luftbefeuchtern gibt es?

Die gängigen Luftbefeuchter lassen sich in drei Kategorien einteilen: Verdampfer, Verdunster und Ultraschall-Zerstäuber.

Verdampfer und Verdunster

Verdampfer und Verdunster arbeiten mit einer ähnlichen Technik, um die Luft mit Wasser anzureichern. Der entscheidende Unterschied liegt in der Temperatur. Verdampfer erhitzen das Wasser aktiv, während Verdunster mit Zimmertemperatur arbeiten. Vorteile der Erhitzung sind vor allem der hygienische Aspekt und die hohe Leistungsfähigkeit. Diese Geräte sind besonders für große Räume geeignet. Durch das Aufkochen des Wassers haben die Verdunster allerdings einen relativ hohen Geräuschpegel und höheren Stromverbrauch. Vorsicht ist zudem geboten, wenn Kinder oder Haustiere mit im Haushalt leben. Kaltverdunster sind nahezu geräuschlos. Damit eignen sie sich besonders für den Betrieb im Schlafzimmer.

Vernebler

Zudem gibt es Vernebler, die Ultraschall als Technologie einsetzen. In einem Ultraschall-Zerstäuber versetzen hochfrequente Vibrationen das Wasser in Schwingungen. Dadurch entsteht ein sehr feiner Nebel. In mehreren Verbrauchertests wurde jedoch festgestellt, dass bei diesen Geräten die Raumluft besonders stark mit Keimen belastet ist. Unter Umständen empfiehlt sich hier der Zusatz eines Desinfektionsmittels im Wassertank.

Auch interessant: Wie Sie im Winter Schimmel in der Wohnung vermeiden

Vorbeugung und sichere Alternativen

Laut Expertin Anja Daniels sollten Luftbefeuchter unbedingt regelmäßig gereinigt werden. Dazu gehört das Austauschen des Wassers. „Die relative Luftfeuchte soll zudem nicht auf mehr als 60 Prozent ansteigen, da höhere Werte die Schimmelbildung im Innenraum begünstigen können“, ergänzt sie. Das Umweltbundesamt empfiehlt bei Problemen mit der Raumluftqualität zunächst zu prüfen, ob nicht bereits durch gezieltes Lüften die gewünschte Verbesserung erreicht werden kann.