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Eigentum schützen

Sicherheitsklassen, Kosten, Versicherung – den richtigen Tresor für zu Hause finden

Tresor für zu Hause kaufen – Typen, Versicherungen, Sicherheitsstandard
Ein Tresor kann für Privatpersonen und Unternehmen gleichermaßen lohnenswert sein. Bei dem Inhalt muss es sich aber nicht gleich um Goldbarren handeln. Oft sind zum Beispiel Dokumente besonders schützenswert.Foto: iStock/chingyunsong

Tresore gelten als eines der wirksamsten Instrumente, um Wertsachen und sensible Dokumente vor einem Einbrecher oder Feuer zu schützen. Doch worauf kommt es bei einem guten Tresor für zu Hause an?

Längst nicht nur Superreiche schätzen den Sicherheitsstandard eines Tresors. Auch für den Normalbürger kann die Unterbringung von Wertsachen in einem Safe Sinn ergeben. Die Schutzschränke gibt es in verschiedenen Größen und Ausführungen, auch Preise sowie Sicherheitsstufen variieren. Deshalb sollte man sich genauestens informieren, um ein Produkt zu finden, das den eigenen Bedürfnissen am besten entspricht.

Welche Sicherheitsmaßstäbe gibt es für Tresore?

Die Qualität eines Tresors ist von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren abhängig. Zuerst sollte man auf die Prüfplakette (ECB•S- beziehungsweise VdS*-Label) achten, die an der Innenseite der Tresortür angebracht ist. Sie gibt Aufschluss über die Zertifizierung, welche auf Basis der europäischen Norm EN 1143-1 erstellt worden ist. Sie definiert die jeweilige Sicherheitsstufe. Gemäß der polizeilichen Empfehlungspraxis sollte man für seinen Safe mindestens den Widerstandsgrad 0 wählen. Hierbei handelt es sich um einen Einbruchschutz gegen Angriffe mit mechanisch und thermisch wirkenden Werkzeugen von 30/30 RU.

RU steht für „Resistance Unit“. Das ist die Einheit, in welcher der Widerstand eines Wertbehältnisses gegen Einbruchdiebstahl angegeben wird. Die VdS Schadenverhütung GmbH ist eine Tochtergesellschaft des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Sie gehört zu den weltweit renommiertesten Institutionen für die Unternehmenssicherheit mit den Schwerpunkten Brandschutz, Security, Naturgefahrenprävention und Cyber-Security.

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Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Gewicht des Tresors. Wiegt der Safe zu wenig, ist es für Einbrecher leicht, ihn einfach mitzunehmen und in aller Seelenruhe an einem anderen Ort zu öffnen. Die Polizei rät dazu, einen Tresor auszuwählen, der mindestens eine Tonne wiegt. Entscheidet man sich für eine leichtere Ausführung, sollte man unbedingt für eine ausreichende Verankerung sorgen. Diese sollte man, wenn möglich, im Boden oder an der Wand vornehmen. Darüber hinaus entscheidet die Standfestigkeit des Tresors im Falle eines Feuers. Während einige Modelle bei großer Hitze nur wenige Minuten aushalten, gibt es Tresore, deren Innentemperatur selbst nach 60 oder sogar 120 Minuten nicht über 50 Grad steigt.

Was kostet ein Tresor und wo kauft man ihn?

Beim Thema Wertschutz gilt ganz allgemein: Je sicherer, desto teurer. Die Bandbreite ist groß. Sie reicht vom einfachen 4-Kilo-Schranksafe, den man mit ein paar Schrauben im Holz befestigt und schon ab 30 Euro bekommt bis zum wuchtigen Zwei-Tonnen-Tresor für mehrere Tausend Euro. Letztendlich ist es wie immer eine Frage der persönlichen Bedürfnisse.

Für ihre Qualität bekannte Marken sind unter anderem Burg Wächter, Wertheim und Hartmann. Zwar lassen sich Tresore auch über das Internet bestellen, aber es empfiehlt sich, einen Blick in den Einzelhandel zu werfen. Dort erhält man eine umfassende Beratung.

Wie sieht es mit dem Versicherungsschutz aus?

Ein Tresor und dessen Inhalt sind über die Hausratsversicherung versichert. Die Versicherungssumme ist abhängig von der jeweiligen Sicherheitsstufe des Tresors und der darin befindlichen Wertgegenstände. Je höher der Widerstandsgrad ist, desto höher lässt sich der Inhalt versichern. Beispielsweise sind bei der Sicherheitsklasse 0 nach VdS Gegenstände bis zu einem Wert von 40.000 Euro versichert, bei der Sicherheitsklasse 2 bis zu 100.000 Euro. Grundsätzlich schreiben die meisten Versicherer für den Tresor ein Mindestgewicht von 200 Kilogramm vor, meist auch eine zusätzliche Verankerung.

„Es gibt für Versicherer keine einheitlichen Regelungen. Man sollte in jedem Fall abklären, welche Maßnahmen zu treffen sind, um bei einem Schadensfall eine Entschädigung zu bekommen“, empfiehlt R. Krings vom Verband der Sachversicherer in Köln gegenüber myHOMEBOOK. Tresor-Inhaber sollten darauf achten, ihren Besitz ausreichend zu schützen. In einem Schadensfall werden die Wertgegenstände nur ersetzt, wenn sie nachweislich in einem hochwertigen Tresor mit entsprechenden Maßnahmen aufbewahrt worden sind. Es empfiehlt sich auch, eine Liste über die im Tresor befindlichen Wertgegenstände zu führen.

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Wo stellt man einen Tresor am besten zu Hause auf?

Der klassische Einbrecher ist selten explizit auf der Suche nach einem Tresor. Meist sind es Zufallsfunde. Deswegen sollte man den Safe, wenn möglich, in einem schlechter einsehbaren Raum oder hinter einem Bild installieren, sagt Carolin Hackemack vom Netzwerk Zuhause sicher auf myHOMEBOOK-Nachfrage. Außerdem sei es ratsam, den Schlüssel oder die Zahlenkombination für den Tresor nicht zu Hause aufzubewahren.

Anmerkung: Gerade in Wohnungen ist der Platz oft sehr begrenzt. Eine lohnenswerte Alternative kann das Bankschließfach sein. Für ein Schließfach mittlerer Größe, in das ein dicker Aktenordner passt, bezahlt man eine durchschnittliche Jahresmiete von 70 bis 80 Euro. Interessenten sollten aber unbedingt vorher klären, inwieweit ihre Wertgegenstände versichert sind.