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Großer Kleber-Ratgeber

Warum klebt der Klebstoff nicht schon in der Tube?

Für jedes Material gibt es den passenden Klebstoff
Für jedes Material gibt es den passenden KlebstoffFoto: Getty Images

Klebstoffe sind im Haushalt praktische Helfer, wenn schnell etwas befestigt oder repariert werden soll. Aber auch in der Werkstatt oder der Garage kommen Alles-, Sekunden- oder Zwei-Komponenten-Kleber gerne zum Einsatz. Welche verschiedenen Klebstoffe man zuhause haben sollte und weitere Tipps und Infos rund um Kleber erfahren Sie hier.

Ist der Henkel der Lieblings-Kaffeetasse abgebrochen, kann ein Tropfen Sekundenkleber zunächst wahre Wunder wirken. Umso größer ist der Ärger, wenn der Henkel in der Spülmaschine irgendwann erneut abfällt. Kein Wunder: Durch das heiße Wasser und die aggressiven Spülmittel wurde der Klebstoff mit der Zeit aufgelöst. Vielleicht wäre ein Zwei-Komponenten-Kleber hier doch die bessere Wahl gewesen.

Richtig kleben – auf den Untergrund kommt es an

Egal, welcher Kleber zum Einsatz kommt – der Untergrund sollte möglichst frei von Fett und Schmutz sein. Etwas Aceton reinigt die zu klebende Stelle, bevor man den Klebstoff aufträgt. Lösungsmittel wie beispielsweise Nagellackentferner sind dafür nicht zu gebrauchen, da das Mittel die Klebefähigkeit beeinträchtigt. Hat man kein Aceton zur Hand kann man die Fläche auch mit Spülmittel reinigen.

Fünf Klebstoffe für Haushalt und Werkstatt

Bei der Vielfalt an Spezialklebern verliert man schnell den Überblick. Eigentlich benötigt man aber nur ein paar verschiedene Klebstoffe für die häufigsten Problemstellen. Ansgar van Halteren, Hauptgeschäftsführer vom Industrieverband Klebstoffe e.V., empfiehlt auf Anfrage von myHOMEBOOK diese Kleber für Zuhause:

  • Klebestift: Der Klassiker in der Schreibtischschublade kommt beim Basteln zum Einsatz, beim Kleben von Etiketten oder wenn die Gummierung beim Briefkuvert nicht mehr hält. Allerdings eignet sich der Stift für keine anderen Materialien und hält auch nicht für die Ewigkeit.
  • Alleskleber oder Bastelkleber: Beim Basteln mit Papier oder Karton kommt auch der beliebte Alleskleber zum Einsatz. Allerdings sollte man den Klebstoff sparsam auftragen, damit sich beim Papier keine Wellen bilden. Er hat zudem eine höhere Klebewirkung als der Stift.
  • Sekundenkleber: Bei kleineren Reparaturen ist er ein beliebter Helfer – vor allem, weil man die Bruchstücke nicht lange zusammenpressen muss. Allerdings sollte man damit vorsichtig umgehen, denn schnell verkleben auch die Fingerspitzen miteinander.
  • Holzleim: Der Leim ist der Klassiker in der Holzwerkstatt und hilft beim Verbinden von Bauteilen. Da Holz ein organischer Stoff ist und sich auch verändern kann, ist der Holzleim so flexibel, dass er auch Bewegung verkraftet. Oft wird er auch zusätzlich zusammen mit Schraubverbindungen eingesetzt. Dabei sollte man stets Schraubzwingen zur Hand haben, um den nötigen Druck aufzubauen. Holzkleber braucht nämlich rund eine halbe Stunde, bis er fest ist.
  • Klebeband: Zudem empfiehlt van Halteren noch ein Klebeband zum Fixieren oder auch ein breiteres Panzerband für kleinere Reparaturen

Des Weiteren kann noch ein Zwei-Komponenten-Kleber nützlich sein, beispielsweise in der Werkstatt oder im Hobbykeller. Er klebt auch Metall, Porzellan oder Plastik wieder zusammen. Die beiden Komponente verbinden sich beim Kleben zu einer harten Masse. Unbedingt von Kindern fern halten!

Darum sollten Sie Sekundenkleber in der Tiefkühltruhe aufbewahren

Wenn übliche Klebstoffe aushärten, geschieht dies durch das Verdunsten von Lösungsmitteln, beispielsweise Wasser. Die schnelle chemische Kettenreaktion beim Sekundenkleber entfaltet ihre Wirkung jedoch bei Kontakt mit Luftfeuchtigkeit. Wird der Sekundenkleber aus der Tube gedrückt, kommt er mit Luft in Kontakt und bindet innerhalb von Sekunden an.

Van Halteren empfiehlt, Sekundenkleber in der Tiefkühltruhe aufzubewahren. Dabei geht es vor allem um die nötige Luftfeuchtigkeit, die an diesem Ort besonders gering ist. Vor dem Benutzen sollte der Klebstoff jedoch wieder auf Raumtemperatur aufgewärmt werden.

Wichtig: Verwahren Sie Klebstoffe unbedingt außerhalb der Reichweite von Kindern. Gerade bei Sekundenkleber oder Zwei-Komponenten-Kleber sollten Eltern besonders wachsam sein.

Klebt Alleskleber wirklich alles?

Obwohl sich der Alleskleber – auch Universalkleber genannt – in vielen Bereichen einsetzen lässt, ist seine Haftwirkung auf einige Materialien beschränkt. „Es gibt nicht den einen Alleskleber, aber für jeden Stoff den passenden Klebstoff“, erklärt van Halteren. Der Begriff rührt aus der Geschichte der Herstellung: Während die ersten Kleber der Nachkriegszeit ihre Wirkung aus Stärke oder sogar Milch-Proteinen bezogen, kam beim Alleskleber erstmals Lösemittel zum Einsatz. Später wurde auf dieser Basis das Klebstoff-Unternehmen Uhu gegründet. Damit konnten schließlich viele weitere Materialien verbunden werden. Der Hersteller Pattex gibt folgende Stoffe an, die sich mit seinem Universalkleber verbinden lassen:

  • Kunststoff
  • Styropor
  • Holz
  • Kork
  • lackierte Oberflächen
  • Metall
  • Glas
  • Karton
  • Leder
  • Beton
  • Keramikfliesen

Allerdings sollte man diese Auflistung mit der nötigen Skepsis bewerten – nicht umsonst gibt es für spezielle Materialien spezielle Klebstoffe mit besonderer Haftkraft. Ein Alleskleber klebt jedenfalls nicht alles, und kommt am häufigsten bei kleineren Reparaturen und Bastelarbeiten zum Einsatz.

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Holzleim gibt etwas nach, wenn das Holz „arbeitet“
Holzleim gibt etwas nach, wenn das Holz „arbeitet“Foto: Getty Images

Wann lohnen sich Spezialkleber?

Für jedes Material gibt es den passenden Spezialkleber, meistens auch zu höheren Preisen. Dafür versprechen sie einen sicheren Halt bei einer langen Lebensdauer. Generell gilt: Besondere Kleber wie Tapetenkleister, Fliesen- oder Glaskleber gehören nicht zur Grundausstattung und sollte nur nach Bedarf gekauft werden. Sonst kann es sein, dass die teuren Klebstoffe irgendwann eintrocknen.

Warum klebt der Klebstoff nicht schon in der Tube?

Diese Frage hat sich vermutlich jeder schon mal gestellt, der mit flüssigem Klebstoff hantiert hat. Die Erklärung liegt in der chemischen Zusammenstellung: Die Klebe-Partikel werden in der Tube durch Lösungsmittel – beispielsweise durch Wasser – flüssig gemacht. Kommt der Kleber mit Luft in Berührung, verdunstet das Lösungsmittel nach und nach. Dadurch bindet der Kleber ab und wird hart. Deshalb ist es wichtig, dass Flüssigklebstoff immer luftdicht verschlossen wird.

Was tun bei Unfällen mit Sekundenkleber?

Beim Arbeiten oder Basteln mit Sekundenkleber sollte man Hautkontakt unbedingt vermeiden. Dennoch kann es passieren, dass ein Tropfen des schnellwirkenden Klebers zwischen die Finger gerät. „Ruhe bewahren“, empfiehlt van Halteren auf myHOMEBOOK-Anfrage. „Verletzungen entstehen meistens aus Panik, wenn man die Finger wieder voneinander trennen will“, weiß der Klebstoff-Experte. Doch das Fett und die Feuchtigkeit auf der Haut lösen das Problem in der Regel wieder von alleine. Aber auch warme Seifenlauge oder ein Tropfen Öl helfen dabei, den Kleber zu lösen.

Wichtig: Kommt der Sekundenkleber in Kontakt mit den Augen, sollte man schnell einen Arzt aufsuchen.

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Richtiger Umgang mit der Heißklebepistole

Bei vielen Bastelarbeiten kommt die Heißklebepistole zum Einsatz. Doch der Gebrauch ist nicht ganz ungefährlich. Da die Klebstoffstäbe bis zu 200 Grad Celsius warm werden, kann man sich leicht daran verbrennen. Halten Sie ihre Finger deshalb in einem Abstand zur klebenden Fläche, sonst drohen bei Kontakt Brandblasen auf der Haut.

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