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Stiftung Warentest

Was taugen Schlagbohrer mit Akku wirklich?

Schlagbohrmaschinen Test
Durch zuschaltbares Schlagwerk kommt man mit Schlagbohrmaschinen auch in härtere MaterialienFoto: iStock / vadishzainer

Für manchen Arbeiten im Haus reicht der Akku-Bohrer einfach nicht aus. Ein Schlagbohrer durchdringt auch härteres Material wie Beton fast schon mühelos. Relativ neu auf dem Markt: Schlagbohrmaschinen mit Akku. Was taugen die Geräte?

Jeder, der schon mal versucht hat, in massiven Beton zu bohren, kennt das Problem. Während Bohrmaschinen mit wenig Leistung scheitern, dringt der schwere Schlagbohrer wesentlich leichter in die Wand ein. Und für die besonderen Härtefälle benötigt man sogar einen Bohrhammer. 20 Schlagbohr-Geräte – mit und ohne Akku – hat die Stiftung Warentest (2/2021) untersucht. Die Akku-Geräte sind dabei wesentlich teurer und bewegen sich im Preissegment zwischen 79 bis 525 Euro, kabelgebundene Maschinen kosten zwischen 40 und 186 Euro. Unter den getesteten Produkten finden sich namhafte Marken wie Makita, Bosch, Einhell und Metabo. Doch teuer oder renommiert heißt – wie so oft – nicht unbedingt auch gut. Wie schlagen sich die Schlagbohrer im Test?

20 Schlagbohrer mit und ohne Akku im Test

Akkus sind bei Elektrowerkzeugen bereits seit Jahren im Trend. Das hat auch die Stiftung Warentest in ihrem aktuellen Schlagbohrer-Test berücksichtigt: Von den 20 getesteten Geräten hingen nur sechs am Kabel. Bei diesen lag der Fokus eher auf den schweren Profi-Geräten, die auch auf der Baustelle zum Einsatz kommen.

Neun Akku-Schlagbohrer erreichten eine „gute Note“, bei den Kabel-Maschinen waren es lediglich zwei. Vier Geräte waren nur „ausreichend“ – darunter auch Tools von Makita, Bosch und Metabo. Besonders auffällig: Der teure Makita-Schlagbohrer machte alsbald schlapp, als die Tester versucht haben, große und lange Schrauben einzudrehen. Zwei Geräte fielen zudem mit „mangelhaft“ durch: Erstens der Eigenmarken-Schrauber von Hornbach, zweitens der von Black+Decker.

Hinweis: Bewertet wurde im Test vor allem die Funktion – also das Schrauben und Schlagbohren – mit 50 Prozent Gewichtung, die Handhabung mit 35 Prozent, die Haltbarkeit mit 10 Prozent und schließlich Schadstoffbelastung und Sicherheit mit 5 Prozent.

Wie schnitten die Akku-Schlagbohrer ab?

Genauso wie die kabelbetriebenen Geräte verfügten auch die 14 getesteten Akku-Schlagbohrer (18 Volt) über ein integriertes und zuschaltbares Schlagwerk. Allerdings zeigten sich im Testfeld große Unterschiede, von „gut“ bis „mangelhaft“ wurden sämtliche Noten verteilt. Ihre Vorteile konnten die Akku-Schlagbohrer im Test vor allem beim Schrauben ausspielen. Einige Geräte schafften es fast schon mühelos, Schrauben mit 10 Millimeter Stärke und 120 Millimeter Länge in Kiefernholz zu versenken – und zwar ohne Vorbohrung. Mit einem gewöhnlichen Akku-Bohrer ohne „Schlag“ würde man dabei nicht weit kommen.

Bei den Testergebnissen der Schlagbohrer mit Akku landete die DCD795D2 von DeWalt (172 Euro) auf dem ersten Platz („gut“, 1,9). Damit erreichte der US-Hersteller auch den besten Platz im Gesamt-Ranking. Den zweiten Platz („gut“, 2,1) erzielte Einhell mit dem Expert Plus TE-CD 18/50 Li-i BL für 140 Euro. Dahinter schließen die Maschinen von Hikoki und Milwaukee an – dabei handelte es sich auch um die beiden teuersten im Testfeld. Allerdings wurde auch das Low-Budget-Gerät Parkside PSBSA 20-Li B2, dass es bei Lidl für rund 45 Euro zu kaufen gibt und auch schon im myHOMEBOOK-Test gut abgeschnitten hat, mit „gut“ (2,3) bewertet. Ebenso wurden die Schlagschrauber von Bosch, AEG und Worx für „gut“ befunden.

Hinweis: Alle getesteten Akku-Schlagbohrmaschinen sind im Handel inklusive Ladegerät und zwei Akkus des entsprechenden Hersteller-Systems erhältlich. Der Vorteil dabei: Den gleichen Akku kann man für verschiedene kompatible Elektrowerkzeuge des gleichen Herstellers einsetzen, was Geld und Ressourcen spart. Besonders praktisch: Bei zwei Akkus kann man den einen aufladen, während der andere in Benutzung ist.

Passend dazu: Günstig-Akku für Elektrowerkzeuge überzeugt im Test – ein teurer fällt durch

Die Ergebnisse der Kabel-Schlagbohrer

Die gute Nachricht vorab: Mit allen kabelbetriebenen Schlagbohrern konnten die Prüfer im Test Löcher bohren und Schrauben eindrehen. Aber auch hier gab es im Testfeld große Unterschiede – doch vor allem beim Bohren konnten viele überzeugen.

Mit einem zuschaltbaren Schlagwerk kommt man auch in massives Mauerwerk, ohne Schlag lassen sich immerhin noch dicke Metallbleche durchlöchern. Doch diese Leistung hat auch seinen Preis – und auch sein Gewicht. Im Schnitt brachten die Maschinen zwischen 2,7 und 3,2 Kilogramm auf die Waage. Längere Arbeiten, beispielsweise die Wandmontage eines Küchenschranks oder einer Gardinenstange über Kopf wird da schnell zum Kraftakt.

Im Segment der Kabel-Schlagbohrer landete die Bosch Professional GSB 24-2 auf dem Spitzenplatz. Mit einer „guten“ Note von 2,1 schnitt sie jedoch etwas schlechter ab als der Testsieger bei den Akku-Maschinen. Und auch nur eine weitere Kabel-Bohrmaschine wurde als „gut“ befunden – nämlich die Metabo SBEV 1000-2 (2,5). Alle weiteren kabelbetriebenen Schlagbohrer – darunter Makita, Einhell, Lidl und Meister – waren „befriedigend“ oder schlechter. Hier geht’s zum kompletten Test von Stiftung Warentest.

Tipp: Wenn man auf die Schnelle einen Schlagbohrer braucht, und man keinen zu Hause hat oder gleich kaufen möchte, kann man sich für wenig Geld auch einen im Baumarkt ausleihen. Ob das während der Corona-Pandemie per Abholung möglich ist, sollte man jedoch unbedingt vorab abklären.

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