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Lokal produziert, oft kopiert

Was Sie über die Werkzeugmarke Knipex wissen sollten

Knipex produziert vor allem Zangen und hatte auch schon mit Plagiaten zu kämpfen
Knipex produziert vor allem Zangen und hatte auch schon mit Plagiaten zu kämpfen Foto: picture alliance/dpa/Aktion Plagiarius e.V
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Carolin Chytrek
Carolin Chytrek Freie Autorin

31. August 2026, 15:38 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Ganz egal, ob Wasserpumpenzange, Seitenschneider oder Feinschneidezange – mit ihrer breiten Auswahl an Profiwerkzeug hat sich das Unternehmen Knipex in Handwerkerkreisen einen guten Ruf erarbeitet. Die roten Griffe gehören in vielen Werkstätten zur Standardausstattung. Doch wer steckt eigentlich hinter dem Traditionsunternehmen? myHOMEBOOK klärt auf.

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Die Geburtsstunde einer Zangen-Marke

Ob Karl Gustav Putsch geahnt hat, welche Auswirkungen seine Faszination für Zangen einmal haben würde? Als er 1882 eine kleine Schmiede im Keller seines Wohnhauses in Cronenberg gründete, legte er den Grundstein für die Erfolgsgeschichte einer Handwerkermarke. Nachdem 1942 der Markenname Knipex festgelegt wurde, gelang dem Enkel des Gründers durch die Erweiterung des Produktsortiments und die Modernisierung von Prozessen die Expansion. 1954 war Knipex laut eigenen Angaben bereits Marktführer in Europa. Durch die Übernahme mehrerer Firmen wuchs die Knipex-Gruppe in den 1990er und 2000er Jahren bedeutend, was sich auch auf den Umsatz und die Mitarbeiteranzahl auswirkte.

Familien-Unternehmen trifft auf Spezialisierung

Bis heute befindet sich Knipex im Familienbesitz und produziert den Großteil seiner Werkzeuge in Wuppertal. Laut Unternehmensangaben verlassen täglich rund 60.000 Zangen das Werk, die in mehr als 100 Länder exportiert werden. Das Unternehmen konzentriert sich anders als viele Wettbewerber seit der Gründung ausschließlich auf Zangen und Schneidwerkzeuge. Heute umfasst das Sortiment mehr als hundert unterschiedliche Modelle, was Knipex zum weltweit führenden Hersteller in diesem Segment macht.

Sarah Ockenfels, Media Relations Managerin von Knipex, erklärt auf Nachfrage von myHOMEBOOK, weshalb das Unternehmen sich auf Zangen spezialisiert hat: „Knipex konzentriert sich seit jeher auf Zangen und zangennahe Schneidwerkzeuge. Unser Anspruch war und ist es, in einem klar definierten Produktsegment zu den Besten zu gehören, statt in vielen Bereichen lediglich ein durchschnittlicher Anbieter zu sein.

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Bei Handwerkern beliebt

Vor allem Modelle wie die Cobra-Wasserpumpenzange sowie der Zangenschlüssel haben sich über die Jahre zu Profi-Lieblingen entwickelt. In Online-Foren werden vor allem die präzise Verarbeitung, die hohe Schneidleistung, ergonomische Griffe und die gute Qualität gelobt. Einige Nutzer berichten, dass sogar intensiv genutzte Zangen auch nach mehreren Jahren zuverlässig funktionieren.

Damit dürfte der Plan des Unternehmens aufgehen. Denn Knipex investiert fortlaufend in neue Fertigungstechnologien, Maschinen und Prozesse und übernimmt die meisten Produktionsschritte im eigenen Werk. Größere Produktrückrufe sind bislang nicht bekannt geworden. Qualität wird großgeschrieben, was die Produkte zu langlebigen Handwerkshelfern macht und Ressourcen aktiv einsparen soll. Auch dazu erklärt Ockenfels: „Die enge Zusammenarbeit von Entwicklung, Maschinenbau, Produktion und Qualitätssicherung ermöglicht es uns, mögliche Fehlerquellen frühzeitig zu erkennen, Ursachen gemeinsam zu analysieren und nachhaltig zu beheben.“

Die Herstellung am Standort in Wuppertal reduziert Transportwege innerhalb der eigenen Fertigung und sorgt je nach Absatzmarkt für kurze Lieferketten. Das senkt den CO₂‑Ausstoß und trägt zur Nachhaltigkeit bei – ebenso wie energieeffiziente Produktionsprozesse und moderne Fertigungsanlagen. Seit 2020 hat Knipex seine Treibhausgasemissionen um nahezu 40 Prozent reduzieren können. Klimaschutz sei zudem eines der zentralen Nachhaltigkeitsziele, erklärt das Unternehmen auf seiner Website. Vertriebsstandorte hat das Unternehmen laut Sarah Ockenfels auch in den USA, wie Knipex Tools LP.

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Wo Lob ist, gibt es auch Kritik

Während Knipex vor allem für seine Qualität gelobt wird, steht das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Hobby-Handwerkern immer wieder in der Kritik. Die Werkzeuge der Familienmarke lassen sich im oberen Preissegment einordnen, wodurch sie eher für Profis interessant sind. Das bestätigt auch Sarah Ockenfels: „Ja, unser Schwerpunkt liegt klar auf professionellen Anwenderinnen und Anwendern in Handwerk und Industrie. Wir entwickeln Werkzeuge für Menschen, die sich im Arbeitsalltag dauerhaft auf ihre Ausrüstung verlassen müssen; das heißt, bei hoher Belastung, unter Zeitdruck und häufig in sicherheitsrelevanten Einsatzsituationen.“ Gelegenheitsnutzer greifen häufig eher zu günstigeren Alternativen, wie sie online berichten.

Auf Bewertungsportalen wie Trustpilot äußern sich Kunden vereinzelt negativ über die Kommunikation mit dem Kundenservice sowie die Reklamation, weshalb die grundsätzliche Einschätzung der Marke hier eher mittelmäßig ausfällt. Aufgrund der vergleichsweise geringen Anzahl an Bewertungen lassen sich daraus allerdings nur eingeschränkt Rückschlüsse auf die allgemeine Kundenzufriedenheit ziehen.

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Vorsicht vor Produktfälschungen

Die wertigen und beliebten Produkte der Marke rufen seit Jahren immer wieder Nachahmer auf den Plan. Der Werkzeughersteller geht deshalb massiv gegen Piraterie und Plagiate vor. Für Aufmerksamkeit sorgte ein Fall aus dem Jahr 2025. Damals mahnte Knipex den Lebensmitteldiscounter Lidl wegen des unrechtmäßigen Nachbaus eines Schaltschrankschlüssels ab und forderte eine Unterlassung. Geschäftsführer Ralf Putsch bezeichnete das als „schamlose Kopie.“ Auch mit Plattformen wie Temu gibt es immer wieder Probleme, wie das Deutsche Patent- und Markenamt berichtet.

Alternativen zu Knipex sind NWS Tools und Klauke. Marken wie OrbisWill und Rennsteig Werkzeuge sind zwar eigenständige Unternehmen, gehören aber zur Knipex-Gruppe dazu.

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