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DIY-Anleitung

Samenbomben ganz einfach selber herstellen und Insekten helfen

Von der Brache zur Blühwiese: Mit Samenbomben verwandeln sich triste urbane Schmuddelecken in bunte Blumenwiesen. Seedbombs fördern die Artenvielfalt im städtischen Raum und sind eine beliebte und absolut unkomplizierte Art, Metropolen zu begrünen. Und das Beste: Samenbomben lassen sich ganz einfach selber machen. Wie es geht, zeigt myHOMEBOOK im Video.

Seit Jahren erfreut sich das Urban Gardening in Städten wachsender Beliebtheit. Unverzichtbares Utensil für viele Stadtgärtner hierbei: Samenbomben. Die Geschichte der kleinen Seedbombs begann einst in Japan. Dort entwickelte der Reisbauer Masanobu Fukuoka nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur entscheidende Grundsätze zur naturnahen Landwirtschaft, sondern auch kleine Samenkugeln, mit denen er Reis und Getreide aussäte. Seit den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts breiteten sich die kleinen Kugeln dann dank des „Guerilla Gardenings“ von New York ausgehend weltweit aus und halfen so manche Brache, Verkehrsinsel oder Baumscheibe zum blühenden Hingucker und in ein reichhaltiges Insektenbuffet zu verwandeln.

Samenbomben selber machen – was braucht man dazu?

Die Materialliste für die kleinen Seedbombs ist erfreulich übersichtlich. Neben dem Saatgut bedarf es vor allem Pflanzerde und Tonerde. Letztere gibt es in der Drogerie auch als „Heilerde“. Tonerde sorgt für eine bessere Konsistenz und schützt das wertvolle Saatgut vor hungrigen Vögeln und Insekten, ist jedoch nicht zwingend notwendig. Wer nicht extra noch einmal einkaufen möchte, kann Samenbomben auch ganz ohne Tonerde selber machen.

Anfänger Experte
Schwierigkeitsgrad
kurz lang
Dauer
0,- € > 1.000,- €
Kosten

Material

  • 200 g Tonerde/Tonpulver/Heilerde
  • 200 g Pflanzerde
  • 3 bis 4 Päckchen Blumensaatgut
  • Wasser (nach Bedarf)

Utensilien

  • 1 kleine Schüssel
  • 1 große Schüssel
  • Zeitungspapier
  • Löffel

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Welches Saatgut eignet sich für Samenbomben?

Auch wenn Samenbomben im ersten Moment ungefährlich wirken, ist es unabdingbar, bei der Auswahl auf das richtige Saatgut zu achten. „Richtig“ bedeutet in diesem Fall, ausschließlich unbehandeltes Saatgut einheimischer (!) Pflanzen zu verwenden. Wer unbedacht mit Samenbomben um sich wirft, kann das ökologische Gleichgewicht empfindlich stören. Wichtig ist daher, keinesfalls Saatgut von sogenannten Neophyten zu verbreiten, die als invasive, konkurrenzlose Arten die heimische Flora nachhaltig negativ beeinflussen. Stattdessen sind für Seedbombs folgende Pflanzensamen hervorragend geeignet:

  • Wildblumenmischungen
  • Tagetes (Studentenblume)
  • Kornblumen
  • Ringelblumen
  • Malven
  • Kapuzinerkresse
  • Klatschmohn

Samenbomben: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Seedbombs selber zu machen ist nicht nur kinderleicht, sondern auch eine tolle Möglichkeit für das Gärtnern mit Kindern:

  1. Pflanzerde bei Bedarf sieben, ggf. gröbere Stückchen wie Rinde, Äste etc. entfernen.
  2. Nun diese mit Tonerde und Blumensamen in einer Schüssel vermengen. Dabei darauf achten, dass die Samen gut verteilt sind.
  3. Nach Bedarf nach und nach schlückchenweise Wasser hinzugeben, sodass sich die Masse zu einem „Teig“ verarbeiten lässt.
  4. Anschließend aus der Masse mit den Händen etwa walnussgroße Kugeln formen. Tipp: Sollte die Masse zu flüssig oder zu krümelig sein, einfach nach Gefühl noch etwas Ton- und Pflanzerde bzw. Wasser hinzugeben.
  5. Die Samenbomben nun ca. 2 Tage auf Zeitungspapier trocknen lassen, währenddessen die Kugeln öfter wenden, sodass sie gut durchtrocknen.

Tipps zum Seedbomb-Werfen

Werfen, wässern, warten, wachsen: Seedbombs sind eine wunderbare Möglichkeit, für mehr Grün zu sorgen. Allerdings gibt es auch einiges beim Werfen der Samenbomben zu beachten: Unser kleines Seedbomb-Einmaleins:

  1. Die beste Zeit für den Wurf der kleinen Geschosse ist im Frühjahr, am besten vor einem Regenguss.
  2. Seedbombs nur im städtischen Raum verwenden. Privatgelände, Naturschutzgebiete, Wälder, Ackerflächen, landwirtschaftlich genutzte Wiesen und der Garten der Nachbarn sind tabu!
  3. Nur einheimisches, unbehandeltes Saatgut verwenden.
  4. Nach dem Trocknen sind Seedbombs steinhart. Daher Vorsicht beim Werfen der Wurfgeschosse, damit niemand ungewollt verletzt oder Dinge unbeabsichtigt beschädigt werden.

Die Anleitung sehen Sie auch oben im Artikel im Video – viel Spaß beim Nachmachen der Samenbomben!

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