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Pflanz- und Pflegetipps

Kapuzinerkresse – ein farbenfroher Dauerblüher, der auch noch essbar ist

Große Kapuzinerkresse
Die Große Kapuzinerkresse ist vielfältig nutzbarFoto: Getty Images

Sie hat prächtig-knallige Blüten, ist schnell im Wuchs, vielseitig einsetzbar und dazu noch essbar: die Große Kapuzinerkresse. Wie man sie sät, pflanzt und pflegt, erfahren Sie hier. Außerdem verraten wir Ihnen, wie Sie die Pflanze in der Küche nutzen können.

Mit ihren großen gelben, orangefarbenen oder roten Blüten ist die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolaceae majus) ein farbenfrohes Highlight in jedem Garten. Ihr etwas südländisch anmutendes Aussehen kommt nicht von ungefähr, denn die Pflanze stammt aus Südamerika. Vor dort kam sie im 17. Jahrhundert mit holländischen Seefahrern nach Europa, wo sie zunächst in Kloster- und später auch in Privatgärten gepflanzt wurde. Klösterlich ist auch ihr Name, denn der leitet sich von den Kapuzen der Kapuzinermönche ab. Diese sehen den Blüten der Kapuzinerkresse nämlich sehr ähnlich.

Die Pflanze hat nicht nur einen großen Zierwert, sondern auch einen medizinischen Nutzen. Sie hemmt die Vermehrung von Viren, Bakterien und Pilzen und enthält zudem reichlich Vitamin C. 2013 wurde sie zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

Wuchs

In ihrer Heimat ist die Große Kapuzinerkresse mehrjährig, in unseren Breitengraden hingegen wird sie aufgrund ihrer Frostempfindlichkeit einjährig kultiviert. Am Boden liegend erreicht sie eine Höhe von maximal 30 Zentimetern und bildet bis zu drei Meter lange Ranken – wächst also so schnell, dass man ihr fast dabei zusehen kann. Je nach Aussaatzeit blüht sie von Juli bis zum ersten Frost und bietet dabei Insekten sowohl Nektar als auch Pollen.

Standort und Boden

Am besten gedeiht die Große Kapuzinerkresse an einem sonnigen bis halbschattigen Standort, kommt aber auch im Schatten klar. Hier allerdings zeigt sie deutlich weniger Blüten. Je mehr Sonne die Pflanze bekommt, desto reicher blüht sie. Ebenfalls ungünstig auf die Anzahl der Blüten wirkt sich ein zu hoher Nährstoffgehalt des Bodens aus. Humusreich darf der Boden aber gerne sein.

Aussaat und Pflanzung der Kapuzinerkresse

Eilige Gärtner, die den Beginn der Blüte kaum erwarten können, ziehen die Kapuzinerkresse ab Ende März im Haus vor und pflanzen sie nach den Eisheiligen, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, ins Freie. Bequemer ist es, die Samen direkt rund einen Zentimeter tief im Boden zu versenken. Der Startschuss dafür fällt Mitte Mai. Noch bis Ende Juni lohnt sich die Aussaat. Ein besseres und schnelleres Keimen erreicht man, wenn man die Samen vor der Aussaat ein paar Stunden in einem Wasserglas quellen lässt.

Tipp für alle Hobbyfotografen: Die wasserabweisenden Blätter der Kapuzinerkresse führen dazu, dass sich nach einem Regenschauer in der Mitte der Blätter große, perlenförmige Wassertropfen sammeln. Hübsches Motiv für besondere Pflanzenfotos!

Pflege

Kapuzinerkresse ist sehr pflegeleicht. Am besten düngt man sie – wenn überhaupt – nur mit Kompost. Andere Dünger könnten mit einem zu hohen Stickstoffgehalt die Blütenfülle reduzieren. Wer Verblühtes entfernt, regt die Pflanze zu neuer Blütenbildung an.

Verwendung im Garten und in der Küche

Ein Bauerngarten ohne Kapuzinerkresse? Kaum vorstellbar! Aber auch anders konzipierte Gärten profitieren von der blühfreudigen Pflanze. Die Große Kapuzinerkresse kann relativ dicht gesät größere Flächen bedecken. Eine andere Möglichkeit, die Pflanze in Szene zu setzen ist, sie nach oben wachsen zu lassen. An geeigneten Gerüsten klettert sie in Windeseile bis zu drei Meter in die Höhe und kann beispielsweise unattraktive Schuppen- oder Garagenwände in farbenfrohe Hingucker verwandeln.

Ebenfalls gerne wird sie im Gemüsegarten als sehr verträglicher Mischkulturpartner gepflanzt. Sie passt gut zu Kartoffeln, Tomaten, Zucchini, Kürbis, Radieschen, Rettich und Bohnen. Unter Obstbäume gepflanzt soll sie gegen Blattläuse helfen, indem sie quasi als Ablenkungsmanöver die Tierchen anzieht und so vom Obstbaum fernhält. Das hat sich aber mittlerweile als nur bedingt hilfreich erwiesen, da hier unterschiedliche Blattlausarten am Werk sind, die nicht einfach ihre Wirtspflanze wechseln.

Der kresseähnlich-pikante Geschmack der Blätter macht die Kapuzinerkresse zu einer passenden Zutat für würzige Pestos, Brotaufstriche oder Dips. Außerdem schmecken die Blätter in gemischten Salaten, kleingeschnippelt in Quark oder ganz puristisch auf dem Brot. Auch die Blüten sind essbar. Sie verschönern nicht nur Salate und Suppen, sondern können auch in Essig eingelegt werden. Wer einen regionalen Kapernersatz herstellen möchte, kann dafür die noch unreifen, geschlossenen Knospen verwenden und sie in Essig und Salz einlegen.

Auch die Samen sind verwendbar: Getrocknet stellen sie einen guten Pfefferersatz dar. Wer die Samen nicht in der Küche verwenden möchte, kann sie im Beet einfach liegen lassen. Mit etwas Glück keimen sie im Folgejahr und sorgen so für erneuten Erntespaß.

Übrigens: Neben der Großen Kapuzinerkresse gibt es noch viele weitere Kapuzinerkressen – die Knollige Kapuzinerkresse zum Beispiel. Sie ist ebenfalls ein hübscher Ranker, der zusätzlich zu den essbaren Blüten und Blättern auch noch essbare Knollen bildet, die im Herbst geerntet werden.

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