Rasenflächen prägen nicht nur Privatgärten und öffentliche Parks, sondern auch Sportanlagen wie Fußballstadien. Wer einen Blick auf ein Fußballfeld wirft, bemerkt jedoch sofort einen auffälligen Unterschied: Die Spielfläche zeigt ein markantes Streifenmuster. Viele vermuten dahinter unterschiedliche Rasensorten oder spezielle Farben, doch die Ursache ist eine andere. Warum Fußballrasen gestreift erscheint und welchen Zweck die Streifen erfüllen, hat myHOMEBOOK bei Greenkeeper Georg Schmitz angefragt.
So entstehen die Streifen im Rasen auf dem Fußballfeld
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Ein Fußballrasen wirkt auf den ersten Blick zweifarbig. Im Wechsel sieht man hellere und dunklere Streifen. Das liegt allerdings nicht an verschiedenen Rasensorten. „Dieser Effekt geschieht ausschließlich durch das Mähen in zwei Richtungen. Hierbei entstehen durch den Fahrtrichtungswechsel die beiden unterschiedlichen Grüntöne“, erklärt Georg Schmitz vom Greenkeeper Verband Deutschland. „Die Farben entstehen auf jedem kurz gemähten Rasen, der mit Spindel- oder Walzrasenmähern gemäht wird.“ Somit entsteht der Eindruck, dass es sich um verschiedene Gräser handeln könnte.
Zur Person: Georg Schmitz ist Head-Greenkeeper und Leiter Greenkeeping bei Bayer 04 Leverkusen sowie Vorstandsmitglied im Greenkeeper-Verband Deutschland (GVD). Seit 1997 arbeitet er für den Werksklub und verantwortet die Pflege der Rasenflächen in und um die BayArena. Heute führt er ein Team von rund 18 festangestellten Mitarbeitenden sowie weiteren Teilzeitkräften. Unter seiner Leitung wurde die Rasenqualität von Bayer 04 mehrfach mit dem DFL-Award „Pitch of the Year“ ausgezeichnet.
Georg Schmitz ist Beisitzer im Vorstand des deutschen Greenkeeper-Verbandes Foto: Greenkeeper Verband Deutschland e.V.
Aber nicht nur Streifen sind auf dem Feld möglich. „Für ein Schachbrettmuster wird der Rasen dann einfach doppelt gemäht, einmal längs und einmal quer. Der Anstoßkreis hat oft kein Muster, hier fährt der Rasenmäher kreisförmig, sodass alle Grashalme in die gleiche Richtung gedrückt werden“, heißt es auf der Webseite des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).
Übrigens: Vor der Einführung des Videoassistenten dienten die Linien als Hilfestellung für die Schiedsrichter, erklärt Greenkeeper Schmitz. Allerdings dienen die Linien auch heute noch als Orientierung. Gerade für Zuschauer ist ein Erkennen eines Abseits leichter, wenn die Linien zu sehen sind.
Welche Vorgaben bei den Mustern im Rasen gelten
Da sich die Platzwarte und Greenkeeper einen Spaß aus den Mustern gemacht hatten, musste man Regeln aufstellen. Im Arbeitshandbuch für Greenkeeping von der Deutschen Fußball Liga (DFL) heißt es: „Um ein einheitliches Bild in der Bundesliga und 2. Bundesliga zu gewährleisten, soll das Muster parallel zu den Torlinien angelegt sein, da somit das Positionsspiel für die Schiedsrichterassistenten besser unterstützt wird. Der Rasen sollte gleichmäßig ohne Abstufungen in geraden Linien über die Rasenbreite, das heißt parallel zur Torlinie, gemäht sein.“
Auch für die UEFA Champions League und die UEFA Europa League gibt es klare Regeln. Die Greenkeeper müssen sich auch hier an Vorschriften halten. Diese sind ebenfalls im Arbeitshandbuch für Greenkeeping erläutert.
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