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Für Garten, Balkon und Terrasse

Nützliche Pflanz- und Pflegetipps für Artischocken

Artischocken im Garten: Artischocke mit grünen Blättern
Die knospgenartigen Blütenstände der Artischocke (Cynara scolymus) sind wahre KöstlichkeitenFoto: Getty Images

Stimmen die Bedingungen, kann man Artischocken im heimischen Garten anpflanzen. Leichter geht es sogar im Kübel auf dem Balkon. Die Pflanzen sind an sich pflegeleicht, Vorsicht ist jedoch vor einem Fressfeind geboten.

Alleine der Anblick dieses Korbblütlers lässt jedem Feinschmecker das Wasser im Munde zusammenlaufen und vielen Hobbygärtnern die Herzen höher schlagen. Ob delikates Blütengemüse oder hübsche Pflanze im Ziergarten – Artischocken (Cynara scolymus) haben noch einen weiteren Trumpf im Ärmel. Die Pflanzen strotzen nur so vor heilsamen Inhaltsstoffen. In vielen Mittelmeerländern werden Artischocken seit Langem besonders ertragreich angebaut. Artischocken lassen sich aber auch im heimischen Garten oder auf dem Balkon anpflanzen.

Artischocken im Garten anpflanzen

Allerdings müssen die klimatischen Bedingungen stimmen. Der Standort sollte für die sonnenhungrigen Pflanzen geschützt und vollsonnig sein, zum Beispiel in der Nähe einer Mauer oder einer vor Wind schützenden Hecke. Für eine ausgewogene Mischkultur eignen sich vor allem Kohl und Salate als Nachbarn im Gemüsebeet.

Bekannte mehrjährige Artischocken-Sorten sind „Green Globe“ (hat grüne Blütenköpfe), „Vert Globe“ sowie „Große von Laon“. Als einjährige Pflanze ist zum Beispiel „Imperialstar F1“ bekannt. Was die Bezeichnung F1 bedeutet? Das erklärt myHOMEBOOK in diesem Artikel. Als Topfkultur lassen sich Artischocken weitaus leichter durch den Winter bringen als im Gartenbeet.

Aussaat und Pflanzzeit von Artischocken

Im zeitigen Frühjahr ist die perfekte Zeit für die Aussaat. Die Keimlinge brauchen jedoch ausreichenden Schutz vor Kälte und Wind. Ein Gewächshaus ist ideal, gut eignet sich jedoch auch ein sonniger Platz auf der Fensterbank.

Die Pflanzzeit beginnt nicht zu früh im Jahr. Denn im April kann es noch zu Bodenfrost und Schneefall kommen. Und auch der Mai bietet für Hobbygärtner Tücken, denn dann drohen die Eisheiligen zuzuschlagen. Erst wenn der Spuk Mitte Mai vorüber ist, kann man Artischocken im Garten anpflanzen. Doch auch hier gilt: Bei kühlen Temperaturen sollte man die Pflanzen mit einer Vliesabdeckung schützen.

An einem idealen Standort können Artischocken bis zu fünf Jahre alt werden und rund zwei Meter hoch wachsen. Als Platzbedarf berechnen die Experten der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) einen Quadratmeter pro Pflanze. Tipp: Kräftiges Angießen nicht vergessen!

Artischocken optimal pflegen

Grundsätzlich sind Artischocken im Garten recht pflegeleicht. Solange die Pflänzchen noch jung sind, sollte das Beet von Unkraut befreit sein. Als Gartenwerkzeug bieten sich dafür ein Handgrubber oder eine Gartenhacke an.

Bewässerung

Bis zum Anwachsen der Artischocken gießt man ausgiebig und hält die Erde stets feucht. Danach wird zwar weiterhin regelmäßig, jedoch sparsamer gegossen. Achtung: Auf jeden Fall Staunässe vermeiden! Wie bei vielen anderen Pflanzen bietet sich eher weiches Gießwasser an, zum Beispiel angesammelt in einer Regentonne. Regenwasser lässt sich auch leicht auf dem Balkon auffangen. Wie viele andere Gemüsesorten werden auch Artischocken von der Seite angegossen, nicht von oben.

Düngung

Für Artischocken sollte der Boden im Garten nährstoffreich und locker sein. Vor der Pflanzung wird die Erde mit reifem Kompost (drei Liter pro Quadratmeter) und Hornmehl (100 Gramm pro Quadratmeter) gedüngt.

Schnitt

Um die Erträge in den folgenden Jahren zu steigern, entfernt man im ersten Jahr die Hauptblüten.

Vermehrung

Sind Jungpflänzchen nach der Aussaat rund zehn Zentimeter hoch, können sie pikiert werden. Wie man Pflanzen pikiert, erklärt myHOMEBOOK anhand von Tomaten.

Artischocken vermehrt man mithilfe der Ableger. Bewurzelte Jungtriebe sprießen im Frühjahr ganz in der Nähe der Mutterpflanze aus dem Boden. Diese legt man behutsam frei und trennt sie ab. Dazu eignet sich ein scharfes Messer. Anschließend werden die Triebe erneut rund fünf Zentimeter in die Erde gepflanzt. Aber auch hier den gebührenden Abstand von einem Quadratmeter zwischen den Trieben einhalten und gut angießen!

Frostschutz

Droht Frostgefahr, schützt man die mehrjährigen Pflanzen ganz leicht mithilfe von Stroh, Reisig oder Vlies. Mitte März bis Anfang April kann der Schutz wieder abgenommen werden. Weitere Tipps gegen Frostschäden im Garten verrät myHOMEBOOK in diesem Artikel.

Der richtige Zeitpunkt zum Ernten

Sobald die Blüten zwischen August und September prall, rund, sattgrün und die Schuppen noch geschlossen sind, ist Erntezeit. Bei kräftig und gut gepflegten Artischocken können rund zwölf Blütenknospen abgenommen werden. Die oberste Blüte wird als Erstes abgeschnitten, am besten mitsamt etwas des Stiels. Dann folgen nach und nach die weiteren Blüten. Wer die Artischocken mit Stiel ins Wasser stellt, kann sie einige Tage lagern. Gekocht müssen sie jedoch gleich verzehrt werden.

Wie isst man Artischocken?

Gegessen werden vor allem die Artischockenböden oder -herzen. Die harten, äußeren Schuppen der Artischocke werden bei der Zubereitung abgeschnitten. Auch das darunter freiliegende „Stroh“ ist ungenießbar und wird entfernt. Mit einem Dip, etwas knackigem Brot und einem kühlen Drink sind gekochte Artischockenböden eine wahre Köstlichkeit, erst recht in lauen Sommernächten.

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Krankheiten und Schädlinge

Die Schwarze Bohnenlaus macht Artischocken mitunter schwer zu schaffen. Auch Blattläuse können die Pflanze schnell stressen. Die Bohnenlaus ist jedoch besonders aggressiv. Sie hinterlässt deutliche Fraßlöcher und schwarze Punkte an den Blättern der Pflanze. Ein weiteres Merkmal ist die Kolonienbildung der Tiere. Befallene Pflanzen müssen abgeduscht werden. Anschließend gibt man eine Spritzung mit Brennnesseljauche. Auf chemische Pflanzenschutzmittel sollte man verzichten, insbesondere, wenn man Artischocken aus dem Garten essen möchte.

Artischocken werden zudem gerne von Wühlmäusen angeknabbert. Und auch Schnecken machen sich gerne über die Pflanzen her. Hier könnte eine ungewöhnliche Waffe helfen: Laufenten!