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Frühling

Ab wann kann man den Balkon wieder bepflanzen?

Ab wann kann man Balkonkästen wieder bepflanzen?
Wann ist der beste Zeitpunkt, um den Balkon wieder zu begrünen? myHOMEBOOK hat Tipps für die Balkonbepflanzung im Frühjahr.Foto: Getty Images

Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen und den steigenden Temperaturen steigt auch die Vorfreude, den Balkon endlich aus dem Winterschlaf zu holen. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt diesen neu zu bepflanzen? Und welche Pflanzen eignen sich hierfür?

Der Frühling startet bekanntermaßen bereits im Herbst. Wer sich an einem frühlingshaften Balkon erfreuen möchte, sollte also schon im Herbst die Blumenzwiebeln der Frühblüher in die Balkonkästen eingepflanzt haben. Auf diese Weise lässt sich das Erwachen der Natur auf ganz natürliche Weise miterleben. Ein weiterer Vorteil: Die Blumen blühen zwar mitunter später, sind aber resistenter gegenüber Kälte und Wind. Doch auch wer seinen Balkon im Herbst nicht für den Frühling vorbereitet hat, muss keinesfalls auf eine bunte Blumenpracht verzichten. Ab wann man den Balkon wieder bepflanzen kann und worauf man dabei achten sollte, erfuhr myHOMEBOOK von Nicola Fink vom Fachverband Deutscher Floristen e. V.

Welche Pflanzen kann man schon zeitig auf dem Balkon pflanzen?

  • Frostunempfindliche Frühjahrsblüher: Stiefmütterchen, Hornveilchen, Traubenhyazinthe, Winterling und die Lenzrose trotzen Frost relativ gut. Osterglocken, Primeln oder Tulpen vertragen Frost dagegen nicht.
  • Vorgezogene Frühjahrsblüher: Wer im Herbst seine Balkonkästen nicht auf den Frühling vorbereitet hat, kann auf vorgezogene Frühjahrsblüher aus dem Blumenhandel, der Gärtnerei oder der Baumschule zurückgreifen. Die Empfehlung der Expertin: „Die typischen Frühlingsboten (Zwiebelblumen), wie Krokusse, Narzissen, Hyazinthen, Tulpen und Mini-Traubenhyazinthen, können momentan sehr gut eingepflanzt werden. Empfehlenswert sind bereits vorgezogene Pflanzen. Diese vorangetriebenen Blumenzwiebeln in kleinen Töpfen blühen durch eine spezielle Temperaturbehandlung in der Regel sogar schon vor ihren Artgenossen, die sich erst durch das Erdreich hindurch arbeiten müssen. Ergänzend hierzu können auch farbenfrohe Primeln und Bellis gepflanzt werden. Hier empfiehlt es sich aber, die Pflanzen in kalten Nächten abzudecken.“ Da diese Pflanzen in warmen Gewächshäusern vorgezogen wurden, sind sie kälteempfindlicher und sollten langsam an die Temperaturen auf dem Balkon gewöhnt werden.
  • Mediterrane Kräuter: Ab Mitte April können auch mediterrane Kräuter, wie Lavendel oder Minze, in die Balkonkästen gepflanzt werden. Sie können leichte Nachtfröste gut verkraften.
  • Herbstpflanzen: Eine alte Gärtnerweisheit besagt, dass man im Herbst Frühlingsblumen und im Frühling Herbstblumen pflanzen solle. Demzufolge können im April bereits Gewächse gepflanzt werden, die erst im Herbst blühen sollen, wie beispielsweise Wunderblume, Montbretien oder Schokoladenblume.

Welche Pflanzen sollte man im Frühling noch nicht auf dem Balkon pflanzen?

Mit der Sommerbepflanzung sollte jedoch unbedingt gewartet werden, bis die Gefahr der späten Nachtfröste vorbei ist. Die Eisheiligen (11. bis 15. Mai) bieten dafür immer eine gute Orientierung. Beliebte Sommerblüher, wie Geranien, Margeriten und Begonien, also lieber erst ab Mitte Mai in die Balkonkästen pflanzen.

Hierzu passend: So schützen Sie Ihre Pflanzen vor Frost

6 Tipps für das Bepflanzen des Balkons

  • Balkonkästen: Balkonkästen vor dem neuen Bepflanzen unbedingt gründlich reinigen. So kann man vermeiden, dass alte Krankheitskeime an die neu gepflanzten Pflanzen gelangen.
  • Blumenerde: Stets frische, den jeweiligen Pflanzenbedürfnissen entsprechende Blumenerde verwenden.
  • Drainage: In denBlumenkästen eine Drainage anlegen. Auf diese Weise kann man Staunässe vermeiden. Gegebenenfalls die Löcher in den Balkonkästen nachbohren. „Gerade weil es im Frühjahr häufig regnet, ist es wichtig, einen Wasserablauf zu gewährleisten. Frühjahrsblüher mögen es überhaupt nicht, mit den ‘Füßen‘ im Wasser zu stehen“ , so Nicola Fink. Eine bewährte Drainage-Methode: Den Boden des Balkonkastens mit Kieselsteinen, Blähton oder Tonscherben auffüllen und anschließend mit Blumenerde füllen.
  • Pflanzkombinationen: Grundsätzlich lassen sich Frühblüher sehr gut miteinander kombinieren. „Erlaubt ist, was gefällt. Es finden sich für jeden Farb- und Blütengeschmack die richtigen Blüten- und Blühkombinationen“, weiß Nicola Fink. Neben den klassischen Frühblühern sieht die Expertin in diesem Jahr einen ganz besonderen Trend für den Balkonkasten: Lenzrosen.
  • Pflanzabstand: Die Pflanzen sollten mit einer guten handbreit Abstand (min. 5 cm) gepflanzt werden. So haben sie genug Platz zum Wachsen und behindern sich nicht gegenseitig.
  • Düngen: Ein spezieller, auf die jeweiligen Pflanzen abgestimmter Dünger, kann die Lebensdauer der Pflanzen deutlich verlängern.

Diese Frühblüher bringen den Frühling auf den Balkon

Inspiration gefällig? Krokusse, Tulpen, Narzissen und Traubenhyazinthen sind typische Vorboten des Frühlings und die Klassiker unter den frühlingshaften Zwiebelblumen. Doch auch Stiefmütterchen, Alpenveilchen und Primeln sind für die frühe saisonale Balkonbepflanzung geeignet – allerdings erst, wenn die Gefahr der Nachtfröste vorbei ist.

Lenzrosen (Helleborus orientalis)

Lenzrosen richtig pflegen
Lenzrosen gelten aus FrühlingsvorbotenFoto: Getty Images

„Eine besondere Beauty in wunderschönen Trendfarben ist die Lenzrose. Sie gehört zu den ersten Blumen, die im Frühjahr für Farbe auf dem Balkon und im Garten sorgt“, schwärmt die Expertin im myHOMEBOOK-Interview. Ursprünglich in der Türkei und Kaukasus-Region beheimatet, blüht die Lenzrose in hiesigen Gefilden von Februar bis April. Diesen außergewöhnlichen Frühjahrsblüher gibt es in den Trendfarben Rosa, Rot, Creme, Weiß, aber auch Grün, teilweise sogar mit exotischen Punktierungen der Blüte.

Hierzu passend: Lenzrosen richtig pflegen, bewässern und schneiden

Tulpen (Tulipa)

Tulpen eignen sich, um die Balkonkästen im Frührjahr wieder zu bepflanzen
Die Blütenblätter der Tulpen sind übrigens essbarFoto: Getty Images

Es gibt sie in diversen Farbvarianten, unzähligen Blütenformen, -größen und -zeiten: Die Tulpe, der Klassiker unter den Frühjahrsblühern, erfreut sich Jahr für Jahr großer Beliebtheit. Ursprünglich in Vorderasien beheimatet, kam die Tulpe im 16. Jahrhundert nach Europa. In Holland war sie einst Liebhaberobjekt der High Society und heiß begehrtes Spekulationsgut. Aber auch in hiesigen Balkonkästen und Kübeln macht sich dieser Frühblüher sehr gut.

Ranunkeln (Ranunculaceae)

Mit Ranunkeln kann man den Balkon und Balkonkästen im Frühjahr bepflanzen
Mit Ranunkeln lässt sich der Balkon frühlingshaft bepflanzenFoto: Getty Images

Sie beeindrucken mit ihren Blütenbällen in knalligen Farben: Ranunkeln bringen den Frühling auf den heimischen Balkon. Je nach Wetterlage blüht dieser Frühjahrsblüher schon sehr zeitig im Jahr. Ideal für Ranunkeln ist ein sonniger Standort. Die Erde im Balkonkasten sollte nährstoffreich und durchlässig sein.

Primeln (Primula)

Primeln in einem Beet
Die wortwörtliche Bedeutung der Primel heißt „Die Erste“. Und in der Tat blüht die Primel als eine der ersten Frühblüher bereits im Januar.Foto: Getty Images

Auch dieser Klassiker unter den Frühjahrsboten bringt knallige Farben auf den Balkon. Primeln gibt es nicht nur in diversen Farbvarianten, sondern auch mit unterschiedlichen Blütenständen. Ob mit langen Ähren, etagenförmig, mit Kugeln oder Dolden – langweilig sind Primeln keinesfalls, aber immer wieder ein Hingucker.

Hornveilchen (Viola cornuta)

Hornveilchen blühen in einem Beet neben Tulpen
Hornveilchen können von April bis Juni blühenFoto: Getty Images

„Ein wirklich perfektes Frühlings-Duo sind Primeln und Hornveilchen mit ihrer vielfältigen Farbenpracht und robusten Konstitution. Beide fühlen sich im Halbschatten wohl, benötigen wenig Licht und sie öffnen mit kunterbunten Farbverläufen die Herzen“, weiß Blumen-Expertin Fink.

Traubenhyazinthen (Muscari)

Traubenhyazinthen wachsen in zwei Bastkörben
Auch Traubenhyazinthen dürfen in keinem frühlingshaften Balkonkasten fehlenFoto: Getty Images

Sie gehören mit zu den ersten Frühblühern im Jahr, sind sehr anspruchslos und die kleinen Frühjahrsboten können ganze Flächen in einen kräftig blauen Teppich verwandeln. Traubenhyazinthen blühen von April bis mitunter sogar Juni. Kombiniert mit Märzenbecher, Narzissen, Bellis oder Tulpen verwandeln sie jeden Balkonkasten in ein kunterbuntes, frühlingshaftes Farbenmeer.

Garten-Stiefmütterchen (iola × wittrockiana)

In einer Schale befinden sich bunte Stiefmütterchen
Stiefmütterchen lassen sich wunderbar mit anderen Frühblühern im Balkonkasten kombinieren, sind aber auch einzeln ein frühlingshafter HinguckerFoto: Getty Images

Stiefmütterchen lassen sich wunderbar mit anderen Frühblühern kombinieren. Um sich lange an den farbenfrohen Gewächsen erfreuen zu können, sollte der Boden im Balkonkasten gut vorbereitet sein. Ideal ist ein humus- und nährstoffreicher Boden. Sehr wichtig zum Gedeihen der zweijährigen Blumen ist auch eine ausgeglichene Wasserversorgung. Wer seinen Balkon mit Stiefmütterchen bepflanzen möchte, sollte daher unbedingt Wert auf eine gute Drainage der Balkonkästen legen. Nasse Füße, aber auch starke Sonneneinstrahlung mögen Stiefmütterchen nicht.

Alpenveilchen (Cyclamen)

Alpenveilchen blühen im Frühling
Mitunter blühen Alpenveilchen draußen auf dem Balkon im Frühling besser als in der warmen Wohnung. Doch Vorsicht: Für Haustiere und auch den Menschen sind Alpenveilchen giftig.Foto: Getty Images

Für viele sind sie klassische Zimmerpflanzen. Doch auch auf dem Balkon bringen sie im Frühling frische Farbe ins Spiel: Alpenveilchen. Ideal für diese Gewächse sind Temperaturen zwischen zehn und 15 Grad Celsius. Und auch wenn es Alpenveilchen durchaus kühler mögen, Frost vertragen sie nicht.

Narzissen (Narcissus)

Blühende Narzissen
Narzissen gibt es in diversen Sorten, Blütengrößen, -formen und -farbenFoto: Getty Images

Auch sie gehören zu den klassischen Frühblühern: Narzissen. Im Balkonkasten lassen sie sich ideal mit Krokussen, Märzbecher und Traubenhyazinthen kombinieren. Weniger verträglich sind Narzissen allerdings mit Tulpen aufgrund ihrer sehr unterschiedlichen Ansprüche. Narzissen mögen einen feuchten Boden, Tulpen hingegen einen mäßig trockenen.