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Minusgrade drohen

Tipps für Frostschutz bei Pflanzen im Winter

Tipps für Frostschutz bei Pflanzen
Viele Outdoor-Pflanzen brauchen einen Frostschutz, um niedrige Temperaturen unbeschadet überstehen zu könnenFoto: Getty Images

Wenn die Temperaturen im Herbst sinken, brauchen kälteempfindliche und winterharte Pflanzen Schutz, um beim ersten Frost keinen Schaden zu nehmen. Wie man das richtig macht und worauf man in der kalten Jahreszeit außerdem achten muss, erfuhr myHOMEBOOK im Gespräch mit einem Umweltexperten des Pflanzenschutzamtes.

Um Pflanzen bestmöglich auf den Winter vorzubereiten, brauchen sie ausreichenden Frostschutz. Die richtige Variante kann je nach Art der Pflanze variieren.

Frostschutz für Pflanzen im Beet

Beete muss man im Herbst abdecken. Dafür kann man Schnittgut von Sträuchern verwenden. Wichtig ist, dass das Schnittgut abgelagert wurde, damit es nicht zu sauer ist, wie ein Pflanzenexperte des Pflanzenschutzamtes auf Nachfrage von myHOMEBOOK betonte. Denn sonst könnte es herbizid wirken und das Pflanzenwachstum hemmen. Als Faustregel gilt daher: Das Schnittgut erst ein bis zwei Jahre liegen lassen oder aber mit Kompost mischen. „Außerdem sollte man kein nasses Laub nehmen, denn sonst können die Beete darunter anfangen zu faulen. Am besten mischt man deshalb das Schnittgut mit Ästen und Zweigen“, so der Experte weiter. Das Gemisch gibt man auf die Beete und legt darüber das Mischmaterial aus frischem Laub und etwas Rasenschnitt.

Sie können Beet-Pflanzen auch mit einer Vlies-Decke vor Frost und Schnee schützen. Die ist wasser- und lichtdurchlässig, wärmeisolierend und dient außerdem als guter Verdunstungsschutz.

Wichtig: Decken Sie Pflanzen nicht mit luft- und lichtundurchlässigem Material ab. Wenn sie keine Luft kriegen, fangen sie an zu schwitzen und treiben gegebenenfalls zu früh aus. Bei ausbleibendem Licht wäre außerdem eine Fotosynthese nicht mehr möglich. Dadurch würde die Pflanze Schaden nehmen.

Frostschutz für große Pflanzen

Auch große Pflanzen wie Palmen oder Olivenbäume müssen nicht auf einen Frostschutz im Winter verzichten. Im Handel gibt es XXL- oder Mega-Vlies-Hauben, unter denen auch sie Platz finden. Die legt man einfach über die Pflanze und verschließt sie mithilfe eines Reißverschlusses oder einer Kordel.

Frotschutz für große Pflanzen
Mit einem extragroßen Frostschutz überstehen auch größere Pflanzen den Winter unbeschadetFoto: Getty Images

Pflanzen mit grünem Stängel schützen

Pflanzen mit grünem Stängel packt man im Herbst am besten in einen Jutesack. Den stülpen Sie einfach locker über die Pflanze und binden ihn am Stängel zusammen. Das macht man beispielsweise bei Hochstammrosen. Wichtig ist hierbei, dass die empfindliche Veredelungsstelle der Rosen geschützt ist. Ist dies nicht der Fall, geht die Pflanze kaputt.

Bei normal-hohen Rosensorten bietet sich diese Methode nicht an. „Bei ihnen ist die Veredelungsstelle meistens am Wurzelhals. Die sollte man kurz über dem Boden per Anhäufeln mit Erde oder einem Gemisch aus Mutterboden und Kompost schützen“, erklärt der Umweltreferent gegenüber myHOMEBOOK.

Mit Jutesäcken Pflanzen vor dem Winter schützen
Jutesäcke sollten vorsichtig und locker auf Rosen und Co. gesetzt werdenFoto: Getty Images

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Kübel- und Topfpflanzen vor Frost schützen

Die größte Gefahr für Kübel- und Topfpflanzen im Freien ist dem Umweltreferenten zufolge, dass die Töpfe durchfrieren: „Um dies zu verhindern, sollten Sie die Erde mit einer Laubschicht, etwa 15 cm, locker abdecken, damit der Frost nicht eindringen kann und der Boden feucht bleibt.“

Zudem sollten Sie den Topf mit einem Schutzmaterial umwickeln. Dafür eignen sich Fasermatten aus Kokos, Bast, Schafwolle oder Vlies. Auch Strohballen oder alte Teppiche sind möglich – machen aber optisch vielleicht weniger her. Zwischen diese Schutzhülle und den Topf gehört eine zusätzliche Schicht Stroh oder Laub, genauso wie zwischen den Pflanztopf und den Kübel.

Schutz für junge Pflanzen, Stauden und Bäume

Bei jungen Pflanzen und Bäumen besteht die Gefahr, dass sie bei sinkenden Temperaturen Frostrisse im Stamm bekommen. Als Frostschutz-Maßnahme müssen Sie die Stämme dieser Pflanzen daher im Winter mit einer Vlies-Decke, mit Schafwolle oder Jute umwickeln.

Frostrisse bei jungen Pflanzen im Winter
Jungen Pflanzen und Bäumen droht, im Winter Frostrisse zu erleidenFoto: Getty Images

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Die richtige Pflege bei frostfreien Wintertagen

Das passiert vor allem bei Frösten, die mit kaltem Wind einhergehen. Er entzieht dem Boden und damit der Pflanze Wasser.

Deshalb ist es wichtig, dass Hobbygärtner ihre Pflanzen tiefgründig bewässern. „Kleinere Stauden am besten mehrfach hintereinander, sodass der ganze Wurzelballen durchfeuchtet ist. Bei größeren Bäumen braucht man eine größere Wassermenge. Und das nicht nur ab und zu, sondern einmal die Woche gründlich und tiefgründig – auch im tiefen Winter bei Minusgraden“, so der Experte.

Topfpflanzen im Winter gießen

Am besten fühlen Sie einmal pro Woche, ob die Erde noch feucht ist. Wenn dies nicht der Fall ist, sollten Sie der Pflanze etwas Wasser geben. Am besten gießt man tagsüber, denn nachts sinken die Temperaturen meist und das Wasser könnte dann gefrieren.

Geben Sie den Pflanzen nicht zu viel Wasser, denn sonst könnte Staunässe entstehen. Wenn etwas vom Gießwasser in den Untersetzer läuft, sollten Sie dies beseitigen, damit es nicht gefrieren kann. „Außerdem können die Töpfe platzen, die Gefahr besteht immer, wenn die Töpfe zu feucht sind. Es ist ein Zwischenspiel zwischen ausreichend Feuchtigkeit und Frost. Trotz des Frostes sollte man aber unbedingt regelmäßig gießen“, merkte der Umweltexperte an.

Beet-Pflanzen im Winter gießen

Das Beet sollte nur bewässert werden, wenn der Boden angetaut ist und kein Frost für die kommenden Tage angesagt ist. Ansonsten würde das Gießwasser gefrieren. Wichtig ist laut des Experten auch, dass im Herbst gesetzte Pflanzen dauerhaft bewässert werden: „Viele vergessen das, wenn es friert. Das ist aber wichtig, denn Pflanzenwurzeln haben an der Spitze kleine Salzkristalle. Die müssen permanent Wasser saugen, sonst sterben sie.“

Übrigens: Ob eine Pflanze den Winter unbeschadet überstanden hat, zeigt sich erst im Frühjahr, wenn die Pflanzen wieder austreiben wollen. Wenn sie zu wenig Wasser bekommen haben, sind sie vertrocknet und können sich von diesem Schaden nicht mehr erholen.