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Sinningia optimal pflegen

So blüht die Gloxinie länger als eine Saison

Gloxinie
Die Gloxinie verzaubert mit attraktiven Blüten in Violett, Blau, Rosa, Rot und WeißFoto: dpa picture alliance

Die blütenreiche Gloxinie hat sich als südamerikanischer Export auch in unseren Breiten längst als beliebte Zimmerpflanze etabliert. Meist treiben die Blüten nur einmal aus. Mit etwas Geduld und der passenden Pflege kann die Gloxinie zu Hause erneut zum Blühen angeregt werden.

Zu Unrecht haftet der Gloxinie – lateinisch Sinningia – ein etwas verstaubtes Image an. Optisch fügt sie sich auch eher in eine Reihe mit Primeln, Alpenveilchen und Geranien ein. Sorten mit gefüllten Blüten erinnern aber an Rosen. Zwischen Juni und August blüht die Gloxinie attraktiv und ausdauernd und bringt tropisch-sommerliches Flair in die eigenen vier Wände.

Aussehen der Gloxinie

Sinningia ist eine eher kleine Zimmerpflanze, die maximal 30 Zentimeter hoch wird. Die Blätter wachsen buschig aus den Knollen in der Erde heraus, sind rosettenartig angeordnet. Weich und samtig fassen sich die einzelnen Blätter der Gloxinie an. Aus der Blattrosette wachsen schließlich die Blüten hervor. Diese können je nach Sorte trichterförmig geformt sein oder gefüllt. Die Farbpalette reicht von bläulich-violett, über Weiß bis hin zu Rot- und Rosatönen. Somit fügt sich die Gloxinie in fast jedes Zuhause farblich passend ein.

Am besten kommen Sorten mit den eher langen, trichterförmigen Blüten in einer Blumenampel zur Geltung. Auch ein eher hoher Topf verhindert, dass die hübschen Blüten aufliegen. Gloxinie-Sorten mit gefüllten Blüten bilden eher kürzere Blütenstiele aus. Hier sind auch andere Topfformen denkbar. Besonders harmonisch wirkt Sinningia in einem Topf, der dem Farbspektrum der Blüten entspricht. So wird mit der Zimmerpflanze ein stimmiger Farbakzent besonders in sonst eher neutral gehaltenen Räumen gesetzt.

Standort

Da die Gloxinie aus Mittel- und Südamerika stammt, bevorzugt sie auch als Zimmerpflanze eher eine warme und feuchte Umgebung. Direktes Sonnenlicht sollte vermieden und dennoch ein heller Standort ausgesucht werden. Möglichst nicht direkt neben oder über einer Heizung, da trockene Heizungsluft der Gloxinie schadet.

Gießen, Düngen und Umtopfen

  • Gießen: Die Gloxinie braucht eher mäßig viel Wasser. Zwischen den Wassergaben tut es der südamerikanischen Pflanze gut, wenn der Wurzelballen leicht austrocknet. Das Gießwasser sollte außerdem nicht eiskalt und direkt aus der Leitung kommen. Leitungswasser ist meist zu kalkhaltig. Am besten eignet sich zimmerwarmes Regenwasser. Gegossen wird Sinningia idealerweise nicht von oben, sondern indirekt über den Übertopf oder Untersetzer. Wasser, dass sich in der Blattrosette sammelt, verträgt die Gloxinie eher nicht gut.
  • Düngen: Die im Handel angebotenen Pflanzen sind in der Regel in Erde mit einem ausreichenden Nährstoffgehalt gepflanzt, sodass auf zusätzliche Düngergaben erst einmal verzichtet werden kann. Wer es schafft, die Gloxinie länger als eine Saison zu kultivieren, kann im Frühjahr einmal in der Woche Kakteendünger geben.
  • Umtopfen: Ebenfalls im Frühling bietet sich das Umtopfen der Zimmerpflanze an. Wer es geschafft hat, die Gloxinie über den Winter zu bringen, kann den Knollen vor dem ersten Austreiben einen leicht größeren Topf gönnen. Der Topfboden sollte mit Kies oder Blähton ausgelegt werden, darüber wird Blumenerde geschichtet. So kann Gießwasser leichter ablaufen und Staunässe wird verhindert.

Schnitt und Vermehrung der Gloxinie

Die Zimmerpflanze benötigt keinen Schnitt. Nachdem sie vollständig verblüht ist, verwelkt die ganze Pflanze und zieht sämtliche Energie somit in die Knollen zurück.

Vermehrungsfreudig ist die Gloxinie in unseren Breiten eher nicht. Möglich ist es sowohl über eine Aussaat der Samen der Pflanze oder Blattstecklinge. Hierbei müssen Wachstumsbedingungen von durchgehend 25 Grad Celsius herrschen. Dennoch kann es selbst dann bis zu sechs Monate dauern, bis die Saat austreibt oder die Blattstecklinge Wurzeln schlagen und anwachsen.

Gloxinie überwintern

Leider überlebt Sinningia meist nur eine Saison, da es eher schwierig ist, sie dauerhaft zu kultivieren. Für die Überwinterung benötigt die Pflanze vom südamerikanischen Kontinent einen sehr hellen Standort. Hier muss in der Regel zusätzlich für künstliche Belichtung gesorgt werden, am besten mit einer speziellen Pflanzenlampe. Lampen dieser Art dauerhaft zu betreiben kann sich gerade bei mehreren Pflanzen auch auf der Stromrechnung bemerkbar machen. Alle zwei bis drei Wochen wird die Knolle, die im Topf verblieben ist, nur wenig gewässert. Außerdem sollte die Temperatur nicht über 15 Grad Celsius hinausgehen. Die wenigsten Pflanzenliebhaber machen sich die Mühe, ihre Gloxinie jede Saison neu zum Leben zu erwecken. Wer Geduld und Muße mitbringt, wird dafür jedes Jahr aufs Neue mit den attraktiven Blüten belohnt.

Schädlinge und Krankheiten

Da die Gloxinie eine Tropenpflanze ist, reagiert sie besonders empfindlich auf zu trockene Raumluft. Das zeigt sie über eingerollte und vertrocknete Blätter an. Hier sollte alle paar Tage nachgegossen, Staunässe aber dennoch vermieden werden. Wer es mit dem Gießen zu gut meint, riskiert nicht nur Wurzelfäule, sondern im Zweifel auch Schimmel auf dem Substrat der Pflanze.

Zu den häufigsten Schädlingen bei der Gloxinie gehören:

Diese Schädlinge müssen frühzeitig bekämpft werden, um einen starken Befall und eine Ausbreitung auf weitere Zimmerpflanzen zu vermeiden. Für die Kontrolle bietet es sich an, beim Gießen vor allem Blatt- und Blütenunterseiten auf erste Untermieter zu untersuchen.

Garten-Gloxinien

Die Gloxinie als Zimmerpflanze ist nicht winterhart und verträgt keine Temperaturen unter 10 Grad Celsius. Es gibt aber spezielle Garten-Gloxinien, die resistent gegen bis zu -20 Grad Celsius sind. Da aber auch sie empfindlich gegen zu viel Nässe sind, gräbt man die Knollen nach der Vegetationsperiode im Spätsommer idealerweise aus, schlägt sie in Stroh oder Zeitungspapier ein und bewahrt sie an einem kühlen, aber trockenen Ort auf. Im Frühling werden sie dann erneut eingesetzt und treiben mit neuer Kraft aus.

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