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mit natürlichen Mitteln bekämpfen

6 nachhaltige Methoden, um Blattläuse zu bekämpfen

Hausmittel wie Rhabarberbrühe helfen gegen Blattläuse
Mit ihren Saugrüsseln stechen Blattläuse in Pflanzen und saugen den Pflanzensaft heraus Foto: Getty Images

In der Landwirtschaft verursachen Blattläuse jährlich immense Schäden. Doch auch Hobbygärtner und ihre Pflanzen bleiben nicht von den Schädlingen verschont. Wie man sie mit Hausmitteln effektiv loswerden kann, erklärt myHOMEBOOK.

Egal ob Zimmer- oder Gartenpflanzen: Blattläuse richten große Schäden an. Nicht nur ernähren sie sich von dem Saft der Pflanzen, sie übertragen dabei auch Pilzkrankheiten. Entdeckt man die Krankheiten nicht frühzeitig und behandelt sie nicht, sterben die Pflanzen. Mit chemischen Mitteln sollte man die Plagegeister aber nicht bekämpfen. Diese schaden zum Teil auch den Garten- und Zimmerpflanzen sowie der Umwelt. Besser sind diese 6 Hausmittel, um die Blattläuse effektiv zu bekämpfen.

1. Rhabarberbrühe – Hausmittel gegen Blattläuse

Um die Rhabarberbrühe herzustellen, brauchen Sie:

  • 500 Gramm grüne Rhabarberblätter
  • 3 Liter Wasser

Die Brühe gewinnen Sie aus zerkleinerten Rhabarberblättern, die Sie 24 Stunden in kaltem, abgestandenen Wasser, besser noch Regenwasser, einweichen. Anschließend kochen Sie den Absud kurz auf und lassen die Flüssigkeit eine halbe Stunde auf kleiner Flamme sieden. Lassen Sie die Flüssigkeit abkühlen und gießen diese durch ein Sieb in eine Spritz-Flasche ab. Nun können Sie Ihre Pflanzen mit der unverdünnten Rhabarber-Brühe zur Vorbeugung vor Blattläuse-Befall oder zur Abwehr einsprühen. Am besten dreimal hintereinander. Nützlicher Nebeneffekt: Die Rhabarber-Brühe wirkt auch als natürlicher Blattdünger.

2. Rhabarberjauche als Hausmittel gegen Blattläuse

Schädlichen Blattlaus- und Raupenbefall bekämpfen Sie äußerst effektiv mit einer ätzenden, gärenden Rhabarber-Pflanzenjauche. Wie der Name es schon verrät, wirkt der vergorene Sud auf die Schädlinge ziemlich ätzend. Für die Rhabarberjauche brauchen Sie:

  • 500 Gramm grüne Rhabarber-Blätter
  • 3 Liter Wasser
  • Eine Plastiktonne mit luftdurchlässiger Abdeckung

Und so stellen Sie Ihre eigene Jauche her: Wie bei der Rhabarberbrühe auch, setzen Sie den Jauche-Sud mit zerkleinerten Rhabarberblättern und abgestandenem Wasser oder besser Regenwasser an. Nach ein bis zwei Tagen fängt die Flüssigkeit an zu gären.

Sie können den Gärungsprozess unterstützen, indem Sie die Jauche-Tonne oder ein anderes Gefäß, das nicht aus Metall ist, an einem sonnigen Ort platzieren. Das Gebräu rühren Sie zweimal täglich um, durch die Sauerstoffzufuhr fördern Sie zusätzlich die Gärung. Nach drei bis vier Tagen ist der Jauche-Sud einsatzbereit. Achtung: Um Ihre Pflanzen zu schonen, verdünnen Sie die Jauche in einem Verhältnis von 1 zu 5.

Was an Jauche übrig bleibt, können Sie vollständig vergären lassen und als Blattdünger verwenden. Wenn die Jauche nach mindestens 14 Tagen aufhört zu schäumen, ist der Gärungsprozess abgeschlossen. Auch die komplett vergorene Rhabarberjauche müssen Sie im Verhältnis von 1 zu 5 stark verdünnen, bevor Sie diese ausbringen. Düngen Sie am Morgen oder abends, indem Sie die Jauche um die Pflanzen herum gießen, nicht jedoch direkt auf die Blätter.

3. Insekten mit Heißhunger auf Blattläuse

Marienkäfer sind für Blattläuse die größten Fressfeinde. Einmal auf einer Pflanze gelandet, suchen die Käfer diese systematisch nach Nahrung ab. Die Käferlarven werden oft für Schädlinge gehalten und vernichtet. Dabei vertilgen sie 100 Läuse pro Woche.

Neben Marienkäfern ernähren sich auch viele andere Insektenarten von Blattläusen. Darunter: Schweb- und Florfliege, Wespe, Ohrwurm. Sie können die kleinen Nützlinge ganz leicht anlocken, indem Sie Ihren Garten insektenfreundlich gestalten. Ein Insektenhotel ist schnell und günstig selbst gemacht: Da reicht schon ein Bündel Schilfrohr, ein Topf mit etwas Holzwolle gefüllt oder ein Scheit Totholz als Unterschlupf. Hier können Sie mehr zu dem Thema lesen.

4. Milch als Wunderwaffe gegen Blattläuse

Im Kühlschrank versteckt sich eine effektives und nachhaltiges Hausmittel, um Blattläuse zu bekämpfen. Die Rede ist von Kuhmilch. Diese enthält nämlich Lecithin und Milchsäure. Besprüht man befallene Pflanzen mit der weißen Flüssigkeit, können die Schädlinge nicht mehr atmen. Wie oft man die Pflanzen mit Milch behandeln sollte, erfahren Sie hier.

5. Mit Oregano gegen Blattläuse vorgehen

Auch im Gewürzschrank gibt es Hausmittel, die gegen Blattläuse effektiv sind, so zum Beispiel Oregano. Die in dem Gewürzkraut enthaltenen Substanzen sowie der intensive Geruch mögen Blattläuse überhaupt nicht. Richtig eingesetzt, ist somit auch Oregano eine nachhaltige Alternative zu chemischen Mitteln. Wie man am besten vorgeht, erfahren Sie hier.

6. Neemöl als nachhaltige Alternative

Im Gartenfachhandel oder in Drogerien finden Hobbygärtner Neemöl – eine weiteres natürliches Mittel gegen Blattläuse. Während man mit dem Öl die Schädlinge effektiv bekämpft, tut man zugleich den Pflanzen etwas Gutes. Wie man es richtig einsetzt, lesen Sie hier.

Übrigens: Oft wird auch beschrieben, dass Tabaksud gegen Blattläuse helfen soll. Davon ist jedoch abzuraten. Hier lesen Sie mehr zu dem Thema.

Weitere Hausmittel gegen Blattläuse

Befallene Stauden, wie etwa Rosen, können Sie mit einem Wasserstrahl abspritzen. Sie können die Stellen auch mit der Hand befreien: Einfach mit der behandschuhten Hand die Läuse abstreifen.

Hilfreich ist auch eine selbst angesetzte Seifenlauge. Dazu 20 Gramm Kali- oder Schmierseife in einem Liter Wasser verrühren und die befallenen Pflanzen damit behandeln. Schildläuse verstecken sich unter einem Wachsschild, Wollläuse sind behaart. Hier hilft ein Schuss Spiritus in der Seifenlauge.

Warum werden Pflanzen von Blattläusen befallen?

Die Gründe für einen Blattlaus-Befall können vielfältig sein: Die Pflanze steht zu dunkel, zu warm oder zu trocken. Die Folge: Die Zellstruktur wird weich, und die Blattläuse können die Pflanzenhaut leicht durchstechen. Auch Düngung kann eine Ursache dafür sein, dass eine Pflanze schlapp macht – insbesondere wenn sie zu viel Stickstoff und zu wenig Kalium bekommt.