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Natürlicher Pflanzenschutz

Rhabarberbrühe – die Geheimwaffe gegen Blattläuse

Hausmittel wie Rhabarberbrühe helfen gegen Blattläuse
Mit ihren Saugrüsseln stechen Blattläuse in Pflanzen und saugen den Pflanzensaft heraus Foto: Getty Images

Im Sommer sind sie eine gefürchtete Plage für jeden Hobby-Gärtner: Blattläuse. Die Insekten vermehren sich explosionsartig, verursachen große Schäden an den Pflanzen im Garten und in der Landwirtschaft. Dabei kann man sie ganz leicht loswerden. myHOMEBOOK verrät, wie Sie den Schädlingen mit einem natürlichen Pflanzenschutz auf die Pelle rücken!

Die Schäden, die Blattläuse in Gärten oder auch in der Landwirtschaft jährlich verursachen, sind immens. Sie ernähren sich von Pflanzensaft, den sie mit ihren Rüssel-Werkzeugen absaugen. Sie übertragen dabei einen schädlichen Pflanzenpilz – unbehandelt das Todesurteil für die befallenen Pflanzen. Viele Hobby-Gärtner wollen zur Schädlingsbekämpfung jedoch nicht gleich die Chemiekeule schwingen. Da empfiehlt sich ein natürliches Pflanzenschutzmittel, das jeder selbst zubereiten kann: unverdünnte Rhabarberbrühe und ätzende, gärende Rhabarberjauche. Klingt nicht lecker, ist aber sehr effektiv.

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Rhabarberbrühe

Um die Rhabarberbrühe herzustellen, brauchen Sie:

  • 500 Gramm grüne Rhabarberblätter
  • 3 Liter Wasser

Die Brühe gewinnen Sie aus zerkleinerten Rhabarberblättern, die Sie 24 Stunden in kaltem, abgestandenen Wasser, besser noch Regenwasser, einweichen. Anschließend kochen Sie den Absud kurz auf und lassen die Flüssigkeit eine halbe Stunde auf kleiner Flamme sieden. Lassen Sie die Flüssigkeit abkühlen und gießen diese durch ein Sieb in eine Spritz-Flasche ab. Nun können Sie Ihre Pflanzen mit der unverdünnten Rhabarber-Brühe zur Vorbeugung vor Blattläuse-Befall oder zur Abwehr einsprühen. Am besten dreimal hintereinander. Nützlicher Nebeneffekt:

Rhabarberjauche

Schädlichen Blattlaus- und Raupenbefall bekämpfen Sie äußerst effektiv mit einer ätzenden, gärenden Rhabarber-Pflanzenjauche. Wie der Name es schon verrät, wirkt der vergorene Sud auf die Schädlinge ziemlich ätzend. Für die Rhabarberjauche brauchen Sie:

  • 500 Gramm grüne Rhabarber-Blätter
  • 3 Liter Wasser
  • Eine Plastiktonne mit luftdurchlässiger Abdeckung

Und so stellen Sie Ihre eigene Jauche her: Wie bei der Rhabarberbrühe auch, setzen Sie den Jauche-Sud mit zerkleinerten Rhabarberblättern und abgestandenem Wasser oder besser Regenwasser an. Nach ein bis zwei Tagen fängt die Flüssigkeit an zu gären.

Sie können den Gärungsprozess unterstützen, indem Sie die Jauche-Tonne oder ein anderes Gefäß, das nicht aus Metall ist, an einem sonnigen Ort platzieren. Das Gebräu rühren Sie zweimal täglich um, durch die Sauerstoffzufuhr fördern Sie zusätzlich die Gärung. Nach drei bis vier Tagen ist der Jauche-Sud einsatzbereit. Achtung: Um Ihre Pflanzen zu schonen, verdünnen Sie die ätzende, gärende Spritz-Jauche in einem Verhältnis von 1 zu 5.

Was an Jauche übrig bleibt, können Sie vollständig vergären lassen und als Blattdünger verwenden. Wenn die Jauche nach mindestens 14 Tagen aufhört zu schäumen, ist der Gärungsprozess abgeschlossen. Auch die komplett vergorene Rhabarberjauche müssen Sie im Verhältnis von 1 zu 5 stark verdünnen, bevor Sie diese ausbringen. Düngen Sie am Morgen oder abends, indem Sie die Jauche um die Pflanzen herum gießen, nicht jedoch direkt auf die Blätter.

Insekten mit Heißhunger auf Blattläuse

Marienkäfer sind für Blattläuse die größten Fressfeinde. Einmal auf einer Pflanze gelandet, suchen die Käfer diese systematisch nach Nahrung ab. Die Käferlarven werden oft für Schädlinge gehalten und vernichtet. Dabei vertilgen sie 100 Läuse pro Woche.

Neben Marienkäfern ernähren sich auch viele andere Insektenarten von Blattläusen. Darunter: Schweb- und Florfliege, Wespe, Ohrwurm. Sie können die kleinen Nützlinge ganz leicht anlocken, indem Sie Ihren Garten insektenfreundlich gestalten. Ein Insektenhotel ist beispielsweise schnell und günstig selbst gemacht: Da reicht schon ein Bündel Schilfrohr, ein Topf mit etwas Holzwolle gefüllt oder ein Scheit Todholz als Unterschlupf.

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Was noch gegen Blattläuse hilft

Befallene Stauden, wie zum Beispiel Rosen, können Sie mit einem Wasserstrahl abspritzen. Sie können die Stellen auch mit der Hand befreien: Einfach mit der behandschuhten Hand die Läuse abstreifen. Hilfreich ist auch eine selbst angesetzte Seifenlauge. Dazu 20 Gramm Kali- oder Schmierseife in einem Liter Wasser verrühren und die befallenen Pflanzen damit behandeln. Schildläuse verstecken sich unter einem Wachsschild, Wollläuse sind behaart. Hier hilft ein Schuss Spiritus in der Seifenlauge.