Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Baumarktpartner
von myHOMEBOOK

Schädling

Die Narzissenfliege effektiv aus dem Garten vertreiben

Narzissenfliege: Eine ausgewachsene Narzissenfliege auf einer weißen Blüte
Pelziger Brummer: Die Larven der Narzissenfliege können Zwiebelpflanzen zum Problem werdenFoto: dpa picture alliance

Besonders die Larven der Narzissenfliege werden für Osterglocken und andere Frühlingsblumen gefährlich. Wie erkennt man den Schaden an den Pflanzen? Und welche Möglichkeiten gibt es, gegen Narzissenfliegen vorzugehen?

Die gute Nachricht zuerst: Wühlmäuse machen um Osterglocken und andere Narzissengewächse einen großen Bogen. Denn so lieblich die Frühlingsblumen anmuten – sie sind giftig. Und das bekommt den Nagern gar nicht gut. Die schlechte Nachricht: Es gibt Schadinsekten, denen das giftige Alkaloid in den Pflanzen nichts ausmacht. Darunter zählt die unter Blumenzüchtern und Hobbygärtnern gefürchtete Narzissenfliege (Merodon equestris). Nie davon gehört? Aber sicher schon einmal gesehen.

Wie sieht die Narzissenfliege aus?

Die Große Narzissenfliege ist mit bis zu 14 Millimetern Größe für eine Schwebfliege recht stattlich. Dennoch ist der dicke Brummer ein schneller und gewandter Flieger. Besondere Spezialität: Der Zweiflügler kann für einige Zeit in der Luft verharren – oder eben schweben. Besonders auffälliges Merkmal ist die pelzige Körperbehaarung, ähnlich der einer Hummel.

Ganz fies: Einige Arten der Narzissenfliege zeigen ein aggressives Territorialverhalten und vertreiben größere Insekten von nahrhaften Blüten. Erstaunlicherweise finden sich darunter auch mit Stacheln ausgestattete Hummeln. Narzissenfliegen halten sich gerne an sonnigen Plätzen im Garten und in der Nähe von Siedlungen auf.

Auch interessant: Achtung – diese heimischen Pflanzen sind giftig

Was macht die Narzissenfliege so gefährlich?

Ist mit Beginn des Sommers die Blütezeit vorüber, legen die trächtigen Weibchen unter den Narzissenfliegen rund 50 Eier auf den Blattachseln, verdorrten Blättern und Blütenkelchen vieler Zwiebelpflanzen ab, darunter vor allem Narzissen- und Liliengewächsen. Aber auch Speise- und Tulpenzwiebeln können befallen werden.

Sobald die Larven schlupfen, treibt sie der Hunger in Richtung der Blumenzwiebeln und Wurzeln. Dort angekommen, bohren sich die Larven in die Zwiebeln hinein und höhlen diese aus. Das hat zur Folge, dass befallene Zwiebeln von oben regelrecht eindellen. Für die nunmehr zu stattlichen Maden herangewachsenen Schädlinge stellt das kein Problem dar. Sattgefressen überwintern sie in der ausgehöhlten Zwiebel.

Auch interessant: 6 Pflanzen, die zum Gruseln schön sind

Welche Auswirkung hat der Befall für Narzissen?

Die Pflanze selbst kann hingegen kaum noch austreiben und wenn, wachsen ihre Blätter nur kurz an. Letztlich sieht das ganze ziemlich unschön und alles andere als lieblich aus: Die gestauchten Blätter vergilben. Wenn das Pflanzenwachstum nicht ganz eingestellt ist, verkümmern die Blätter schließlich noch während der Blüte.

Die Zwiebelspitzen zeichnen sich durch ein weiches und wabbeliges Erscheinungsbild aus. An den Zwiebeln selbst zeigen sich auffällig große Fraßlöcher – ähnlich wie bei Fruchtmumien ein Einfallstor für weitere Schädlinge wie Bakterien und Pilze. Befallene Zwiebeln lassen sich leicht zusammendrücken. Besonders unschön: Aus den Fraßlöchern quillt ein bräunlicher, stinkender Schleim heraus.

Welche weiteren Pflanzen sind von dem Schädling betroffen?

Narzissenfliegen fliegen auf Narzissen – aber nicht nur auf die. Neben Osterglocken gibt es eine Reihe weiterer frühlingshafter Amaryllis-Gewächse, denen die Narzissenfliege zu schaffen macht. Wie zum Beispiel Hyazinthen, Märzbecher, Schneeglöckchen. Die ausgewachsene Narzissenfliege labt sich zudem gerne auch mal fremden Blüten, darunter Blutstorchschnabel, Hahnenfuß, Löwenzahn. Narzissenfliegen

Auch interessant: Gräbt sich ein fleischfressender Wurm bald durch deutsche Gärten?

Wie kann man Zwiebeln vor Narzissenfliegen retten?

Wer Zwiebeln von Narzissen, Osterglocken, Hyazynthen und anderen Amaryllis-Gewächsen kauft, sollte sie zugleich auf einen Befall durch Narzissenfliegen überprüfen. Fresslöcher lassen sich mit dem bloßen Auge ausmachen.

Geben die Spitzen der Zwiebeln auf leichtes Drücken nach, kann man versuchen, Narzissen und Co. zu retten. Dazu die Zwiebeln für zwei Stunden in heißes Wasser (ideal: 45 Grad) legen. Infolge sterben die Schädlinge mitsamt anderer Krankheitserreger ab.

Liliengewächse kann man ebensowenig retten wie matschige und stinkende Narzissenzwiebeln. Diese sollten mitsamt der anhängenden Erde entsorgt werden. Aber nicht auf dem Kompost, sondern am besten im Hausmüll.

Wer mehr erfahren will: Auf der Homepage des Biologen Klaus Rennwald finden sich unzählige Bilder über die Narzissenfliege. Weitere Infos findet man auch auf dem Online-Portal natur-in-nrw.

Themen