Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Baumarktpartner
von myHOMEBOOK

Manche sind giftig

Welche Pilze wachsen in meinem Rasen?

Pilze im Rasen erkennen und bekämpfen
Wer sich auskennt, kann essbare Arten sogar ganz ohne Pilzsuche im heimischen Rasen erntenFoto: Getty Images

Pilze findet man nicht nur bei Waldspaziergängen und entlang von Wegesrändern. Auch im heimischen Garten und Rasen sprießen die kleinen Gewächse mitunter plötzlich über Nacht. Doch um welche Sorten handelt es sich eigentlich? Und sind die wild wachsenden Pilze aus dem eigenen Garten auch zum Verzehr geeignet?

Herbstzeit ist Pilzzeit. Praktisch, wenn die durchaus zeitintensive Suche im Wald entfällt und man Hutpilze gleich im eigenen Garten ernten kann. Doch auch wenn es sehr verlockend klingt: Viele der im Rasen sprießenden Pilze sind ungenießbar. Für den Rasen sind die vermehrt im Herbst wachsenden Pilze im übrigen meistens unbedenklich. Anders sieht es allerdings bei Pilzerkrankungen und Hexenringen aus. Diese können Rasenflächen schädigen.

Hexenringe im Rasen – was verbirgt sich dahinter?

Hutpilze wie der Wiesen-Champignon, der Nelken-Schwindling oder auch der Alkalische Rötling neigen dazu, sich in kreis- oder halbkreisförmiger Ausrichtung in sogenannten Hexenringen auszubreiten. Auf lange Sicht schädigen die Hexenringe mit ihren Pilzfruchtkörpern den Rasen. Trockenschäden und Verfärbungen sind die Folge. Wie man derartige Pilze aus dem Garten entfernt, erfahren Sie hier.

5 Pilzarten, die im heimischen Garten wachsen

Auch wenn eine Vielzahl der im Rasen wachsenden Pilze ungenießbar ist, gibt es durchaus Arten, die man nach eingehender Prüfung zu schmackhaften Speisen zubereiten kann. Doch Vorsicht: Einige dieser Pilzarten haben giftige Doppelgänger. Um eine Pilzvergiftung zu vermeiden, sollten deshalb nur Pilze verarbeitet werden, die sich zweifelsfrei bestimmen lassen:

1. Nelken-Schwindling (Marasmius oreades)

Zwei Nelken-Schwindlinge als Detailansicht im Wald
Der Nelken-Schwindling eignet sich gut zum Würzen oder als SuppenpilzFoto: Getty Images

Der Nelken-Schwindling zählt zu den essbaren Pilzen im heimischen Garten. Der auch als Feld-Schwingling oder Rasen-Schwingling bekannte Gartenpilz hat blasse Lamellen und einen leicht bräunlichen Hut. Dieser ist zwei bis sechs Zentimeter groß und erst gewölbt. Später breitet er sich flach aus. Die Hutränder wirken oftmals leicht ausgefranst. Bei Hobbygärtnern ist dieser Pilz nicht gern gesehen, zieht er den Rasen mit seinen Hexenringen in Mitleidenschaft.

Leider hat der Nelken-Schwindling zwei giftige Doppelgänger: den Karbol-Champignon und den tödlich giftigen Frühlings-Knollenblätterpilz. Wer ihn jedoch zweifelsfrei als Nelken-Schwindling identifiziert, kann den Hut und die Stielspitze wunderbar zum Kochen verwenden.

2. Riesenbovist (Calvatia gigantea)

Detailansicht Riesenbovist
Imposanter Anblick, aber leider ungenießbar: der RiesenbovistFoto: Getty Images

Kein Stiel, aber einen imposanten Durchmesser: Riesenbovisten können bis zu 50 Zentimeter groß werden. Ihre Kappe ist erst weiß, später rötlich-braun gefärbt. Leider beeindruckt dieser Pilz ebenfalls mit bis zu zehn Meter großen Hexenkreisen. Wer diesen Pilz in seinem Garten entdeckt, kann sich auf ein ergiebiges Mahl freuen: Der Champignonverwandte zählt zu den größten Speisepilzen.

3. Tintlinge (Coprinus sensu lato) im Rasen erkennen

Detailansicht Tintlinge im Moos
Tintlinge wachsen in vielen Gärten und neigen nicht zu HexenkreisenFoto: Getty Images

Pilzliebhaber unter den Hobbygärtnern werden sich über diesen Fund in ihrem Garten sicherlich freuen: Tintlinge, insbesondere Schopf-Tintlinge, gelten als ausgezeichnete Speisepilze mit mildem Geschmack. Auch den Rasen schonen sie. Sie bilden keine Hexenringe. Diese Pilzsorte erkennt man an ihren weißen, eichelförmigen Schirmchen. In späteren Wachstumsstadien werden diese allerdings glockenförmig. Alte Tintlinge zeichnen sich durch schwarze Fruchtkörper aus.

4. Weißer Anis-Champignon (Agaricus arvensis oder Psalliota arvensis)

Detailansicht Weißer Anis-Champignon
Dieser Champignonverwandte Weiße Anis-Champignon ist essbarFoto: Getty Images

Auch Weiße Anis-Champignons lassen sich mit etwas Glück in manchen Gärten entdecken. Mit ihren weißen bis cremefarbenen Hüten und den circa fünf bis 15 Zentimeter langen Stielen leuchten sie oftmals schon von Weitem. Signifikant ist ihr fleischiger Hut, der in frühen Stadien erst kugelförmig ist, sich später dann jedoch wölbt. Die Lamellen dieser Pilzart durchlaufen ebenfalls eine farbliche Verwandlung: von weißlich über weißlich-grau sind sie zuletzt schwarzbraun.

Der auch als Schaf-Champignon oder Schaf-Egerling bekannte Pilz zählt zu den essbaren Hutpilzen. Wer nach ihm Ausschau hält, sollte ihn jedoch keinesfalls mit dem tödlich giftigen Frühlings-Knollenblätterpilz verwechseln.

5. Gemeiner Riesenschirmling (Macrolepiota procera)

Detailansicht Gemeiner Riesenschirmling im Gras wachsend
Der Gemeine Riesenschirmling ist ein gern gesehener Gast in vielen Gärten, lässt er sich doch schmackhaft zubereitenFoto: Getty Images

Auch dieser Pilz ist im Garten wahrlich nicht zu übersehen: Den Gemeinen Riesenschirmling kennen viele Pilzsucher auch als Parasol oder Riesenschirmpilz. Sein Markenzeichen ist sein großer schuppiger Hut. Im Anfangsstadium erkennt man ihn an seinem paukenschlegelartigen Pilzkopf. Öffnet er seinen Schirm, reißt die Haut auf und die charakteristischen Schuppen entstehen. Bis zu 30 Zentimeter kann im Übrigen der Kopf eines solchen Pilzes werden.

Der Gemeine Riesenschirmling zählt ebenfalls zu den Champignonsverwandten und ist von Juli bis Oktober deutschlandweit häufig anzutreffen. Leider ist diese Pilzart bei Hobbygärtnern jedoch wegen ihrer Hexenkreistendenz weniger geschätzt. Roh sollte man den Gemeinen Riesenschirmling nicht verspeisen. Jedoch lässt er sich wunderbar wie ein Schnitzel panieren und braten. Auch in getrocknetem Zustand ist diese Pilzart ideal, um Speisen die notwendige Würze zu verleihen. Allerdings hat auch dieser Pilz mit dem ungenießbaren Spitzschuppigen Stachel-Schirmling, dem giftigen Gift-Safranschirmling und dem ebenfalls giftigen Chlorophyllum molybdites gefährliche Doppelgänger.

Auch interessant: Welche Baumpilze sind wirklich schädlich – und was kann man tun?

Sind Baumpilze giftig?

Nicht nur auf dem Rasen oder der Wiese wachsen Pilze. Auch an Gartenbäumen lassen sich Baumpilze finden. Obwohl sie den gewöhnlichen Speisepilzen ähneln, die man auch selbst im Garten anbauen kann, sollte man sie lieber nicht essen. Manche sind zwar durchaus zum Verzehr geeignet. Als Laie sollte man davon jedoch lieber absehen.

Einige Baumpilze sind nicht nur ungenießbar, sondern durchaus giftig. Dazu zählt unter anderem der Zimtfarbene Weichporling. Andere Baumpilze, wie der weitverbreitete Schwefelporling, können gesundheitsschädigend sein, wenn sie beispielsweise an einer giftigen Eibe wachsen. Im Zweifel gilt wie immer bei Pilzen: Sind Sie sich nicht sicher, sollten Sie unbedingt einen Experten konsultieren, der den Pilz genau bestimmen kann.