31. März 2026, 14:45 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Nicht nur klassischer Rasendünger sorgt für kräftiges Wachstum des Rasens. Auch Kalk kann die Entwicklung der Grünfläche unterstützen. Ein Experte erklärt bei myHOMEBOOK, wann sich diese Maßnahme lohnt und worauf dabei zu achten ist.
Die ersten warmen Sonnenstrahlen im Frühling möchte man im eigenen Garten genießen – am liebsten auf einer grünen, dichten Rasenfläche. Um diese zu erhalten, müssen die fehlenden Nährstoffe im Boden ergänzt werden. „Dies kann auch für das Nährelement Calcium zutreffen, welches gleichzeitig wesentlichen Einfluss auf den Säuregehalt des Bodens hat“, erklärt Dr. Harald Nonn von der Deutschen Rasengesellschaft auf myHOMEBOOk-Nachfrage.
Wann ist es nötig, den Rasen zu kalken?
Ob der eigene Rasen Kalk benötigt oder nicht, zeigt am besten ein Bodentest aus dem Baumarkt oder Fachhandel. Dieser misst den pH-Wert des Bodens, der laut Dr. Nonn unter anderem „die Nährstoffverfügbarkeit im Boden bestimmt“. Zeigt der Test einen niedrigen pH-Wert an, ist der Boden sauer und muss gekalkt werden.
Bei einem hohen pH-Wert über 7 ist der Rasen alkalisch und man sollte lieber auf das Kalken verzichten. Kalk würde der Rasenfläche nun schaden und ihn noch alkalischer machen. Liegt der Wert bei sandigen Böden unter 5,5 und bei lehmigen Böden unter 6, ist ein Kalken jedoch angebracht.
Ein Anzeichen für einen übersäuerten Boden kann starker Moosbefall sein. Hier kann man ruhigen Gewissens die Grünfläche kalken. „Eine direkte Bekämpfung des Mooses durch den Kalk erfolgt jedoch nicht“, stellt Dr. Nonn klar. Klee deutet hingegen eher auf einen alkalischen Boden hin.
Die Kalkmenge sollte auf die jeweilige Bodenstruktur angepasst werden: Sandige Böden sollten mit etwa 100 Gramm pro m² kohlensauren Kalk angereichert werden. Lehmige Böden profitieren von etwa 200 Gramm kohlensaurer Kalk (kein Branntkalk) pro m².
Der richtige Zeitpunkt zum Kalken
Damit der Rasen satt und grün wird, sollte man den richtigen Zeitpunkt zum Kalken wählen. Idealerweise nimmt man sich das Kalken für den späten Frühling vor. „Kalkt man zu früh im Jahr, fördert der Anstieg des pH-Wertes die Infektionsgefahr für die Pilzkrankheit Schneeschimmel“, erklärt Rasenprofi Dr. Nonn. „Gleiches gilt für den Herbst, wo spätestens im September eine Kalkung abgeschlossen sein sollte.“
Handschuhe nicht vergessen
Häufig erhält man Kalk als Granulat, das man am besten mithilfe eines Düngerstreuers verteilt. Diese kosten zwischen 20 und 40 Euro im Baumarkt. Kalkt man den Rasen von Hand, sollte man unbedingt daran denken, Schutzhandschuhe zu tragen. Direkter Hautkontakt sollte vermieden werden.
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Was nach dem Kalken wichtig ist
Nach dem Kalken sollte man an eine gründliche Bewässerung des Rasens denken. So kann der Kalk schnell in den Grund dringen und die Säure neutralisieren.
Nach dem Kalken mit dem Düngen warten
„Die nächste Düngung des Rasens sollte erfolgen, wenn der Kalk komplett aufgelöst und in den Boden eingedrungen ist. Manche Nährstoffe können in direktem Kontakt mit Kalk durch chemische Reaktionen verloren gehen oder im Boden fixiert werden.“
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Regelmäßig den pH-Wert des Bodens prüfen
Das Kalken der Rasenfläche ist nicht zu jeder neuen Saison erforderlich. Dennoch sollte man den pH-Wert des Bodens laut Dr. Nonn etwa alle 2 bis 3 Jahre messen. Hat das erste Kalken des Rasens nicht zum gewünschten Ergebnis geführt, kann man den Vorgang zum Beispiel im frühen Herbst wiederholen. Kalken „auf gut Glück“ ist nicht empfehlenswert und kann dem vielleicht schon strapazierten Rasen stark zusetzen.