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Bis in den Winter hinein

Pflege-Tipps für eine reiche Schwarzkohl-Ernte

Detailansicht gebündelter Schwarzkohl auf Schieferplatte
Schwarzkohl ist eine vitaminreiche und schmackhafte Bereicherung für die saisonale KücheFoto: Getty Images

In hiesigen Gegenden ist Schwarzkohl, auch bekannt als Palmkohl, noch relativ unbekannt. Zu Unrecht. Mit seinen vielen gesunden Inhaltsstoffen ist er ein wahres Superfood. Wie man das schmackhafte und pflegeleichte Herbstgemüse im Garten und Kübel kultiviert, pflegt und erntet.

Ob als vitaminreiches Superfood, beeindruckende Zierde im Staudenbeet oder schmackhafte Bereicherung im Gemüsebeet: Gründe, um Schwarzkohl anzupflanzen, gibt es viele. Allen voran sticht sein hoher Gehalt an Ballaststoffen, Eisen und Protein hervor. Zudem lassen sich in der Kohlsorte wertvolle Aminosäuren-Zusammensetzungen, viel Vitamin A und C, Eisen, Mineralstoffe sowie Kalium und Calcium finden. Spätestens mit seinem pflegeleichten Anbau punktet der Schwarzkohl dann wohl auch beim letzten Zweifler.

Woher stammt Schwarzkohl?

Grünkohl kennen die meisten, Schwarzkohl (Brassica oleracea var. palmifolia) hingegen die wenigsten. Dabei ist dieser streng genommen sogar der ältere Bruder des Grünkohls. Schon die alten Römer kultivierten das Gemüse mit den markanten langen, dunkel bis schwarz-grünen Blättern. Diesen verdankt er vermutlich auch seiner Bezeichnung als Palmkohl. So erinnern die zwischen 60 und 80 Zentimeter langen, leicht nach unten gerollten Kohlblätter stark an Palmenwedel.

In Italien ist er übrigens keineswegs in Vergessenheit geraten. Vor allem in der norditalienischen Toskana wird er seit Generationen angebaut. Wenig verwunderlich also, dass der Schwarzkohl auch gern als Italienischer Kohl, Toskanischer Kohl oder Cavolo Nero bezeichnet wird.

Wie kann man Schwarzkohl verwenden?

Schwarzkohl lässt sich ähnlich wie Wirsing zubereiten. Die frischen Blätter können aber auch wunderbar roh für grüne Smoothies und Salate verwendet werden. Ein besonders bekanntes Gericht ist übrigens die traditionelle portugiesische Suppe Caldo Verde. Auch in vielen toskanischen Wintereintöpfen findet man das schmackhafte Gemüse.

Schwarzkohl im Garten anpflanzen

Im Gemüsebeet ist noch Platz? Perfekt, denn die Kohlart lässt sich wunderbar einfach sowohl im Beet als auch im Kübel anpflanzen. Die wichtigsten Tipps:

  • Pflanzzeitpunkt: Schwarzkohl kann zu verschiedenen Zeitpunkten gesät und angepflanzt werden. Im Freiland ist eine Aussaat nach den Eisheiligen, also von Mitte Mai bis spätestens Anfang Juli möglich.
  • Vorzucht: Palmkohl kann auf dem Fensterbrett oder in Frühbeeten ab März vorgezogen werden.
  • Standort: halbschattiger bis sonniger, windgeschützter Standort
  • Boden: tiefgründig, reich an Nährstoffen bei einem pH-Wert von 6,5 – 8
  • Pflanzabstand: 50 x 50 Zentimeter
  • Kübel: Er lässt sich sowohl im Beet, Hochbeet, aber auch sehr gut im Kübel kultivieren. Als Kübelpflanze ist er zudem eine schöne Zierde.
  • Vorbereitung: Es empfiehlt sich den Boden vor dem Pflanzen mit Kompost oder organischem Langzeitdünger zu präparieren.
  • Mischkultur: Für eine reichhaltige Ernte und als Schutz vor Schädlingen und Krankheiten ist es sinnig, Palmkohl als Mischkultur zu kultivieren. Grundsätzlich sollte man deshalb Schwarzkohl nie neben Kohlarten anbauen.
  • Gute Beetnachbarn: Neben Spinat, Sellerie und Mangold gedeiht er sehr gut.

Auch interessant: 5 Kräuter, die man auch im Winter ernten kann

Schwarzkohl optimal pflegen

Der Pflegeaufwand für das schmackhafte zweijährige Herbstgemüse ist sehr überschaubar und beschert auch Gartenneulingen schnelle und zuverlässige Ernteerfolge.

Bewässerung

Die Kohlsorte braucht regelmäßig ausreichend Wasser.

Düngung

Schwarzkohl zählt zu den Starkzehrern, die regelmäßig mit organischem Dünger versorgt werden sollten.

Pikieren und jäten

Das Pikieren ist bei Schwarzkohl notwendig, Jäten nur dann, wenn man Schwarzkohl gesät und keine Jungpflanzen gekauft hat.

Frostschutz

Anders als Grünkohl ist Palmkohl nicht winterhart. Wer ihn überwintern lassen möchte, sollte deshalb unbedingt für einen ausreichenden Frostschutz, beispielsweise durch ein schützendes Vlies sorgen.

Der richtige Zeitpunkt zum Ernten

Bereits acht Wochen nach dem Aussäen kann man in den Genuss frischen Schwarzkohls kommen. Anders als Grünkohl benötigt dieser auch keinen Frost, um seinen vollen Geschmack zu entwickeln. Damit lässt er sich den ganzen Sommer bis in den Winter hinein ernten. Dabei gilt: Immer die größten Kohlblätter von unten nach oben abernten, nie jedoch die oberste Blattrosette! Auf diese Weise kann man immer wieder ernten. Schwarzkohl kann im Übrigen bis zu zwei Meter hoch werden.

Krankheiten und Schädlinge

Eine für Kohlarten typische Erkrankung ist die Kohlhernie. Diese kann auch den Schwarzkohl betreffen. Die schlechte Nachricht für Hobbygärtner: Die Krankheit lässt sich nicht direkt bekämpfen. Befallene Pflanzen sollte man umgehend mitsamt ihren Wurzeln aus dem Boden ziehen und anschließend im Hausmüll entsorgen.

Auf für Schädlinge wie die Kohlfliege und die Weiße Fliege und ihre Raupen ist der Schwarzkohl leider eine wahre Delikatesse. Wie man sie bekämpfen kann, erfahren Sie hier.