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6 Pflege-Tipps

Das müssen Sie tun, damit Ihr Rasen perfekt wird

Ein schöner Rasen ist kein Hexenwerk. Man muss nur ein paar Regeln und Grundlagen beachten
Ein schöner Rasen ist kein Hexenwerk. Man muss nur ein paar Regeln und Grundlagen beachtenFoto: Getty Images

Nur die wenigsten kriegen ihn hin und die meisten wollen ihn haben: einen gesunden, großflächigen Rasen – ganz ohne Macken. Gehören auch Sie zu jenen, denen der perfekte grüne Teppich bislang noch nicht vergönnt war? Dann hat myHOMEBOOK jetzt die ultimative Rasen-Formel für Sie, mit der Sie in Zukunft für einen ansehnlichen Rasen sorgen können.

1. Die richtige Rasenart wählen

Zuallererst müssen Sie die richtige Grassorte für die jeweilige Bodenbeschaffenheit wählen. In den meisten Fällen wählt man für den hauseigenen Garten einen Nutzrasen. Der ist unkompliziert, belastbar und trotzdem ansehnlich, wie die Deutsche Rasengesellschaft e. V. auf Nachfrage von myHOMEBOOK erklärt.

Wird der Hausrasen hingegen eh nicht betreten oder belastet, empfiehlt sich ein Zierrasen.

Allerdings müssen in beiden Fällen laut der Deutschen Rasengesellschaft die Standortbedingungen berücksichtigt werden. Das heißt: Wie schattig ist die Fläche, wie viel Hitze kriegt sie ab und wie trocken wird sie?

Daneben gibt es Rollrasen bzw. Fertigrasen. Der Vorteil im Vergleich zu Rasen, der erst gesät werden muss: Er bietet sofortiges Grün und ist schon drei bis vier Wochen nach der Verwurzelung mit dem Boden voll nutzbar. Hinweis: Ein Fertigrasen muss wie ein angesäter Rasen gepflegt werden.

Eine weitere Möglichkeit wäre eine Blühwiese. Sie ist im Vergleich zu den anderen Rasensorten bunter, hat einen geringeren Wasserbedarf und muss nur etwa einmal im Jahr beschnitten werden. Die perfekte Option also für Blumenliebhaber mit wenig Zeit und Lust auf aufwendige Pflege. Es kann zwischen einer strapazierfähigen und einer, die in erster Linie Beobachtung zulässt, unterschieden werden. Sinnvoll ist es bei beiden, Wege zu mähen.

2. Richtiges Aussäen

Am besten säen Sie Ihren Rasen im Herbst. Denn in diesen Monaten gibt es (in der Regel) genügend Regen, es ist nicht zu kalt, und im Boden ist noch die Wärme des Sommers gespeichert. Samen brauchen neben Wasser auch Bodentemperaturen von mindestens 10 Grad Celsius, um optimal zu keimen.

Gute Nachricht: Bis auf wenige Ausnahmen sei es – bei geeigneter Saatgutmischung und ausreichender Pflege – auf allen Böden möglich, einen schönen Rasen anzulegen und zu erhalten, so die Deutsche Rasengesellschaft weiter.

Für einen schönen Rasen müssen Sie auf Folgendes achten:

  • Sie brauchen ein gut vorbereitetes Saatbett, damit die Grassamen gleichmäßig keimen; vor dem Aussäen sollten Sie den Boden etwa 15 Zentimeter tief auflockern.
  • Zu schwere, lehmige Böden verbessern Sie durch Einmischen von Sand. Dadurch werden Böden durchlässiger für Luft und Wasser.
  • Sandige Böden verbessern Sie durch die Beigabe von gut umgesetztem Grünkompost (keine Rindenprodukte).
  • Nach einer tiefen Bodenbearbeitung sollte sich der Boden über einige Wochen absetzen.

Was beim Aussäen zu tun ist

Kurz vor der Einsaat sollte das Saatbett feinkrümelig sein. Dafür müssen Sie die ersten drei bis vier Zentimeter des Bodens von Steinen, Wurzelwerk oder anderen groben Teilen befreien.

Hinweis: Bei zu viel Saatgut behindern sich die Gräser gegenseitig, was Pilzkrankheiten zur Folge haben kann. „Im Allgemeinen ist eine Saatgutmenge von 20 bis 25 Gramm pro Quadratmeter für die Entwicklung eines dichten Rasens absolut ausreichend“, erklärt die Deutsche Rasengesellschaft gegenüber myHOMEBOOK.

Bei der Aussaat brauchen die Gräser Starter-Dünger mit viel Phosphor. Nach dem Ausbringen der Samen und des Düngers muss die gesamte Fläche mit einem Rechen abgezogen werden – auf diese Weise wird das Saatgut bis etwa einen Meter tief in den Boden eingeigelt und hat so den besten Bodenkontakt.

Über drei Wochen lang müssen Sie die Samen dann konstant feucht halten. Bei der optimalen Temperatur und der richtigen Bewässerung wächst das Gras etwa sechs Zentimeter in der Woche. Wenn es wärmer oder kälter ist, verlangsamt das Wachstum. Kommt es zum Bodenfrost, verfällt der Rasen in eine Art Ruhephase. Steigt die Temperatur wieder auf acht Grad, wachsen die Halme weiter.

Sobald das Gras acht bis zehn Zentimeter hochgewachsen ist, sollte der erste Schnitt erfolgen – allerdings nicht tiefer als fünf Zentimeter.

3. Richtiges Mähen

Die Dichte des Rasens wird durch regelmäßiges Mähen gefördert. Der Rasen sollte einmal in der Woche gemäht werden. „Es ist wichtig, eine Schnitthöhe zwischen 3,5 und 5 Zentimeter einzuhalten (im Schatten nicht unter 4,5 Zentimeter) und niemals mehr als die Hälfte der Aufwuchshöhe auf einmal abzuschneiden“, betont die Deutsche Rasengesellschaft.

Je tiefer man schneidet, desto empfindlicher würden die Gräser werden. Ein regelmäßiges Kürzen ist aber unabdinglich, denn das regt das großflächige Wachstum an. Normalerweise treibt der Rasen nach oben. Wenn er durch das Mähen gekürzt wird, muss er sogenannte Seitentriebe bilden, um die nötige Energie zu tanken – daraus entsteht dann eine große Rasenfläche.

4. Richtige Bewässerung

Rasengräser bestehen zu fast 80 Prozent aus Wasser. Wenn Sie ihn nicht richtig bewässern, wird er gelb und die Gräser sterben ab. Allerdings gibt es laut der Deutschen Rasengesellschaft keine Faustregel für das Bewässern von Gras. Es gibt aber einen Trick: Wenn Sie über den Rasen laufen und er sich nicht wiederaufrichtet, sollten Sie ihn wässern.

Generell gilt: Bei Trockenheit sollte Sie einmal pro Woche intensiv gießen. Am besten ist es, pro Quadratmeter 15 Liter zu bewässern. Auf diese Weise wachsen die Wurzeln in die Tiefe und der Rasen kommt auch mal eine Woche ohne Wassernachschub aus. Dabei geben Sie dem Boden so viel Wasser, dass er 15 bis 20 Zentimeter durchfeuchtet ist. Dies können Sie mit einem Spaten überprüfen. Einfacher ist es aber aufzuhören, wenn sich Pfützen bilden.

Hinweis: Im Sommer verdunsten im Garten etwa vier Liter Wasser pro Quadratmeter. Daher ist es zu dieser Jahreszeit nötig, den Rasen ein- bis zweimal die Woche gründlich zu bewässern. Am besten tun Sie dies abends, denn bei direkter Sonneneinstrahlung (beispielsweise in der Mittagssonne) würde das Wasser zu schnell verdunsten. Außerdem könnte der Rasen sonst verbrennen, da die Wassertropfen wie ein Brennglas wirken.

Außerdem wichtig: Bedenken Sie, dass Gräser unter Bäumen mehr Wasser benötigen.

5. Richtiges Düngen

Laut der Deutschen Rasengesellschaft gibt es viele Rasenflächen, die unter Nährstoffmangel leiden. Das erkennt man an einer nachlassenden Grünfärbung und am geringen Zuwachs. Gräser benötigen daher spezielle Nährstoffe:

  • Stickstoff (N): lässt das Gras wachsen, trägt zur besseren Grünfärbung bei
  • Phosphor (P): fördert das Wurzelwachstum, ist der Energieträger
  • Kalium (K): stärkt die Belastbarkeit der Pflanzen (gegen Trockenheit, Kälte, Krankheiten)

Damit allen Gräsern die richtige Art und Menge von Nährstoffen zur Verfügung steht, gibt es spezielle Rasenlangzeitdünger. Sie enthalten die Nährstoffe im richtigen Verhältnis, verbrennen bei richtiger Dosierung den Rasen nicht, wirken langanhaltend, fördern das Dichtewachstum und verhindern zu guter Letzt die Nitrat-Auswaschung.

Zierrasenflächen müssen zweimal pro Jahr gedüngt werden. Die erste Düngung mit einer Langzeitwirkung erfolgt zum Wachstumsbeginn im Frühjahr (etwa Mitte April), die zweite im Juli.

Sofern Ihr Rasen einer Belastung ausgesetzt ist, müssen Sie ihn dreimal im Jahr mit Langzeitdünger düngen (April, Juni und August). Hierbei gilt: Je höher der Verschleiß der Gräser, desto mehr Nährstoffe werden zum Auswachsen der Schäden nötig, so die Deutsche Rasengesellschaft zu myHOMEBOOK.

Außerdem sollte man beim Düngen darauf achten, dass man nicht zu viel verabreicht. Das erhöht das Risiko einer Pilzinfektion.

6. Richtiges Vertikutieren

Eine wichtige Pflegemaßnahme für den Rasen ist das Vertikutieren. Dabei wird die Grasnarbe der Rasenfläche angeritzt, um beispielsweise Moos zu entfernen und die Belüftung des Bodens zu fördern. Außerdem bilden nicht-mineralisiertes Schnittgut und abgestorbene Pflanzenreste Rasenfilz. Dadurch werden der Luftaustausch sowie die Wasser- und Düngerzufuhr behindert oder sogar ganz unterbunden. Mit dem Vertikutieren entfernen Sie den Filz und der Rasen kann wieder atmen. Am besten vertikutieren Sie Ihren Rasen daher mindestens einmal pro Jahr (März/April).

Beim Vertikutieren ist es wichtig, die Messer so einzustellen, dass sie den Boden nur leicht ankratzen und nicht tiefgründig umgraben. „Zu tiefes Vertikutieren schädigt die Rasenwurzeln und verschleißt das Gerät enorm. Idealerweise sind die Rasenfläche und der Boden zum Vertikutieren bereits an der Oberfläche abgetrocknet. Das Vertikutiergut muss natürlich von der Fläche entfernt werden“, erklärt die Deutsche Rasengesellschaft.

Wenn durch das Vertikutieren Löcher im Rasen entstanden sind, sollten Sie nachfolgend düngen, damit sich diese wieder verschließen. In größere Lücken muss nachgesät werden.