18. August 2025, 13:06 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Der August kann manchmal etwas wechselhaft sein. Heute regnet es und morgen ächzen wir in der Hitze. Gerade jetzt sollte man den Rasen nicht aus den Augen verlieren. Dr. Harald Nonn von der Deutschen Rasengesellschaft erklärt, was man im August bei der Pflege für den Rasen beachten sollte.
Bewässern
„Wässern ist bei anhaltender Trockenheit sehr wichtig“, erklärt Dr. Harald Nonn von der Deutschen Rasengesellschaft auf myHOMEBOOK-Nachfrage. „Man kann den Rasen ruhig ein bisschen nach Wasser suchen lassen. Wenn er nichts mehr findet, dann zeigt er das, durch das Dunkelfärben der Blätter an. Es gibt dann ein Graugrün. Wenn die Blätter sich nicht mehr aufrichten, wenn man darüber gelaufen ist, dann fehlt die Spannkraft in der Pflanze. Das heißt, es fehlt Wasser, und das ist der richtige Zeitpunkt, um wurzeltief zu bewässern“, erklärt der Experte.
Info: Wurzeltief bewässern heißt auf dem normalen Gartenboden, wenn wir etwa 15 Zentimeter Wurzeltiefe in aller Regel haben – das ist die Durchschnittstiefe bei Rasen –, ungefähr 20–25 Liter pro Quadratmeter. Davon kann sich das Gras gut eine Woche lang bedienen.
Wässert man nicht rechtzeitig, öffnet man auch dem Unkraut Tür und Tor: „Überall da, wo die Rasengräser nicht konkurrenzfähig sind, tauchen die Dinge auf, die wir im Rasen nicht haben wollen. Das kann an schattigen Stellen Moos sein, was sich relativ schnell, insbesondere bei wieder einsetzender Feuchtigkeit, ansiedelt. Das ist dann schneller da als die Gräser. Oder es sind irgendwelche Kräuter, die mit Trockenheit besser zurechtkommen, wie Wegerich zum Beispiel oder auch Löwenzahn oder Klee, der sich dann über die Ausläufer relativ schnell in diesen Lücken ausbreitet.“ Hat sich das Unkraut erst einmal breitgemacht, muss man handeln. Die Deutsche Rasengesellschaft bietet viele nützliche Informationen und Ratgeber im Umgang mit Unkraut und Wildwuchs.
Auf trockenresistente Gräser setzen
In manchen Sommern kommt es gebietsweise vor, dass Rasenbesitzer gebeten werden, ihren Rasen weniger bis gar nicht mehr zu bewässern. Ob diese Sichtweise sinnvoll ist, darüber streiten sich die Geister. Dr. Nonn empfiehlt in solchen Fällen auf trockenresistente Gräser zu setzen: „Wichtig ist, dass alle Rasengräser tief wurzeln können. Es gibt Rasengräser, die durchaus bis zu einem Meter oder sogar noch tiefer wurzeln können, und sie könnten sich damit auch in Trockenzeiten aus diesen tieferen Bodenschichten mit Wasser versorgen. Das sind zum Beispiel die Gräser, die man in Trockenrasenmischung verwendet“. Der Experte ergänzt aber auch, dass man Trockenrasen mögen muss. Er habe spezielle Eigenheiten. Der Rohrschwingel beispielsweise sei ein breitblättriges, grobes Gras, welches in unseren Breitengraden im Winter durchaus seine Schwierigkeiten hätte. „Winterfarbe, Winterhärte und Krankheitsanfälligkeit sind noch verbesserungswürdig“, erklärt Dr. Nonn.
Trick vom Experten
„Um zu wissen, wie lange man den Rasen wässern muss, um wirklich die Wurzeln erreicht zu haben, kann man nach etwa einer halben Stunde mit einem Spaten prüfen, wie tief das Wasser bereits in den Boden eingedrungen ist.“
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Düngen
Auch Düngen kann im August wichtig für den Rasen sein, erklärt Dr. Nonn. Es sei allerdings wichtig zu beachten, dass Dünger nur wirken, wenn sie in Wasser gelöst sind. Insbesondere Rasenlangzeitdünger haben ein geringes Verbrennungsrisiko, sodass sie keine Verbrennungen auf dem Rasen hinterlassen, allerdings empfiehlt der Experte eher Dünger zu verwenden, wenn es in absehbarer Zeit regnen könnte oder man den Rasen wässern möchte.
Mähen
Auch beim Mähen des Rasens gibt es im August einiges zu beachten, erklärt der Experte. Besonders zu erwähnen sei die Ein-Drittel-Regel: „Das heißt, maximal ein Drittel der Aufwuchshöhe abschneiden, damit genügend grüne Blattfläche übrigbleibt.“ Außerdem empfiehlt der Experte, die Schnitthöhe um einen Zentimeter anzuheben. Die Gräser würden sich dadurch gegenseitig beschatten und weniger Wasser verbrauchen.
Tipp vom Experten
„Wenn der Rasen im August während eines Urlaubs hochgewachsen ist, sollte man ihn stufenweise mähen, damit man nicht zu viele Blätter auf einmal entfernt. Ist der Rasen 12 oder 15 Zentimeter hochgewachsen, sollte man den Mäher auf die höchste Stufe stellen. Nach zwei bis drei Tagen kann man den Mäher auf die nächstniedrigere Stufe stellen. Es ist wichtig, den Rasen nach und nach wieder an das Mähen zu gewöhnen und immer genug Blätter stehenzulassen, dass er Photosynthese betreiben kann.“

