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Schwammspinner überschwemmen Dorf in Thüringen

Was Sie bei einer Raupen-Invasion tun können

Schwammspinner-Raupen – was tun gegen die Raupen-Invasion?
Sieben Zentimeter lang, haarig und sehr gefräßig: Schwammspinner-Raupen mögen es gern sonnig, wie hier an einer HauswandFoto: dpa picture alliance

Sie fallen in Scharen von Bäumen, kriechen durch Fensterritzen und richten große Schäden an. Eine Invasion von Schwammspinner-Raupen hält seit Tagen das Dorf Gera-Liebschwitz in Thüringen in Atem! Die Menschen sind verzweifelt, wissen nicht, was sie gegen die Horror-Raupen machen können, außer sie wegzufegen. Doch auch in anderen Regionen Deutschlands und Europas werden die Ekel-Raupen zunehmend zu einem Problem!

Schwammspinner-Raupen fallen Jahr für Jahr in ganz Deutschland über Laub-Wälder her, fressen Obstbäume kahl und greifen auch Zierbäume wie Hasel oder Hainbuche in heimischen Gärten an. Wird nichts gegen die Raupen-Invasion unternommen, überleben die befallenen Bäume den Kahlfraß nicht. Vor allem Eichenbestände sind betroffen, aber auch Rotbuchen und Kastanien. Widerlich: Bevor die Raupen zu einem Schadschmetterling mutieren, legen die Raupenweibchen bis zu 2000 Eier in ihr Gelege ab und bedecken dieses mit ihren braunen Afterhaaren. Das Eigelege sieht dann aus wie ein Schwamm, daher der Name des Schädlings.

Achtung: Die Haare des Schwammspinners können auch für Menschen gefährlich werden. Wer mit den Brennhaaren und deren Widerhaken in Kontakt kommt, kann starke allergische Reaktionen entwickeln, es drohen juckende Nesselsucht, Augenreizungen und Atemnot. Die Brennhaare werden außerdem über weite Strecken durch die Luft getragen.

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Wie kann man Schwammspinner-Raupen bekämpfen?

Um den Befall am und im Haus zu reduzieren, empfiehlt es sich, die Außenbeleuchtung im Garten oder an der Hausfassade auszuschalten. Denn Schwammspinner-Weibchen fliegen abends auf Lichtquellen zu, legen in der Nähe ihre Eier ab.

Eigelege beseitigen Sie beispielsweise mit einem Hochdruckreiniger oder einer Bürste. Sind die Raupen schon geschlüpft, müssen Sie diese einsammeln oder absaugen. Anschließend töten Sie die diese in heißem Wasser. Achtung: Tragen Sie dabei unbedingt robuste Gartenhandschuhe, eine Atemschutzmaske und Schutzkleidung!

Leimring oder Jute-Beutel zum Schutz

Als vorbeugende Maßnahme können Sie im Herbst einen Leimring um den Stamm ihres Obst- und Zierbaums legen. Dieser hindert die gefräßigen Raupen daran, vom Stamm in die Baumkrone zu kriechen. Wahlweise können Sie auch einen Jutesack um die Bäume wickeln. Um den Sack von den Raupen zu befreien, legen Sie ihn in kochendes Wasser. Weitere Schutzmaßnahmen sind engmaschige Pflanzen-Schutznetze und Folien-Zäune.

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Bei starkem Befall hilft nur ein biologisches Pflanzenmittel

Sind Ihre Bäume im Garten bereits von den Raupen befallen, kann ein biologisches Pflanzenschutzmittel helfen. Wirksam sind Präparate mit dem Bakterium Bacillus thuringiensis – sogenannte Bt-Präparate. Diese sind für Menschen, Vögel, Säugetiere und Nützlinge wie Bienen unschädlich. Das Pflanzenschutzmittel wird auf die befallenen Pflanzen gespritzt. Falls nötig, kann die Prozedur nach zwei Wochen wiederholt werden.

Natürliche Fressfeinde unterstützen

Bei einer Massenpopulation der Schwammspinner spielen Fressfeinde eine untergeordnete Rolle, wie die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft betont. Dennoch: Ein Garten, in dem sich Nützlinge wohl fühlen, macht ihn für Schwammspinner und andere Schädlinge ungemütlich. Käfer, Kröten, Echsen oder Vögel machen Jagd auf Eier, Raupen und Falter der Schwammspinner.

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Sofortmaßnahmen bei Hautkontakt

Kommen Sie mit der Schwammspinner-Raupe in Kontakt und entwickeln eine allergische Reaktion, sollten Sie sich sofort abduschen und die Haare waschen. Auch wenn es brennt und juckt, versuchen Sie sich nicht zu kratzen! Sie würden die Brennhaare der Raupe nur noch tiefer in die Haut einreiben und die Entzündung so verstärken. Die Haare können Sie mit einem Klebestreifen befreien, den Sie auf die betroffene Stelle auf der Haut platzieren und mit einem Schwung abreißen. Auch ein Histamin-Gel kann Linderung verschaffen. Wechseln Sie anschließend die Kleidung und waschen Sie diese bei 60 Grad. Bei schweren allergischen Reaktionen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.