11. Mai 2026, 14:55 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Ameisen im Hochbeet sind ein häufiges Problem für Hobbygärtner. Zwar richten die Tiere selbst meist keinen direkten Schaden an Pflanzen an, doch ihre Nester lockern den Boden stark auf und können die Wurzeln schwächen. Viele greifen in solchen Fällen schnell zu chemischen Mitteln. Dabei gibt es auch eine Reihe natürlicher Methoden, um Ameisen schonend und umweltfreundlich zu vertreiben. Entscheidend ist dabei, die richtigen Maßnahmen gezielt und in angemessener Intensität einzusetzen.
Kaum sprießen die ersten Pflanzen im Hochbeet, sind sie oft schon da: Ameisen, die sich zwischen Salat, Kräutern und Gemüse einnisten. Was zunächst harmlos wirkt, kann schnell zum Problem werden, wenn die Tiere ihre Gänge direkt an den Wurzeln anlegen. Chemische Mittel sind für viele Gärtner jedoch keine Option. Zum Glück gibt es einfache, natürliche Wege, um Ameisen wirksam zu vertreiben, ohne Pflanzen, Boden oder Nützlinge unnötig zu belasten.
Ameisen effektiv aus dem Hochbeet vertreiben
Im Hochbeet können Ameisen ganz schön für Ärger sorgen. Um die Insekten zu vertreiben, kann man eine Falle aus Zucker und Backpulver aufstellen. Man vermischt die Komponenten zu gleichen Teilen miteinander und streut die Falle dort aus, wo die Tiere aktiv sind. Die Insekten werden vom Zucker angelockt und verenden durch das Backpulver.
Haben Ameisen ihr Nest im Hochbeet errichtet, kann man dieses mit Wasser fluten – am besten über mehrere Tage und zweimal täglich. Ein Teil der Tiere wird dabei ertrinken, die übrigen werden sich einen neuen Wohnort suchen. Wichtig ist, zu bedenken, dass auch nicht jede Pflanze eine Sintflut übersteht. Wasser sollte man also nur dann gegen Ameisen im Hochbeet einsetzen, wenn keine wasserempfindliche Pflanze in der Nähe wächst.
Gerüche gezielt einsetzen und Ameisen im Hochbeet loswerden
Zugegeben sind sowohl die Backpulver- als auch die Wassermethode grausame Möglichkeiten, um Ameisen aus dem Hochbeet zu vertreiben. Weitaus schonender ist es, die Tiere mit den richtigen Gerüchen loszuwerden. Ameisen orientieren sich nämlich anhand des Geruchs. Sie wissen so, wer Freund und Feind ist, und natürlich auch, wo es schmackhafte Speisen zu finden gibt. Das kann man sich zunutze machen. Kräuter wie Thymian oder Majoran riechen Ameisen gar nicht gern. Und auch Lavendel, Minze, Zitronenmelisse, Gewürznelken, Chili und Zimt vertreiben die Tiere.
Studie: Zimt gegen Ameisen
Die Effektivität von Zimt gegen Ameisen wurde 2014 von der Faculty of Applied Sciences der Universiti Teknologi MARA Perlis (Malaysia) erforscht. Insbesondere die Ameisenarten der Schwarzen Wegameise, der Schwarzkopfameise sowie der Pharaoameise können den Geruch von Zimt überhaupt nicht leiden. Das bedeutet aber auch: Gärtner sollten ausprobieren, welchen Geruch die Ameisen in ihrem Garten nicht mögen – das kann nämlich von Art zu Art variieren.
Außerdem sollte man die Konzentration beachten. Viele Ameisenarten meiden den Geruch von Zimt. In der genannten Studie wurde jedoch stark konzentriertes Zimtöl verwendet, während handelsübliches Zimtpulver deutlich schwächer wirkt. Die dort getesteten Konzentrationen lassen sich nicht direkt auf die Anwendung im Garten übertragen. Für den Einsatz im Hochbeet sind niedrigere, vorsichtig dosierte Anwendungen sinnvoll, da höhere Konzentrationen von Zimtöl Pflanzen und Bodenorganismen schädigen können.
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Ameisen im Hochbeet: Keine chemischen Mittel verwenden
Bei Ameisen im Hochbeet kommt man womöglich schnell auf die Idee, ein chemisches Mittel zu verwenden. Mit Gift könne man die Tiere schließlich schnell töten. Chemische Ameisenmittel sollte man aus verschiedenen Gründen jedoch nicht verwenden. Zunächst sind die Mittel zum Bekämpfen von Ameisen, also Biozide, im Hochbeet laut Pflanzenschutzgesetz schlichtweg nicht zugelassen. Immerhin kultiviert man im Hochbeet Gemüse und Salat, das verzehrt werden soll. Dort Gift zu verwenden, kann sowohl für die Umwelt und das Grundwasser als auch für die Gesundheit des Gärtners problematisch sein.
Hierbei gibt es eine Ausnahme. Befindet sich das Hochbeet direkt an einem Gartenweg oder an der Terrasse, so ist es erlaubt, Ameisenköder aufzustellen.
Übrigens: Während Biozide nicht erlaubt sind, können Gärtner dennoch Pflanzenschutzmittel auftragen, um die Nutzpflanzen vor Organismen oder Wildkräuter zu schützen. Der kleine, aber feine Unterschied ist hier, dass diese eine Schutzfunktion haben, Biozide hingegen Organismen bekämpfen.
Was zieht Ameisen ins Hochbeet?
Wohnung gesucht: gut durchlüftet, lockere Erde, angenehmes Mikroklima, Schutz vor Fressfeinden und angenehm feucht auch während langer Trockenperioden. Ein Hochbeet erfüllt all diese Anforderungen der Ameisen. Aber nicht nur das.
Hochbeete werden zu einem All-inclusive-Paket, finden sich auf den kultivierten Pflanzen Blattläuse. Diese scheiden süßen Honigtau aus, von dem Ameisen nicht genug haben können. Eine weitere Nahrungsquelle stellen die organischen Materialien dar, die im Beet als Dünger eingesetzt werden. Vom Kompost zehren nicht nur die Pflanzen, auch die Ameisen bedienen sich von den Speiseresten und Pflanzenabfällen.