2. Dezember 2025, 5:48 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Viele Balkonpflanzen bringen mit ihrer Farbenpracht und ihrem üppigen Wuchs Freude in die warme Jahreszeit. Doch sobald die Temperaturen sinken, stellt sich die Frage: Wie überwintern die Pflanzen richtig, damit sie im nächsten Jahr wieder gesund austreiben? myHOMEBOOK-Pflanzenexpertin Franka Kruse-Gering erklärt die wichtigsten Punkte, die man beim Überwintern von Balkonpflanzen beachten sollte.
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Was ist winterhart und was nicht?
Nicht alle Balkonpflanzen vertragen Frost in gleicher Weise. Winterharte Arten wie kleine Koniferen, Lavendel oder Efeu können auch bei niedrigen Temperaturen draußen bleiben, benötigen aber einen gewissen Schutz vor dauerhafter Kälte. Nicht winterharte Pflanzen wie Geranien, Fuchsien, Wandelröschen oder mediterrane Kübelpflanzen reagieren hingegen empfindlich auf Frost und müssen zwingend ins Warme umziehen. Eine klare Einteilung spart im Winter viel Aufwand und verhindert Verluste.
Wo sollte man Balkonpflanzen überwintern?
Nicht winterharte Balkonpflanzen benötigen einen hellen, kühlen und frostfreien Standort. Ideal sind Wintergärten, helle Keller- oder Treppenhäuser oder ungeheizte Räume mit ausreichend Tageslicht. Wichtig ist eine Temperatur zwischen etwa fünf und zwölf Grad, damit die Pflanzen in Winterruhe bleiben, aber nicht erfrieren. Winterharte Arten bleiben im Freien. Man sollte sie jedoch grundsätzlich an eine geschützte Hauswand oder in eine Ecke stellen, die weniger Wind und Niederschlag abbekommt.
Auf Schädlinge untersuchen
Vor dem Einräumen ins Winterquartier sollten Balkonpflanzen gründlich auf Schädlinge untersucht werden. Blattläuse, Weiße Fliegen oder Spinnmilben vermehren sich in geschlossenen Räumen besonders schnell und können dort große Schäden verursachen.
Befallene Pflanzen sollten gründlich abgespült oder mit geeigneten Mitteln behandelt werden, bevor sie ins Quartier kommen. Es ist ratsam, sie trotz Behandlung separat zu den anderen Pflanzen zu platzieren, damit im Fall eines Befalls die Schädlinge nicht auf gesunde Pflanzen übergehen. Auch während der Wintermonate lohnt sich eine regelmäßige Kontrolle, da Schädlinge selbst in der Ruhezeit aktiv bleiben können.
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Diesen Schutz brauchen Balkonpflanzen, die im Winter draußen bleiben
Auch winterharte Arten benötigen im Topf mehr Schutz als im Gartenboden, weil die Wurzeln stärker durchfrieren können. Kübel sollten daher isoliert werden, etwa mit Jute, Vlies, Kokosmatten oder Noppenfolie, wobei atmungsaktive Materialien zu bevorzugen sind. Der Topf sollte außerdem auf Holz- oder Styroporplatten stehen, damit keine direkte Bodenkälte einwirkt. Zusätzlich schützt ein windgeschützter Standort.
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Gießverhalten beim Überwintern von Balkonpflanzen anpassen
Das richtige Gießverhalten im Winter spielt eine entscheidende Rolle, denn sowohl Trockenheit als auch Staunässe können Pflanzen in der kalten Jahreszeit stark schaden. Generell benötigen überwinternde Pflanzen deutlich weniger Wasser als während der Wachstumsphase. Bei nicht winterharten Arten im Winterquartier sollte die Erde nur leicht feucht gehalten werden – niemals nass. Das bedeutet: erst gießen, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist. Zu viel Nässe begünstigt Wurzelfäule, besonders bei niedrigen Temperaturen und geringer Verdunstung. Gleichzeitig darf die Erde aber nicht völlig austrocknen, da das feine Wurzelwerk auch in der Ruhezeit Wasser benötigt, um nicht zu vertrocknen.
Bei winterharten Pflanzen, die draußen bleiben, gilt ein etwas anderer Rhythmus. Sie brauchen nur an frostfreien Tagen Wasser, und auch nur in kleinen Mengen. Besonders immergrüne Arten wie Buchsbaum oder Kirschlorbeer verdunsten auch im Winter Wasser über ihre Blätter und vertrocknen bei zu langer Trockenheit schneller, als man denkt. Wichtig ist, ausschließlich bei Plusgraden zu gießen, damit das Wasser nicht im Topf gefriert und die Wurzeln beschädigt. Ideal ist ein geschützter Standort, an dem Regen nicht dauerhaft in den Kübel gelangt, denn auch durch natürliche Niederschläge kann es zu Staunässe kommen. Ein durchdachtes, angepasstes Gießverhalten sorgt dafür, dass Balkonpflanzen stabil durch die Wintermonate kommen und im Frühjahr kräftig austreiben.
Nach dem Winter vorsichtig wecken
Langsames Auswintern ist entscheidend, damit Balkonpflanzen nach der Winterruhe keinen Stress erleiden. Sobald die Temperaturen im Frühjahr stabil über etwa zehn Grad liegen und keine starken Nachtfröste mehr zu erwarten sind, können die Pflanzen langsam an die Außenbedingungen gewöhnt werden. Zunächst stellt man sie für einige Tage an einen halbschattigen, geschützten Ort, damit sie sich an frische Luft, Windbewegung und natürliche Temperaturschwankungen gewöhnen können. Vor allem Pflanzen, die den Winter im Innenraum verbracht haben, reagieren empfindlich auf direkte Sonne; ihre Blätter können regelrecht verbrennen.
Nach mehreren Tagen im Halbschatten dürfen sie Stück für Stück länger in die Sonne, bis sie schließlich wieder ihren gewohnten Platz auf dem Balkon einnehmen können. In dieser Phase lohnt sich auch ein vorsichtiger Rückschnitt, das Entfernen abgestorbener Triebe und gegebenenfalls ein Umtopfen. Erst wenn die Pflanzen vollständig akklimatisiert sind, beginnt man wieder mit dem Düngen. Ein behutsames Auswintern sorgt dafür, dass Balkonpflanzen kräftig und ohne Schäden in die neue Saison starten.