Eine alte Bauernregel besagt: „Ist der Oktober nass und kühl, mild der Winter werden will“. Doch was steckt dahinter? Foto: Getty Images/undefined undefined
Bauernregeln dienten früher als wichtige Orientierung für die Landwirtschaft. Auf Basis langjähriger Beobachtungen versuchten Bauern, Wetterentwicklungen vorherzusagen und ihre Arbeiten auf dem Feld entsprechend zu planen. Einige dieser alten Weisheiten haben tatsächlich bis heute einen wahren Kern. Doch wie verlässlich sind sie noch? myHOMEBOOK hat den Diplom-Meteorologen Jörg Riemann gefragt, wie viel Wahrheit in einer bekannten Bauernregel für den Oktober steckt.
Das steckt hinter der Bauernregel zum nassen und kühlen Oktober
„Ist der Oktober nass und kühl, mild der Winter werden will“, lautet eine alte Bauernregel, die bedeutet, dass ein kühler und zudem nasser Oktober einen milden Winter voraussagt. Ergänzend erklärt Riemann von der Wettermanufaktur, dass mit „Winter“ in Bauernregeln oft der Januar gemeint ist, da der Januar als der kälteste Monat bei uns gilt.
Stimmt diese Bauernregel?
„Nein, in diesem Jahr trifft diese Regel nicht zu“, erklärt der Experte. Der Oktober sei bisher weder besonders kühl noch nass. „Damit sind die Voraussetzungen, auf die sich diese Regel bezieht, in diesem Jahr nicht erfüllt. Nur wenn der Oktober deutlich zu kalt ist, kann man daraus tatsächlich Rückschlüsse auf den Winter ziehen.“
Aber grundsätzlich lassen sich Wetterprognosen ableiten. „Wenn man im Oktober Hochs und Tiefs an bestimmten Stellen beobachten kann, kommt es häufig zu ebensolchen im Januar“, erklärt der Experte.
Wetterexperte rechnet mit gemischtem Wetter im Januar
Riemann vermutet – entgegen der Bauernregel – immer mal wieder kältere Abschnitte im Januar. Er beruft sich dabei auf bestimmte Luftdrucklagen. Er orientiert sich an Temperaturen am kältesten bewohnten Ort im Norden der Welt – in Oimjakon in Sibirien. „Momentan herrschen dort schon Temperaturen von bis zu minus 22 Grad. Wenn es jetzt schon so kalt dort ist, haben wir eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Luftmassen diese Kälte auch im Januar zu uns tragen.“ Eine Gewissheit gäbe es jedoch nicht – der Experte vermutet nur, dass es so kommen könnte.
An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.
In der kommenden Woche wird es für Ende Oktober ungewöhnlich mild. Bereits am Montag werden vielfach 15 bis 16 Grad erreicht. Am Dienstag steigen die Temperaturen besonders im Westen und Südwesten nochmals deutlich an. Entlang von Rhein und Main sind örtlich sogar 20 bis 22 Grad möglich. Auch sonst werden meist 15 bis 20 Grad erwartet. Zur Wochenmitte gehen die Temperaturen langsam wieder etwas zurück. Insgesamt bleibt es nach Einschätzung des Meteorologen für die Jahreszeit eher zu mild.
Was bedeutet das für den Garten?
Die ungewöhnlich milden Temperaturen kommen vielen Gartenpflanzen zunächst zugute. Stauden, Rasen und manche Gehölze bleiben länger aktiv. Außerdem können Gartenbesitzer Herbstarbeiten wie das Pflanzen von Blumenzwiebeln, Stauden oder Gehölzen noch gut erledigen. Da der Oktober in vielen Regionen bislang zu trocken ausgefallen ist, sollten vor allem frisch gesetzte Pflanzen weiterhin ausreichend Wasser bekommen. Gleichzeitig sorgt die anhaltende Wärme dafür, dass sich manche Pflanzen langsamer auf die Winterruhe einstellen.
Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen.
Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den
Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit
Tracking und Cookies entscheiden.
Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige
Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an
datenschutz@axelspringer.de.