5. Dezember 2025, 15:11 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Der Buntspecht ist als Standvogel ganzjährig in hiesigen Breitengraden zu beobachten. So zumindest in der Theorie. In der Praxis sieht man den trommelnden und hämmernden Gesellen eher seltener. Dabei kann man den Buntspecht mit den richtigen Nahrungsmitteln sogar in den eigenen Garten locken.
Als „Zimmermann des Waldes“ kennt man den Buntspecht (Dendrocopos major) durch sein typisches Schnabelhämmern an den Bäumen. Auf diese Weise kommunizieren die Tiere, suchen aber auch nach schmackhaften Larven und Käfern unter der Baumrinde. Als Allesfresser sind die Vögel jedoch nicht auf fleischliche Kost angewiesen. Im Winter konzentrieren sie sich meist auf Samen, Nüsse und Beeren. Um den Buntspecht in den eigenen Garten zu locken, benötigt man also nur die richtige Speisekarte.
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Buntspecht mit Futter in den Garten locken
Laut des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) geben Vogelfreunde in Deutschland jährlich insgesamt zwischen 15 und 20 Millionen Euro aus, um heimische Vögel mit Nüssen, Samen, Körnern und Beeren zu versorgen. Das kommt auch dem Buntspecht zugute. In den kalten Monaten im Herbst und Winter fressen Buntspechte insbesondere Nüsse und Samen, etwa von Kiefern und Fichten. Sonnenblumenkerne, Hanf und Mohn werden von Spechten jedoch genauso gerne angenommen. Auch Haselnüsse, Walnüsse und Erdnüsse kann man sowohl als ganze Nuss als auch zerkleinert anbieten. Wichtig ist, dass der Körner-Mix in einem sauberen und trockenen Futterhaus den Tieren zur Verfügung gestellt wird.
Fetthaltige Nahrung in Form von Meisenknödeln ist ebenfalls beliebt. „Das Fett ersetzt die tierische Kost“, informiert der Nabu. Zudem schütze das Fett die Körner vor Nässe. Bei Buntspechten sind Meisenknödel und ähnliche fetthaltige Futtermischungen besonders beliebt.
Gewusst: Um die Schale besonders harter Nüsse zu knacken, bringt der Buntspecht den Leckerbissen in die sogenannte Spechtschmiede. Dabei handelt es sich um eine Astgabelung oder einen Spalt, in den die Nuss oder der Zapfen gesteckt wird. Fest eingeklemmt kann der Vogel so die Samen herausholen. Dieses natürliche Verhalten kann man nachstellen. Hierfür einfach in ein Brett oder einen Holzstamm Löcher bohren und Nüsse hineinstecken. Auf diese Weise hat man mehr Zeit, um die Tiere im Garten zu beobachten.
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Auf welches Futter man verzichten sollte
Wer Futterstellen für Wildvögel im Garten platziert, hat meist gute Intentionen. Ziel ist es, die Tiere im Winter zu unterstützen. Um Buntspechten und anderen Vögeln dabei nicht versehentlich Schaden zuzufügen, sollte man auf das richtige Futter achten. Auf Brot und Kuchen sollte man in jedem Fall verzichten. Nicht nur enthalten die Backwaren Gewürze, sie können zudem im Vogelmagen quellen und entziehen den Tieren Wasser.
Auch Speck ist kein geeignetes Vogelfutter. Es handelt sich nämlich nicht, um einen geeigneten Ersatz für tierische Nahrungsquellen. Bei Samen- und Nuss-Mischungen darauf achten, dass keine Weizenkörner enthalten sind. Die mögen die meisten Vögel, wie auch der Buntspecht, nicht.
Wie erkennt man einen Buntspecht?
Durch sein auffälliges Federkleid lässt sich der Buntspecht leicht von anderen heimischen Vogelarten unterscheiden. Unter den Spechten ist er zudem die am häufigsten vorkommende Art. Charakteristisch sind sein schwarz-weiß gemustertes Gefieder und die kräftig rot gefärbten Federn des Unterschwanzes.
Beim Männchen findet sich das Rot außerdem am Hinterkopf, während Weibchen diesen roten Fleck nicht besitzen. Jungvögel tragen dagegen einen vollständig roten Scheitel und ähneln in dieser Entwicklungsphase dem Mittelspecht. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal: Der rote Scheitel des jungen Buntspechts ist von schwarzen Federn eingefasst. Insgesamt ist der Buntspecht etwa so groß wie eine Amsel.