Zum Inhalt springen
logo Das Do-it-yourself-Portal für Haus und Garten
Garten im Mai Alle Themen
Gartenexpertin empfiehlt

So schützt man seine Pflanzen vor den Eisheiligen

Vor Spätfrösten sollte man seine Pflanzen ausreichend schützen
Vor Spätfrösten sollte man seine Pflanzen ausreichend schützen Foto: Getty Images/Munole
Artikel teilen
Franka Kruse-Gering
Redakteurin

4. Mai 2026, 17:02 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Die Sonne scheint, die Temperaturen wirken bereits frühsommerlich – in vielen Gärten stehen Tomaten, Gurken oder Zucchini schon im Beet. Doch mit den Eisheiligen Mitte Mai drohen noch einmal kalte Nächte, teils sogar mit Bodenfrost. Für empfindliche Pflanzen kann das schnell zum Problem werden. Die gute Nachricht: Mit einfachen Maßnahmen lässt sich auch ein bereits bepflanzter Garten wirksam schützen. myHOMEBOOK-Gartenexpertin Franka Kruse-Gering erklärt, was nun zu tun ist.

Wann sind die Eisheiligen?

Die Eisheiligen fallen jedes Jahr auf den Zeitraum Mitte Mai und gelten als letzte mögliche Kälteperiode im Frühjahr. In dieser Phase kann es – trotz oft schon milder Temperaturen – noch einmal zu späten Kälteeinbrüchen kommen, insbesondere in klaren Nächten. Laut Wetter.com gilt dabei: „Während die Eisheiligen im Norden Deutschlands schon am 11. Mai beginnen, dauern die Eisheiligen in Süddeutschland vom 12. bis 15. Mai.“ Entsprechend bleibt das Risiko für Bodenfrost regional unterschiedlich lange bestehen. Deshalb empfiehlt es sich, empfindliche Pflanzen erst nach diesen Tagen dauerhaft ins Freiland zu setzen oder bis dahin gut zu schützen.

Empfindliche Pflanzen konsequent schützen

Wärmeliebende Kulturen wie Tomaten, Gurken, Zucchini, Paprika oder auch Basilikum reagieren schon auf Temperaturen im einstelligen Bereich empfindlich. Stehen sie bereits im Beet, fehlt ihnen der natürliche Schutz, den ein Gewächshaus oder Innenräume bieten. Umso wichtiger ist es, sie in kritischen Nächten gezielt abzudecken. Gartenvlies ist hier die erste Wahl, da es atmungsaktiv ist und gleichzeitig isoliert. Es verhindert, dass sich die Wärme zu schnell verflüchtigt, und reduziert so das Risiko von Kälteschäden. Alternativ können auch Folien, Decken oder Tücher genutzt werden – entscheidend ist dabei, dass die Abdeckung locker aufliegt und nicht direkt auf den Blättern „klebt“. Ein kleines Luftpolster wirkt zusätzlich isolierend und verbessert die Schutzwirkung deutlich.

Auch interessant: Darum sind die Eisheiligen für Hobbygärtner so wichtig

Kübelpflanzen an geschützte Orte stellen

Pflanzen in Töpfen und Kübeln haben in dieser Phase einen klaren Vorteil: Sie lassen sich ohne großen Aufwand an geschützte Standorte versetzen. Besonders geeignet sind Plätze direkt an Hauswänden, da diese tagsüber Wärme speichern und nachts wieder abgeben. Dadurch entsteht ein etwas milderes Mikroklima. Bei angekündigten Kälteeinbrüchen kann es sinnvoll sein, empfindliche Pflanzen zusätzlich kurzfristig ins Haus, in die Garage oder in ein Treppenhaus zu stellen. Selbst ein ungeheizter Raum bietet oft ausreichend Schutz, um kritische Temperaturen zu vermeiden. Wichtig ist jedoch, die Pflanzen tagsüber wieder nach draußen zu bringen, damit sie weiterhin ausreichend Licht erhalten.

Auch interessant: Mini-Gewächshaus ganz einfach selber bauen

Beete und Gewächshaus zusätzlich absichern

Auch bereits bepflanzte Beete lassen sich mit einfachen Mitteln wirksam schützen. Mit Drahtbögen, Holzleisten oder flexiblen Stäben können schnell kleine Konstruktionen gebaut werden, über die Vlies oder Folie gespannt wird. Diese fungieren als eine Art Mini-Gewächshaus und sorgen dafür, dass die am Tag gespeicherte Wärme langsamer entweicht. Im Gewächshaus selbst kann es trotz geschützter Lage nachts stark auskühlen, insbesondere wenn keine zusätzliche Wärmequelle vorhanden ist. Auch hier empfiehlt es sich, empfindliche Pflanzen zusätzlich mit Vlies zu bedecken. Gleichzeitig sollte an sonnigen Tagen unbedingt gelüftet werden, um starke Temperaturschwankungen und Hitzestau zu vermeiden.

Mehr zum Thema

Boden gezielt vorbereiten und nutzen

Der Boden spielt eine oft unterschätzte Rolle beim Kälteschutz. Leicht feuchte Erde kann Wärme besser speichern als trockene, da Wasser eine höhere Wärmekapazität besitzt als Luft. Ein moderates Gießen am späten Nachmittag kann daher bei kühlen Nächten im Bereich von etwa 2 bis 5 Grad helfen, Temperaturschwankungen etwas abzumildern. Sinken die Temperaturen jedoch in Richtung 0 Grad oder darunter, reicht dieser Effekt nicht mehr aus – dann kühlt auch feuchte Erde stark aus, und gefrierendes Wasser im Boden kann die Wurzeln zusätzlich belasten. Entscheidend bleibt in solchen Fällen der direkte Schutz der Pflanzen, etwa durch Vlies. Wichtig ist zudem ein ausgewogenes Maß: Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, da sie die Wurzeln schädigt und Pflanzen zusätzlich stresst. Eine lockere Mulchschicht ist in dieser Phase besonders sinnvoll, da sie wie eine isolierende Decke wirkt, die Wärme im Boden hält und Temperaturschwankungen insgesamt reduziert.

Pflanzen gezielt anhäufeln oder einzeln schützen

Gerade bei bereits ausgepflanzten Gemüsepflanzen kann es sinnvoll sein, den empfindlichen Wurzel- und Stängelbereich zusätzlich zu schützen. Durch leichtes Anhäufeln von Erde oder Kompost rund um die Pflanze wird die Basis isoliert und vor Kälte geschützt. Für einzelne Pflanzen bieten sich zudem einfache „Schutzhauben“ an: Umgedrehte Töpfe, Eimer oder abgeschnittene PET-Flaschen lassen sich kurzfristig überstülpen und wirken wie kleine Glocken. Sie halten die Wärme direkt an der Pflanze und reduzieren das Risiko von Kälteschäden in besonders kritischen Nächten. Wichtig ist, diese Abdeckungen tagsüber wieder zu entfernen, damit sich darunter keine Hitze oder Feuchtigkeit staut.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.