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Insektenfresser

Tipps für einen fledermausfreundlichen Garten

Viele sehen in Fledermäusen etwas Unheimliches, dabei sind die Tiere äußerst nützlich
Viele sehen in Fledermäusen etwas Unheimliches, dabei sind die Tiere äußerst nützlichFoto: Getty Images

Mit ihren langen Fingern, der dünnen Flughaut dazwischen und ihren teilweise merkwürdig geformten Nasen können die dämmerungsaktiven Fledermäuse schnell unheimlich wirken. Doch trotz zahlreicher Schauergeschichten sind es äußerst nützliche Gesellen, die zum großen Teil sogar vom Aussterben bedroht sind. Um den Tieren zu helfen, kann man den eigenen Garten fledermausfreundlich gestalten.

Fledermäuse sind einzigartige Tiere. Immerhin orientieren sie sich, indem sie in regelmäßigen Abständen Laute von sich geben. Ihre feinen Ohren nehmen diese wahr. So wissen die Tiere sogar bei Dunkelheit, wo sich ihre Beute befindet und wie groß diese ist. Bereits im 18. Jahrhundert vermutete der Bischof Lazzaro Spallanzani, dass Fledermäuse mit ihren Ohren „sehen“ können. Dafür machte er mit den Tieren verschiedene Experimente – jedoch alles andere als tierfreundlich. So stach er einer Gruppe von Fledermäusen die Augen aus, einer anderen verschloss er die Ohren und ließ sie in einem Raum mit Glocken fliegen. Erst 200 Jahre später bestätigten Wissenschaftler die Vermutungen von Spallanzani. Heute sind die Flieger oft gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Wer Fledermäuse im eigenen Garten beobachten möchte, sollte diesen richtig gestalten.

Darum sind Fledermäuse nützliche Tiere

Es ist ein Spektakel, wenn Fledermäuse in der Dämmerung durch den eigenen Garten fliegen. Zudem sind die kleinen Flugkünstler wichtig für unser Ökosystem und äußerst nützlich. Pro Nacht kann so manche Fledermaus bis zu 4.000 Mücken fangen. Auch andere Schädlinge, die in der Land- und Forstwirtschaft Schäden verursachen, sind auf dem Speiseplan der Tiere. Ebenfalls dabei sind verschiedene Falter und Motten.

Gefahr geht von den Säugetieren nicht aus. Obwohl es verschiedene Schauergeschichten über und mit den Tieren gibt, sind die hier lebenden Arten harmlos. Nur Vampirfledermäuse saugen Blut und übertragen dabei Krankheiten wie Tollwut – und das nur in ihrer Heimat Südamerika. Und sogar hierbei ist es nur sehr selten, dass ein Mensch als Beute infrage kommt. In der Regel bevorzugen sie das Blut von anderen Tieren wie zum Beispiel Rindern, Ziegen oder Schweinen.

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Warum sind Fledermäuse bedroht?

Wie der Naturschutzbund Deutschland, kurz NABU, berichtet, sind heutzutage bereits 24 der heimischen Fledermausarten vom Aussterben bedroht. Viele weitere sind gefährdet. Das hat verschiedene Gründe. So finden die Tiere zum einen immer weniger Beute. Das hängt mit der Landwirtschaft zu tun und der dort eingesetzten Pestizide.

Auch die Windkraftanlagen sind ein Problem für die Säugetiere. Zum Verhängnis wird nicht nur ein Zusammenprall mit den Rotorblättern, sondern auch die Luftdruckveränderung, die durch diese entsteht. Diese ist so groß, dass die Organe der Tiere zerrissen werden können.

So fühlen sich Fledermäuse im Garten wohl

Um die Tiere zu schützen, kann man auch den eigenen Garten so gestalten, dass sich Fledermäuse wohlfühlen.

1. Keine Pestizide

Auch wenn chemische Mittel zum Beseitigen von lästigen Insekten einfach und schnell anzuwenden sind, umweltfreundlich sind sie in vielerlei Hinsicht nicht. Es empfiehlt sich daher, auf Pestizide im Garten zu verzichten. Angst um den Gemüsegarten muss man deswegen nicht haben. So gibt es verschiedene natürliche Methoden, um Schädlinge loszuwerden.

2. Verstecke anbieten

Eine dichte Hecke, eine bewachsene Mauer oder ein alter Baum: Sie alle stellen einen beliebten Unterschlupf für Fledermäuse – und Insekten – dar. Auch im Keller oder auf dem Dachboden findet man so manche Fledermaus. Wem das zu viel Tierliebe ist und die Tiere nicht im eigenen Haus wohnen lassen möchte, der kann auch einen Flachkasten an der Hauswand oder im Garten aufhängen.

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3. Gefahrenquellen beseitigen

Oft wird die Größe von Fledermäusen deutlich überschätzt. So sind die hier heimischen Arten kaum größer als fünf Zentimeter. Damit passen sie in die kleinsten Lücken und Spalten. Das hat nicht nur Vorteile. Regentonne, unbenutzte Blumentöpfe und Gießkanne können so zum Grab für die Tiere werden. Am besten deckt man mögliche Gefahrenquellen zu oder stellt eine Ausstiegshilfe zur Verfügung.

4. Gartenteich

Möchte man Fledermäusen helfen, gilt es gleichzeitig, Insekten anzulocken. Das klappt zum Beispiel durch offen stehende Gewässer. Das kann zum Beispiel durch einen Gartenteich geschehen. Dabei ist es wichtig, ein flaches Ufer einzuplanen. Auf diese Weise können die Tiere wieder herauskrabbeln, falls sie ins Wasser fallen.

5. Artenreiche Bepflanzung

Mithilfe der richtigen Bepflanzung kann man auch verschiedene Insekten anlocken. Wichtig ist, dass es heimische Pflanzen sind, die Nektar enthalten. So lockt man verschiedene Arten von Nachtfaltern in den Garten, die ganz oben auf der Speisekarte von Fledermäusen stehen. Zu empfehlen sind zum Beipsiel Pflanzen wie Leimkraut, Seifenkraut und Wegwarte.

6. Auf Außenbeleuchtung verzichten

Als dämmerungsaktive Tiere fühlen sich Fledermäuse durch zu viel Licht gestört. Aus diesem Grund sollte man am Abend und in der Nacht die Außenbeleuchtung reduzieren. Besonders empfindlich reagieren die Tiere auf Licht mit einem hohen Blauanteil.

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