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Einige sind giftig

Was tun, wenn man eine Schlange im Garten entdeckt?

Was tun, wenn man eine Schlange im Garten entdeckt?
Am häufigsten ist die Ringelnatter im heimischen Garten anzutreffen. Generell gelten Schlangen als extrem selten und stehen zudem unter Naturschutz.Foto: Getty Images

Obwohl es sich bei Schlangen um äußerst menschenscheue Tiere handelt, kann es hin und wieder passieren, dass eine durch den eigenen Garten kriecht. Um welches Exemplar sich dabei handeln kann und wie man sich in solch einem Fall verhalten sollte, erfahren Sie hier.

Auch wenn sich viele vor Schlangen ekeln oder fürchten, ist es nicht nötig, gleich in Panik zu verfallen. Denn Schlangen sind äußerst scheue Tiere. Falls sie sich jedoch bedroht fühlen, können sie zuschnappen – in der Regel kriechen sie jedoch einfach davon. Eine Entwarnung vorab: Giftig sind die wenigsten heimischen Arten, eine Gefahr für Menschen geht von ihnen üblicherweise nicht aus.

Schlange im Garten – wie sollte man sich verhalten?

Alle Schlangenarten sind laut Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt, weshalb man sie auf keinen Fall jagen oder gar töten sollte. Da von hiesigen Arten keine Bedrohung für Menschen ausgeht, gibt es auch keinen Grund dazu. In der Regel suchen die Schlangen schnell das Weite bei Kontakt mit Menschen. In den meisten Fällen kriechen die scheuen Reptilien bereits davon, bevor man sie überhaupt bemerkt.

Hinweis: Gartenbesitzer sollten sich darüber freuen, Schlangen im Garten zu entdecken. Denn sie zeigen an, dass der Garten ökologisch in einem guten Zustand ist, wie der Nabu informiert. Da der Lebensraum der Reptilien unter anderem durch Pestizide in der Landwirtschaft immer mehr zerstört wird, geht die größere Gefahr vom Menschen aus, nicht von der Schlange.

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Sind Schlangen im Garten giftig?

Tatsächlich sind zwei der heimischen Schlangenarten giftig: die Kreuzotter und die Aspisviper. Allerdings beißen sie nur in absoluten Extremsituationen zu, beispielsweise wenn man sie bedroht. Trotz der Giftzähne dieser sehr seltenen Schlangen gelten sie als ungefährlich. Allerdings sollten Kinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen wie Allergien einen Arzt aufsuchen, nachdem sie von einer der Schlangen gebissen wurden.

Kann man Schlangen anfassen?

Theoretisch kann man Schlangen anfassen, allerdings gibt es in den wenigsten Fällen einen Grund dafür. Denn dadurch kann sich die Schlange bedroht fühlen und zuschnappen. Zudem können Schlangen auch übel riechende Sekrete und Exkremente ausscheiden.

5 heimische Schlangenarten

1. Ringelnatter

Ringelnatter im Garten gefunden – was tun?
Die Ringelnatter kann auch mal im Garten auftauchen, ist aber absolut ungefährlichFoto: Getty Images

Entdeckt man eine Schlange im Garten, handelt es sich wahrscheinlich um eine Ringelnatter (Natrix natrix). Sie ist für Menschen absolut ungefährlich und nicht giftig. Erkennungsmerkmale dieser dunkelgrauen Schlangenart sind die beiden gelben halbmondförmigen Flecken am Hals, die aufgrund ihrer runden Form der Schlange ihren Namen verleihen.

Männliche Ringelnattern bemessen eine Körperlänge von rund 75 Zentimetern, Weibchen können auch mal 1,5 Meter lang werden. Die Ringelnatter mag die Nähe von Wasser und ernährt sich vorzugsweise von Amphibien, weshalb Gartenbesitzer mit Teich vor allem Rücksicht nehmen sollten. Zudem kann sie ihre Eier im warm-feuchten Komposthaufen ablegen.

2. Schlingnatter

Eine Schlingnatter im Garten
Die Schlingnatter wird auch Glattnatter genannt.Foto: Getty Images

Die Schlingnatter (Coronella austriaca) kommt nach der Ringelnatter am zweithäufigsten in Deutschland vor. Ihr Name stammt von ihrem Jagdverhalten, sie umschlingt Beutetiere und tötet sie dann. Mögliche Verwechslungsgefahr besteht mit der selteneren und giftigen Kreuzotter.

Die zierlichen, graubraunen Nattern werden rund 75 Zentimeter lang und haben ein unregelmäßiges, schwarzes Muster auf der Rückenseite. Weitere Merkmale sind Streifen bei den Augen. Im Gegensatz zur Kreuzotter besitzt die Schlingnatter nicht das charakteristische Zickzack-Muster. Außerdem hat die Schlingnatter runde Pupillen, die Kreuzotter schlitzförmige. Sie ernährt sich von kleinen Reptilien, Insekten oder Mäusen. Im Sommer ist sie vor allem an sonnigen Orten zu finden.

3. Kreuzotter

Eine Kreuzotter mit ihrer charakteristischen Rückenzeichnung.
Die Kreuzotter mit ihrer charakteristischen Rückenzeichnung.Foto: Getty Images

Die Kreuzotter (Vipera berus) zählt zu den wenigen Giftschlangen hierzulande, ist jedoch extrem selten, auch im heimischen Garten. Ihr Biss ist in den seltensten Fällen lebensgefährlich. Meistens handelt es sich bei einem Fund um eine Verwechslung mit der Schlingnatter.

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Die Kreuzotter fühlt sich am Waldrand unter dichtem Bewuchs oder in Feuchtgebieten wohl, da sie sich unter anderem von Fröschen ernährt. In Gärten ist sie ein selten gesehener Gast, allerdings sollten auch hier Teichbesitzer Vorsicht walten lassen. Die Kreuzotter ist durch ihr charakteristisches Zickzackband gekennzeichnet und die schlitzartigen Augen. Sie wird maximal 90 Zentimeter lang.

4. Aspisviper

Eine Aspisviper auf Geröll
Die giftige Aspisviper steht auf der Roten Liste.Foto: iStock / sal73it

Die äußerst seltene Aspisviper (Vipera Aspis) ist vom Aussterben bedroht – und zählt zu den wenigen Giftschlangen in Deutschland. Ihr Gift ist sogar stärker als das der Kreuzotter, wie der Nabu Baden-Württemberg schreibt. Die Viper zeichnet sich durch einen gedrungenen Körperbau von 60 bis 90 Zentimeter Länge aus, der Kopf ist breit und dreieckig mit erhöhter Schnauzenspitze. Auf dem graubraunen Rücken gibt es ein dunkleres Muster wie bei der Kreuzotter, allerdings weniger breit. Zu ihrer Nahrung zählen Eidechsen und Mäuse.

5. Äskulapnatter

Eine Äskulapnatter auf einem Baum
Die Äskulapnatter ist die größte einheimische Schlangenart.Foto: Getty Images

Auch die ungiftige Äskulapnatter (Zamenis longissimus) ist hierzulande äußerst selten anzutreffen – allerdings aufgrund der stattlichen Länge von bis zu 180 Zentimetern leichter zu erkennen. Damit ist diese Natter die größte einheimische Schlange. Sie hat einen schmalen und hellen Kopf, der Körper ist grünbraun und glänzt. Auf dem Rücken befinden sich helle Flecken. Sie frisst vor allem kleine Säugetiere wie Mäuse oder Eidechsen sowie Vögel und ihre Eier.

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Hinweis: Fälschlicherweise wird auch die Blindschleiche (Anguis fragilis) als Schlange angesehen. Bei dem Kriechtier handelt es sich jedoch um eine Eidechse ohne Beine. Im Gegensatz zu „echten“ Schlangen kommt die recht häufig vor – und ist komplett harmlos.

Schlange im Lichtschacht – an wen kann man sich wenden?

Es kann durchaus passieren, dass man eine Schlange in einer misslichen Lage findet, aus der sie sich nicht selbst befreien kann. Ein Paradebeispiel hierfür ist der Lichtschacht, aus dem das Kriechtier nicht mehr herauskommt. In so einem Fall kann man die örtliche Naturschutzbehörde informieren, manchmal rückt auch die Feuerwehr an. Naturschützer freuen sich zudem über ein Foto zur Dokumentation und Bestimmung der Schlangenart.

Was tun, wenn man eine exotische Schlange im Garten findet?

In seltensten Fällen handelt es sich um keine der genannten Schlangenarten, sondern um einen entlaufenen Exoten aus privater Haltung. Findet man so eine Schlange im Garten, sollte man die örtliche Naturschutzbehörde oder das Ordnungsamt in Kenntnis setzen. Die Behörde wird die Art feststellen und weitere Schritte einleiten. Auf keinen Fall sollte man versuchen, die exotische Schlange selbst einzufangen, da es sich um ein giftiges Exemplar oder eine Würgeschlange handeln könnte.

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Wie kann man Schlangen im Garten helfen?

Mit einigen Tipps können umweltbewusste Gartenbesitzer ihren Garten so gestalten, dass Schlangen wie die Ringelnatter Unterschlupf finden. Ein naturnaher Garten bietet sich hierbei an mit bewachsenen Steinhaufen und dichten Hecken. Da kann sich die Schlange vor Katzen oder Raubvögeln verstecken. Auch ein naturnaher Gartenteich kann den Lebensraum der seltenen und geschützten Tiere bereichern. Weitere Tipps für einen tierfreundlichen Garten finden Sie in diesem Artikel.

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