29. Juli 2026, 17:27 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Eine Hitzewelle bedeutet für Pflanzen Stress. Viele Hobbygärtner versuchen daher, ihre Blumen, Stauden und Gemüsepflanzen mit zusätzlicher Pflege zu unterstützen. Doch nicht jede Maßnahme ist sinnvoll. Ob häufiges Gießen, Düngen oder Rückschneiden – manche Eingriffe können die Gewächse gerade bei hohen Temperaturen zusätzlich schwächen. myHOMEBOOK-Gartenexpertin Franka Kruse-Gering erklärt, welche Fehler man bei Pflanzen bei Hitze unbedingt vermeiden sollten.
1. Fehler: In der Mittagshitze gießen
Wenn die Sonne vom Himmel brennt, bekommen viele Hobbygärtner ein schlechtes Gewissen und greifen spontan zur Gießkanne. Doch genau dann ist der ungünstigste Zeitpunkt dafür. Der Boden ist stark aufgeheizt, sodass ein Teil des Wassers verdunstet, bevor es überhaupt bis zu den Wurzeln vordringen kann. Den Pflanzen hilft das oft nur kurzfristig. Sinnvoller ist es, früh am Morgen zu gießen, wenn die Erde noch kühl ist und das Wasser langsamer verdunstet. So können die Pflanzen ihre Wasserspeicher für den heißen Tag besser auffüllen.
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2. Fehler: Pflanzen jeden Tag nur ein bisschen wässern
Viele Gartenbesitzer meinen es besonders gut und geben ihren Pflanzen täglich eine kleine Menge Wasser. Das Problem: Die Feuchtigkeit erreicht häufig nur die obersten Zentimeter des Bodens. Dadurch bilden die Pflanzen flache Wurzeln, die bei der nächsten Hitzewelle besonders schnell austrocknen. Das gilt auch für den Rasen, bestätigt Dr. Harald Nonn, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Rasengesellschaft, im Gespräch mit myHOMEBOOK: „Wenn ich jeden Tag ein bisschen gieße, ziehe ich die Wurzeln des Rasens nach oben. Dann muss ich öfter wässern als bei tieferliegenden Wurzeln.“ Wesentlich besser ist es, seltener, dafür aber gründlich zu gießen. So wird der Boden in tieferen Schichten durchfeuchtet und die Wurzeln wachsen dorthin, wo die Erde länger feucht bleibt.
3. Fehler: Bei extremer Hitze düngen
Wenn Pflanzen schlapp wirken, liegt die Vermutung nahe, dass ihnen Nährstoffe fehlen. Tatsächlich leiden sie in vielen Fällen jedoch schlicht unter Trockenstress. Ein zusätzlicher Düngergang kann dann sogar kontraproduktiv sein. Der Dünger regt das Wachstum neuer Triebe an, obwohl die Pflanze ihre Energie eigentlich darauf verwenden sollte, die Hitzeperiode zu überstehen. Gerade während einer Hitzewelle ist deshalb Zurückhaltung angesagt.
4. Fehler: Verwelkte Pflanzen sofort zurückschneiden
Hängende oder eingerollte Blätter sehen dramatisch aus, sind aber häufig nur eine Schutzreaktion gegen starke Sonneneinstrahlung und Wassermangel. Wer jetzt vorschnell zur Schere greift und große Pflanzenteile entfernt, setzt die Gewächse zusätzlich unter Stress. Viele Pflanzen erholen sich wieder, sobald die Temperaturen sinken oder sie ausreichend Wasser erhalten. Daher lohnt es sich, mit Rückschnitten bis nach der Hitzeperiode zu warten.
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5. Fehler: Den Rasen möglichst kurz mähen
Ein kurz geschnittener Rasen wirkt auf den ersten Blick ordentlich, ist bei Sommerhitze aber ein Nachteil. Die Halme beschatten den Boden weniger, wodurch dieser schneller austrocknet, erklärt Dr. Harald Nonn. Außerdem können die Gräser selbst leichter verbrennen. Während einer Hitzewelle sollte der Rasen deshalb etwas länger stehen bleiben.
6. Fehler: Jetzt neue Pflanzen setzen
Auch wenn das Gartencenter gerade lockt: Hitzeperioden sind kein guter Zeitpunkt für Neupflanzungen. Frisch gesetzte Stauden, Gehölze oder Gemüsepflanzen haben noch kein ausreichend entwickeltes Wurzelsystem und müssen gleichzeitig anwachsen sowie mit der Trockenheit zurechtkommen. Dadurch steigt das Risiko, dass sie nur schlecht anwachsen oder sogar eingehen. Neue Pflanzen setzt man daher besser an kühleren Tagen oder wartet auf die nächste Wetteränderung.