16. Oktober 2025, 17:13 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wer einen Garten naturnah gestalten will, denkt oft an Insektenhotels oder Blühwiesen – doch auch der Igel profitiert von einem einfachen, aber wirkungsvollen Element: einem Igeltor im Gartenzaun. Was dabei zu beachten ist, warum es nicht nur funktional, sondern auch dekorativ sein kann und wie man seinen Garten darüber hinaus igelfreundlich gestaltet, erklärt ein Experte bei myHOMEBOOK.
Kleine Tore mit großer Wirkung
Über Igeltore im Garten freuen sich nicht nur die stacheligen Besucher – auch NABU-Sprecher Julian Heiermann hält sie für eine „prima Idee“. Der Grundgedanke ist laut Heiermann recht einfach: „Öffnungen in Zäune schneiden, um diese für Igel passierbar zu machen.“ Diese Durchgänge kann man auch noch etwas verstärken, etwa mit einem Holzrahmen. „Scharfe Kanten oder spitze Zaunelemente lassen sich dadurch gut ‚entschärfen‘, sodass sich Igel und andere Tiere daran nicht verletzen“, rät der Naturschützer.
Zudem hätten schön gestaltete Tore nicht nur einen praktischen Nutzen, sondern könnten auch Aufmerksamkeit schaffen und „auf das Problem der oft nicht passierbaren Grundstückseinfriedungen durch Zäune aufmerksam machen.“ Und die Türchen haben noch einen weiteren Vorteil: „Einfach Löcher sehen natürlich nicht so schön aus wie solche Tore, die den Garten damit auch optisch aufwerten können.“
Darauf sollte man bei einem Igeltor achten
Damit ein Igeltor seine Funktion erfüllt, sind einige Dinge zu berücksichtigen. Die Größe ist entscheidend: „Ein Maß von 13 mal 13 cm ist hier sehr gut geeignet.“ Ebenso wichtig sei das richtige Material. Auf scharfe Kanten sollte man verzichten. Heiermann ergänzt: „Wenn Holz verwendet wird, dann eignet sich heimisches Holz aus ökologischer Waldwirtschaft.“ Hierbei helfen Kennzeichnungen wie das Öko-Siegel Naturland oder die FSC-Zertifizierung.
Besonders geeignet seien beständige Holzarten wie Eiche, Robinie oder Lärche. Wer das Holz zusätzlich schützen möchte, sollte auf umweltfreundliche Produkte achten: „Wenn man das Holz imprägnieren möchte, dann am besten mit umweltverträglichen Farben.“ Das Blauer-Engel-Label kann bei der Auswahl helfen.
Auch die Platzierung spielt eine Rolle: „Bezüglich Platzierung eignen sich Gartenecken, damit Igel die Öffnungen leichter finden. Auf der anderen Seite sollten keine Gefahren lauern, wie etwa eine Straße, Schächte oder Pools, in die Igel hineinfallen können.“
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Keine Gefahr durch Marder oder Ratten?
Ein häufig geäußerter Einwand betrifft mögliche „ungebetene Gäste“ wie Ratten oder Marder, die die Öffnungen ebenfalls nutzen könnten. Doch hier gibt Heiermann Entwarnung: „Marder dürften jeden Zaun ohnehin überklettern können und Ratten können sich durch sehr enge Schlitze zwängen.“ Daher wären vorhandene Igeltore bezüglich dieser Sorge irrelevant.
Weitere Tipps für einen igelfreundlichen Garten
Ein Igeltor ist ein guter Anfang – doch wer dem stacheligen Besucher dauerhaft helfen will, kann noch mehr tun. Heiermann nennt dabei naturnahe Gartenelemente wie Totholzhaufen und heimische Pflanzen. Zudem sollte man Risiken und Gefahren im Garten vermeiden, etwa giftige Pflanzen oder Mittel, offene Schächte oder einen unvorsichtigen Umgang mit Gartengeräten.