16. April 2026, 6:27 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Gelbe Blüten, gezackte Blätter und besonders hartnäckig loszuwerden: Löwenzahn ist für viele Gartenbesitzer ein Ärgernis. Doch die Pflanze ist mehr als nur ein Wildkraut. Als sogenannte Zeigerpflanze liefert Löwenzahn wertvolle Hinweise auf den Zustand des Bodens. Wer versteht, was dahintersteckt, kann den eigenen Rasen gezielt verbessern. Ein Rasenexperte erklärt, was man wissen sollte.
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Was ist eine Zeigerpflanze?
Unter Zeigerpflanzen versteht man im Allgemeinen Pflanzenarten, die bestimmte Standortbedingungen bevorzugen. Ihr Auftreten verrät Gartenbesitzern also viel über den Boden, etwa über den Nährstoffgehalt, die Feuchtigkeit oder Verdichtung. Neben Ringelblume, Hasenklee und Wolfsmilch zählt auch der Löwenzahn (Taraxacum officinale) zu den Zeigerpflanzen.
Warum wächst Löwenzahn im Rasen?
Wenn sich Löwenzahn im Rasen ausbreitet, ist das selten Zufall. Meist deutet er auf typische Bodenprobleme hin.
Nährstoffreicher Boden
„Löwenzahn bevorzugt lehmige, stickstoffreiche und gut durchwurzelbare Böden“, informiert Dr. Harald Nonn von der Deutschen Rasengesellschaft e. V. myHOMEBOOK. Ein stark gedüngter Rasen oder nährstoffreiche Erde bieten also ideale Bedingungen für das Wildkraut.
Verdichteter Untergrund
Löwenzahn besitzt einen besonders tiefreichenden Wurzelpfahl. Der Experte klärt auf: „Die tiefe Pfahlwurzel hilft Löwenzahn bei der Wasser- und Nährstoffversorgung.“ Diese Eigenschaft macht ihn zu einem echten Überlebenskünstler. Das kräftige Wurzelsystem ist ein echter Vorteil auf verdichteten Böden. Rasengräser können da nicht mithalten.
Ungleichgewicht im Rasen
Durch Trockenheit, Schatten oder eine falsche Pflege können Lücken im Rasen entstehen. Diese füllt Löwenzahn gerne aus.
Merke: Löwenzahn liefert Hinweise auf die Bodenverhältnisse im Garten. Das Auftreten des Wildkrauts zeigt oft, dass die Erde zu nährstoffreich oder verdichtet ist. Der Rasen sollte entsprechend gepflegt werden. Durch regelmäßiges Vertikutieren verbessert man die Durchlüftung, sodass Gräser leichter tief wurzeln können. Anstatt häufig zu düngen, ist eine bedarfsgerechte, zurückhaltende Düngung des Rasens sinnvoll.
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Ist Löwenzahn schlecht für den Rasen?
Optisch kann Löwenzahn als störend wahrgenommen werden. Doch deswegen ist er nicht unbedingt schlecht für die Rasenfläche im Garten. Tatsächlich bringt das Wildkraut verschiedene positive Eigenschaften mit sich: Es lockert den Boden, bringt Nährstoffe nach oben und dient Insekten als wichtige Nahrungsquelle.
Wie man Löwenzahn bewertet, hängt also von der persönlichen Einstellung zum Rasenbild ab. Nonn meint: „Eine Grünfläche muss nicht komplett nur aus Gräsern bestehen.“ Während intensiv genutzte Teilbereiche aus Rasengräsern bestehen können, können weniger oder nicht genutzte Teilbereiche höher aufwachsen und Blühkräuter enthalten.
Löwenzahn loswerden – was wirklich hilft
Bevorzugt man eine dichte Rasenfläche ohne blühende Wildkräuter, muss man Löwenzahn gezielt zurückdrängen. Entscheidend ist ein ganzheitlicher Ansatz. Ein dichter Rasen ist die beste Vorbeugung: „Je dichter ein Rasen wächst, desto höher ist die Konkurrenzkraft der Gräser“, so der Rasenexperte. Wildkräutern wie Löwenzahn fällt es dann also schwieriger, sich auszubreiten. Regelmäßiges Mähen, Nachsäen und eine ausgewogene Pflege stärken die Gräser.
Taucht Löwenzahn dennoch auf, ist mechanisches Entfernen besonders effektiv. Beim Ausstechen der Pflanze sollte man aufpassen, auch die Pfahlwurzel zu entfernen. „Ich schätze, dass die Wurzel bis mindestens zehn Zentimeter tief sein sollte“, so der Experte. Bleiben Wurzelreste im Boden, treibt die Pflanze nämlich meist erneut aus.
In hartnäckigen Fällen kann der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Betracht gezogen werden. „Effektiv im Rasen ist in der Tat der Einsatz von selektiven Herbiziden. Sie bekämpfen auch die Wurzeln und verhindern die Neubildung“, weiß Nonn. Dennoch sollte der Einsatz von chemischen Mitteln gut abgewogen werden, insbesondere im Hinblick auf Umwelt und Insekten.