5. Juli 2026, 12:18 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Immer mehr Menschen möchten wissen, woher ihre Lebensmittel kommen – und setzen deshalb auf Selbstversorgung. Eier, Honig oder Milch aus dem eigenen Garten wirken verlockend. Doch bevor Hühner, Bienen oder Ziegen einziehen, sollten Halter die gesetzlichen Vorgaben, den Platzbedarf und die Ansprüche der Tiere genau kennen.
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Selbstversorgung liegt im Trend
Hoch verarbeitete Lebensmittel stehen zunehmend in der Kritik, gesundheitliche Nachteile mit sich zu bringen. Gleichzeitig wächst bei vielen Verbrauchern der Wunsch nach mehr Transparenz bei der Herkunft ihrer Lebensmittel. Aus diesem Grund entscheiden sich immer mehr Menschen dafür, tierische Produkte selbst zu erzeugen. Eier, Milch oder Honig aus dem eigenen Garten können außerdem dabei helfen, die Ausgaben für Lebensmittel zu senken. Allerdings setzt die Haltung von Nutztieren Fachwissen sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Tierwohl voraus.
Ausreichend Platz und passende Unterbringung
Jede Tierart stellt unterschiedliche Anforderungen an ihre Haltung. Entscheidend sind ausreichend Platz, eine geeignete Unterkunft sowie ein zuverlässiger Schutz vor Raubtieren. Sichere Zäune, Ställe oder Gehege gehören daher zur Grundausstattung. Außerdem sollte der Platzbedarf der jeweiligen Tiere nicht unterschätzt werden.
Wer Ställe oder Unterstände errichten möchte, benötigt je nach Bundesland möglicherweise eine Genehmigung des zuständigen Bauamts. Da die Regelungen regional unterschiedlich ausfallen, empfiehlt es sich, vor der Anschaffung bei der örtlichen Gemeindeverwaltung nachzufragen.
Welche rechtlichen Vorgaben gelten?
Sollen Eier, Honig oder andere tierische Erzeugnisse verkauft werden, sollte die Tätigkeit beim Gewerbeamt angemeldet werden. Auch kleinere Einnahmen können steuerpflichtig sein. Nähere Informationen erteilt das zuständige Gewerbeamt.
Ebenso wichtig ist das nachbarschaftliche Miteinander. Bienenvölker, lautes Geschnatter oder Blöken können insbesondere in dicht bebauten Wohngebieten zu Konflikten führen. Darüber hinaus müssen die tierschutzrechtlichen Anforderungen an die jeweilige Tierhaltung erfüllt werden.
Hinzu kommen weitere gesetzliche Verpflichtungen. Die meisten Nutztiere unterliegen dem Tiergesundheitsgesetz und müssen unter anderem beim Veterinäramt sowie bei der Tierseuchenkasse gemeldet werden. Je nach Tierart gelten zusätzliche Vorschriften, beispielsweise für Bienenvölker.
Fragen, die man sich stellen sollte, bevor man Tiere im Garten hält
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Laufende Kosten nicht unterschätzen
Wer Nutztiere hält, spart nicht automatisch Geld. Neben den Anschaffungskosten entstehen Ausgaben für Stallbau, Pflege und tierärztliche Versorgung. Auch Futter verursacht häufig laufende Kosten, da viele Tiere nicht allein von dem leben können, was der Garten bietet.
Sechs beliebte Nutztiere für den Garten
Bienen
Bienen liefern nicht nur Honig, sondern übernehmen auch eine wichtige Rolle bei der Bestäubung von Obst- und Gemüsepflanzen. Gleichzeitig leisten Imker einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und unterstützen den Schutz der Bienen.
Die Haltung gilt als vergleichsweise pflegeleicht. Nach der Anschaffung von Bienenstock und Imkereiausrüstung entstehen meist nur geringe laufende Kosten, da sich die Tiere weitgehend selbst versorgen und normalerweise nicht zugefüttert werden müssen. Allerdings schreibt die bundesweite Bienenseuchenverordnung vor, dass Bienenvölker gemeldet werden müssen. Jedes Volk erhält von der zuständigen kommunalen Verwaltung eine eigene Registernummer.
Hühner
Die private Hühnerhaltung erfreut sich im Zuge des Selbstversorgungstrends großer Beliebtheit. Viele Halter möchten selbst bestimmen, unter welchen Bedingungen ihre Eier produziert werden. Gleichzeitig sehen manche darin einen Beitrag zu einer tiergerechteren Haltung.
Für Hühner ist ein sicherer Stall unverzichtbar, der sie insbesondere nachts vor Raubtieren schützt. Außerdem sollten sie stets in Gruppen von mindestens zwei bis fünf Tieren gehalten werden. Wer den anfallenden Hühnerkot als Dünger verwenden möchte, muss ihn zunächst kompostieren.
Zusätzlich besteht Meldepflicht beim Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse. Außerdem sind Impfungen gegen bestimmte Krankheiten vorgeschrieben. Weitere Vorgaben enthält die Geflügelpest-Verordnung.
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Ziegen
Vor allem kleinere Ziegenrassen eignen sich für die Haltung im Garten, bei ausreichend Fläche sind jedoch auch größere Tiere möglich. Als Herdentiere dürfen Ziegen nicht allein gehalten werden. Sie benötigen einen Unterstand, der allen Tieren gleichzeitig Schutz bietet und ausreichend Platz zum gemeinsamen Ruhen bietet.
Ziegen sind bewegungsfreudig, neugierig und benötigen viel Beschäftigung. Deshalb brauchen sie großzügige Auslaufmöglichkeiten, idealerweise Weideflächen, sowie Gelegenheiten zum Klettern und Springen.
Auch der Futterbedarf ist nicht zu unterschätzen. Mehrere Weideflächen sind deshalb vorteilhaft. Ausbruchsichere Knotengitter- oder Elektrozäune eignen sich gut für die Einzäunung. Stacheldraht ist dagegen aus Tierschutzgründen ungeeignet, da Verletzungsgefahr besteht.
Ziegen können als natürliche Rasenmäher eingesetzt werden. Außerdem liefern sie hochwertige Milch und Wolle, die sich beispielsweise zu Käse oder Garn verarbeiten lassen. Auch der Ziegenmist eignet sich als Dünger für Obst- und Gemüsegärten.
Schafe
Die Anforderungen an die Schafhaltung ähneln denen bei Ziegen. Auch Schafe benötigen einen ausreichend großen Unterstand, in dem die Herde Schutz vor Regen findet und gemeinsam ruhen kann. Ein stabiler Zaun schützt sowohl die Tiere als auch angrenzende Grundstücke.
Darüber hinaus müssen Schafe in der Regel zweimal jährlich geschoren werden. Eine fachgerechte Klauenpflege gehört ebenfalls zur regelmäßigen Versorgung.
Gänse
Wer Gänse halten möchte, benötigt viel Platz sowie eine geeignete Bademöglichkeit. Da Weideflächen den Nahrungsbedarf häufig nicht vollständig decken, ist zusätzliches Futter erforderlich.
Bei guter Haltung können Gänse bis zu 20 Jahre alt werden. Sie entwickeln oft ein ausgeprägtes Territorialverhalten, bewachen Haus und Hof ähnlich wie Wachhunde und bauen häufig eine enge Bindung zu ihren Haltern auf.
Laufenten
Laufenten sind vor allem bei Gartenbesitzern beliebt, weil Schnecken zu ihrer bevorzugten Nahrung gehören. Gleichzeitig stellen sie höhere Ansprüche an ihre Haltung als viele andere Geflügelarten. Sie benötigen viel Bewegungsfläche sowie eine Bademöglichkeit, idealerweise einen Gartenteich.
Mit einer Lebenserwartung von etwa zwölf bis 15 Jahren gehen Halter eine langfristige Verantwortung ein. Wie anderes Geflügel unterliegen auch Laufenten dem Tiergesundheitsgesetz sowie der Geflügelpest-Verordnung. Deshalb müssen sie beim Veterinäramt gemeldet werden, damit eine Nachverfolgung im Fall von Vogelseuchen möglich ist.