30. September 2026, 13:36 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Im Herbst gibt es im Garten einiges zu tun. Neben den Vorbereitungen auf den Winter steht für viele Stauden und Gehölze auch die Pflanzzeit an. Doch längst nicht jede Pflanze sollte jetzt in die Erde. Um welche Arten es sich handelt und wann für sie der beste Zeitpunkt zum Anpflanzen beginnt, verrät myHOMEBOOK.
Wenn die Tage kürzer werden und das Laub in Gelb- und Rottönen schimmert, zeigt sich der Garten noch einmal von einer ganz besonderen Seite. Gleichzeitig kündigt sich mit kühleren Temperaturen bereits der Winter an. Für Hobbygärtner beginnt damit eine wichtige Phase: Jetzt werden Hecken geschnitten, der Rasen auf die kalten Monate vorbereitet und viele neue Stauden und Gehölze gepflanzt. Denn obwohl die Sommerhitze vorüber ist, steckt im Boden noch ausreichend Wärme. Gleichzeitig wird es feuchter und die Sonne verliert an Kraft. Was für viele Pflanzen ideale Startbedingungen sind, kann für andere jedoch zum Problem werden. Bei ihnen sollte man mit dem Pflanzen besser noch warten.
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Übersicht
Welche Pflanzen man im Herbst nicht setzen sollte
Die größten Probleme haben in der Regel Pflanzenarten, die nach dem Einpflanzen nicht ausreichend kräftig sind, um Frost zu überstehen. Auch Arten mit sehr fleischigen Wurzeln können unter dem feuchten Bodenmilieu im Winter leiden und schnell faulen, wenn sie noch nicht richtig angewachsen sind. Hier einige Beispiele:
Herbstanemone
Auch wenn ihr Name etwas anderes vermuten lässt: Herbstanemonen sollten lieber nicht im Herbst gepflanzt werden. Denn obwohl sie im Herbst blühen, können zu dieser Jahreszeit gesetzte Gewächse nur wenige wasserführende Wurzeln schlagen und bei hohen Niederschlagsmengen auch schnell Faulschäden erleiden. Der ideale Zeitpunkt, um Herbstanemonen zu pflanzen, ist deshalb Anfang April, wenn der Dauerfrost bereits vorüber ist.
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Lavendel
Der allseits beliebte Lavendel stammt aus der Mittelmeerregion und verzeiht deshalb gerade als junge Pflanze weder Frost noch Winternässe gut. Die zarten Triebe von jungen Pflanzen können abfrieren und die nur wenig ausgebildeten Wurzeln in der Erde unter der Nässe in unseren Breiten im Winter leiden. Von Mitte bis Ende April haben junge Lavendelpflanzen deutlich bessere Chancen, sich zu gesunden und ausdauernden Blühpflanzen zu entwickeln.
Schneeglöckchen
Im Herbst werden neben Tulpen-, Krokus- und Narzissenzwiebeln auch Schneeglöckchen in Zwiebelform angeboten. Diese neigen allerdings dazu, schnell auszutrocknen. In der Regel verfügen sie im Herbst bei trockener Witterung nicht über ausreichend Wurzeln, um genug Wasser in die Zwiebel zu transportieren und so die Blüte im Frühjahr vorzubereiten. Viele Schneeglöckchenzwiebeln vertrocknen deshalb direkt im Boden, bevor sie überhaupt zur Blüte kommen. Auch Schneeglöckchen gehören deshalb zu den Pflanzen, die nicht im Herbst gepflanzt werden sollten.
Die bessere Variante ist deshalb, Ende März bereits blühende Schneeglöckchentöpfe zu kaufen und diese direkt in die Erde zu setzen. Hier ist das Wurzelwerk bereits stärker ausgebildet und die Schneeglöckchen haben das ganze Frühjahr und den Sommer über Zeit, um sich am Wuchsort auszubreiten.
Lilien
Ebenfalls im Herbst gibt es im Handel Zwiebeln von verschiedenen Liliengewächsen zu kaufen. Für den Hobbygärtner ist dies irreführend, denn leider vertragen auch Lilien die Pflanzung im Herbst nur schlecht. Ähnlich wie Schneeglöckchen verfügen sie erst ab dem Frühjahr über ausreichend wasserversorgende Wurzeln. Zwiebel und Wurzelstock sind bis dahin sehr anfällig für Staunässe und reagieren schnell mit Fäulnis.
Als Eselsbrücke dient der Valentinstag. Lilien werden zu diesem Anlass gern verschenkt und so dürfen die Zwiebeln auch rund um diesen Tag in die Erde. Hier darauf achten, dass diese auf einer Sandschicht in 20 bis 30 Zentimeter Tiefe gebettet sind. So befinden sie sich tief genug in der Erde, um vor leichten Frösten gesichert zu sein, und andererseits wirkt die Sandschicht wie eine natürliche Drainage, die Staunässe verhindert.
Garten-Hibiskus
So robust ein bereits etablierter Garten-Hibiskus ist, so empfindlich ist er in jungen Jahren bei Frost und Schnee. Deshalb sollte auch diese Pflanzenart erst im Frühjahr gepflanzt werden, sodass sie den Sommer über reichlich Wurzeln schlagen und erste Triebe eine schützende Rindenschicht ausbilden können. Zusätzlich hilft eine schützende Vlies-Schicht, um den jungen Hibiskus gegen die Kälte zu wappnen.
Auch Exoten vertragen keine Herbstpflanzung
„Feigenbaum, Kaki, Eukalyptus und Passionsblume ziehen in immer mehr Gärten in unseren Breiten ein. Der Klimawandel mit immer milderen Wintern und heißen Sommern macht’s möglich. Um sich optimal an die ihnen eigentlich fremdartigen Bedingungen anzupassen, sollten diese Pflanzen im Herbst nicht gepflanzt werden. Ein gut ausgebildetes Wurzelwerk und kräftige, feste Triebe helfen beim ersten Winter. Dafür sollte die Pflanzung im Frühjahr erfolgen, sodass der Exot den Sommer über Kraft und Substanz sammeln kann.“