Der Brauch des Barbarazweigs kann mit Zweigen verschiedener Pflanzen und Bäume durchgeführt werden Foto: picture alliance / ROHA-Fotothek Fürmann/Shotshop | ROHA-Fotothek Fürmann
Im Winter ist es zumeist draußen kalt und im Idealfall liegt Schnee. Am liebsten rollt man sich dabei auf dem Sofa mit einer Decke und einer Tasse Tee ein. Ein schöner Brauch, um im Winter ein wenig Frühling in die eigenen vier Wände zu zaubern, sind Barbarazweige. Mit der richtigen Pflege und etwas Glück entfalten sich die Knospen rechtzeitig zum Fest.
Neben Mistelzweigen, Adventskalendern und dem Plätzchenbacken gibt es noch weitere Bräuche in der Vorweihnachtszeit. Eine davon ist das Aufstellen von sogenannten Barbarazweigen. Hierbei ist keine spezielle Pflanze erforderlich, viele Zweige eignen sich dafür. Man platziert sie in einer Vase mit Wasser, und idealerweise erfreut man sich an Heiligabend über eine Blütenpracht. myHOMEBOOK erklärt, welche Zweige sich dafür eignen und wie man die Blüte fördern kann.
Wenn man an Weihnachten blühende Barbarazweige haben möchte, sollte man ein paar Dinge beachten. Immerhin ist es mitten im Winter und man möchte eine Pflanze zum Blühen bringen, die eigentlich erst im Frühling dran wäre. Man muss mit der Pflanze also eine Art Zeitreise durchführen und ihr die Jahreszeiten vortäuschen, die sie normalerweise durchlaufen hätte, bis sie blüht: erst der Frost im Winter und dann das langsame Auftauen im Frühling, bis hin zur Blüte.
Deshalb sollte man die Zweige von Blütengehölzen für die Vase am besten erst nach einigen Frostnächten schneiden, raten die Experten der Bayerischen Gartenakademie. Dann klappt es mit der Blüte der Barbarazweige vielleicht auch direkt zum Fest. Richtet man sich streng nach dem katholischen Brauch, schneidet man die Zweige am Tag der heiligen Barbara am 4. Dezember.
Geeignet dafür sind besonders die Triebe von Kirschen oder anderen Obstbäumen. Allerdings kann man auch Goldregen, Forsythie, Mandelbaum sowie Zweige von einer Weide oder Ginster verwenden. Wenn es draußen nicht richtig friert, empfehlen die Experten, die Zweige eine Nacht in die Gefriertruhe zu legen. Dies kann helfen, damit die geschnittenen Zweige auch in der Vase austreiben.
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Außerdem benötigen die geschnittenen Zweige einen warmen, hellen Standort. Doch Vorsicht: Neben der Heizung oder dem Kamin trocknen die Blütenknospen häufig ein. Das Wasser in der Vase sollte nicht zu kalt, sondern besser handwarm sein. Am besten wechselt man es regelmäßig. Zusätzlich sollte man die Gehölze mit einem scharfen Messer anschneiden. Dann können sie möglichst viel Wasser aufnehmen.
Zweige in der Vase haben eine lange christliche Tradition: In der Regel werden sie am 4. Dezember, dem Gedenktag der Heiligen Barbara, von Obstbäumen geschnitten und zu Hause in eine Vase gestellt. 20 Tage später, an Heiligabend, sollten sie erblüht sein. Für Christen symbolisieren die Barbarazweige neues Leben sowie die Geburt Jesu.
Um die Tradition ranken sich verschiedene Legenden, dies ist eine:
„Barbara war die Tochter eines reichen Kaufmanns in Nikomedien, das heutige Izmir in der Türkei. Sie konvertierte unerlaubt zum Christentum und sollte dafür hingerichtet werden. Auf dem Weg in den Kerker verfing sich ein Kirschzweig in ihrem Kleid. Sie pflegte ihn in ihrer Zelle hingebungsvoll. Als der Tag ihrer Hinrichtung gekommen war, blühte der Zweig. Dies wurde von Barbara so gedeutet, dass der Tod nicht das Ende sei. Mit diesem Gefühl hatte sie weniger Angst vor ihrem Schicksal.“– Franka Kruse-Gering, myHOMEBOOK-Redakteurin
Mit Material der dpa
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