3. März 2026, 13:57 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Die Sonne lässt sich im März wieder öfter blicken, die Tage werden länger – und im Garten zeigen sich die ersten frischen, grünen Spitzen im Rasen. Viele Gartenbesitzer bekommen jetzt Lust, die Fläche fit für die Saison zu machen. Schnell kommt dabei das Vertikutieren ins Spiel: Moos, Mähreste und Unkraut sollen raus, damit Luft, Wasser und Nährstoffe wieder besser an die Wurzeln gelangen. Die Hoffnung: ein dichter, gesunder, sattgrüner Rasen.
Vertikutieren ist kein sanfter Frühjahrsputz, sondern ein deutlicher Eingriff in die Grasnarbe. myHOMEBOOK hat bei einem Experten nachgefragt, ob man den Rasen im März schon vertikutieren sollte.
Darum sollte man im März noch nicht vertikutieren
Beim Vertikutieren werden Moos und andere unerwünschte Gewächse aus dem Rasen entfernt. Experten sprechen dabei auch vom „Rasenfilz“. Allerdings können bei dem Vorgang unschöne Löcher im Rasen entstehen. Auf myHOMEBOOK-Nachfrage bestätigt auch Rasenprofi Dr. Harald Nonn von der Deutschen Rasengesellschaft, dass man mit dem Entfernen von Moos lieber noch etwas warten sollte. „Dazu brauche ich zuerst einmal Wachstum, damit die Rasengräser, wenn ich vertikutiere, die Lücken schließen können“, erklärt der Experte.
Dazu passend: Welche Pflege der Rasen im März braucht
Aufgrund der bisher niedrigen Temperaturen sei aber noch kein gutes Rasenwachstum gegeben, heißt es weiter. Auch eine Nachsaat zum Schließen der Löcher empfiehlt der Experte noch nicht. Es brauche gewisse Mindesttemperaturen, damit Rasensamen auch keimen würden. „Das ist so bei Bodentemperaturen oberhalb von 10 Grad der Fall, besser sogar noch 12 Grad. Die haben wir im Moment noch nicht. Dafür ist es nachts noch zu kühl.“
Demnach sollte man also lieber noch etwas warten, bis es wärmer wird. Zum einen schließen sich die Löcher im Rasen dann eventuell von allein, da sich vorhandene Gräser ausbreiten. Zum anderen keimen bei einer Nachsaat die Samen erst, wenn die Temperatur des Bodens passt.
Welche Pflege der Rasen im März unbedingt braucht
Warum man im März noch keinen Rasen säen sollte
Rasen nicht zu oft vertikutieren
Vertikutieren bedeutet sinngemäß „vertikales Schneiden“. Das bedeutet, dass beim Vertikutieren die Grasnarbe angeritzt und somit ungewollte Pflanzenteile entfernt werden. Dieser Vorgang ist für den Rasen sehr kräftezehrend, da Lücken, die durch den Prozess entstanden sind, wieder mit Grashalmen gefüllt werden müssen und die Rasengräser teilweise auch beschädigt werden. Daher ist es wichtig, den Rasen nicht zu oft zu vertikutieren. Dr. Nonn nennt eine Faustregel: „Mindestens einmal, höchstens zweimal pro Jahr vertikutieren.“
Dazu passend: Die 5 besten Vertikutierer für einen gepflegten Rasen
Wann sollte man vertikutieren?
Die beste Zeit, um zum Schneidewerkzeug zu greifen, ist im Frühjahr und im Herbst. Wichtig ist, dass der Boden nicht zu feucht ist und die Bodentemperaturen nicht zu niedrig sind. Der März sei laut Dr. Harald Nonn kein geeigneter Zeitpunkt, um zu vertikutieren. „Wenn beim Vertikutieren zu befürchten ist, dass es große Kahlstellen gibt, dann würde ich eher bis in den Mai warten mit der Aktion. Dann muss ich definitiv nachsäen.“ Durch konstant hohe Bodentemperaturen im Mai ist die Wahrscheinlichkeit, dass Rasensamen keimen und der Rasen auch wächst, wesentlich höher als im März.