21. August 2026, 6:43 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Ein ordentlicher Regenguss freut die Pflanzen im Garten und füllt vorhandene Sammler in wenigen Minuten. Gleichzeitig gelangen mit den Regentropfen Blätter, Pollen oder Staub in den Wasserspeicher. Somit sammelt sich mit der Zeit auch Dreck in Regentonne oder in der Zisterne, und ein Hobbygärtner stellt sich die Frage: Wie oft sollte ich meine Speicher eigentlich reinigen? Um eine Antwort zu finden, hat myHOMEBOOK mit Torsten Brämer von „Wir sind Garten”, gesprochen.
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Wann und wie sollte gereinigt werden?
Wer seine Wasserspeicher regelmäßig kontrolliert, braucht gar keinen starren Reinigungsplan. „Eine Regentonne sollte mindestens einmal pro Jahr überprüft und bei Bedarf gereinigt werden, idealerweise im Frühjahr oder nach der Gartensaison“, erläutert Torsten Brämer von Deutschlands größter Online-Garten-Community „Wir sind Garten“.
Bei einer gut geplanten, unterirdischen Zisterne mit funktionierenden Filtern können sich Gartenbesitzer noch entspannter zurücklehnen. Eine solche Anlage komme oft über viele Jahre ohne vollständige Reinigung aus. Daher lautet für beide Speicher die Grundregel: Nur reinigen, wenn es wirklich notwendig ist.
Bei einer Regentonne reicht dafür ein kritischer Blick ins Innere, um das zu beurteilen. Je mehr der folgenden Anzeichen bei der Kontrolle auffallen, desto mehr spricht für eine Reinigung:
- Schlammablagerungen am Boden
- unangenehme Gerüche
- verfärbtes oder trübes Wasser
- sichtbare Algenbildung
- ein Zulauf oder Filter, der nicht mehr richtig funktioniert
- viele Schwebstoffe im Wasser.
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Was sich alles im Wasserspeicher ablagert
Wenn es regnet, gelangen über das Dach ständig kleine Mengen an Schmutz in den Speicher. Blätter, Blüten, Pollen, Staub, Vogelkot und feine Sedimente sind laut Brämer typische Bestandteile.
Der Großteil davon sinkt zu Boden und bildet dort mit der Zeit eine sichtbare Schlammschicht. „In moderater Menge ist das kein Problem“, meint der Gartenexperte und fügt an: „Erst bei starken Ablagerungen leidet die Wasserqualität. Dann drohen unangenehme Gerüche und eine verstärkte Entwicklung von Mikroorganismen.“
Diese Mikroorganismen beeinflussen die Wasserqualität. „Regenwasser ist kein Trinkwasser”, stellt Brämer klar. Denn aus den unsichtbaren Lebewesen entwickeln sich verschiedene Umweltbakterien und Pilze. „Gelangen Vogelkot oder andere organische Stoffe in die Regentonne, können sich in dem gesammelten Wasser sogar Kolibakterien ansammeln und vermehren“, betont Torsten Brämer.
Für die Bewässerung des Gartens spielt das keine Rolle. Dort ist Regenwasser sogar von Vorteil. Es enthält keine Zusätze wie Chlor und hat eine geringere Wasserhärte als Leitungswasser. Wer über eine entsprechende Anlage zur Wasseraufbereitung im Garten verfügt, kann das Regenwasser sogar für Toilettenspülung und Waschmaschine nutzen.
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Pflege- und Wartungstipps
Beim Pflegeaufwand unterscheiden sich Regentonne und Zisterne. Das gesammelte Wasser in einer Tonne erwärmt sich im Sommer zügig und ist dadurch anfälliger für Algen. Allerdings ist eine Tonne dafür schneller entleert und gereinigt.
Bei unterirdischen Zisternen sorgt ein ausgeklügeltes System für konstant niedrige Temperaturen und somit für mehr Stabilität bei der Qualität des Wassers. „Hier steht weniger die Reinigung des Behälters als vielmehr die Wartung von Filtern, Zuläufen und Überläufen im Vordergrund“, verdeutlicht der Gartenexperte.
Viele Wartungsarbeiten können vom Gartenbesitzer selbst erledigt werden. Brämer nennt hier:
- die Reinigung von Laubfängern und Filtern,
- die Kontrolle des Wasserstands
- das Entfernen grober Verschmutzungen sowie
- eine regelmäßige Inspektion der Anlage.
Betrifft die Arbeit dagegen Pumpen, Steuerungen oder Leitungen, oder erfordert sie das Betreten einer großen Zisterne, rät der Experte, dafür einen Fachbetrieb zu engagieren. „Das Betreten einer Zisterne birgt echte Risiken. In geschlossenen Behältern können Sauerstoffmangel oder gefährliche Gase auftreten, zusätzlich besteht Absturz- und Ertrinkungsgefahr“, warnt Brämer vor zu viel Ehrgeiz.
Daher sollten vor allem größere Zisternen grundsätzlich nicht von Privatpersonen betreten werden. Solche Wartungsarbeiten gehören ausschließlich in die Hände entsprechend geschulter Fachleute.
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Wer vorbeugt, spart bei der Reinigung
Damit möglichst wenig Dreck von außen in die Wasserspeicher gelangt, empfiehlt Torsten Brämer ein paar vorbeugende Maßnahmen:
- Ein guter Laubfänger hält grobe Verschmutzungen von vornherein vom Speicher fern.
- Filter verhindern zusätzlich das Eindringen feiner Schmutzpartikel.
- Eine lichtdichte Abdeckung reduziert Algenwachstum und den Eintrag von Insekten und Schmutz.
„Wer Regentonne und Zisterne so schützt und die Komponenten regelmäßig wartet, erspart sich bereits eine Menge Reinigungsaufwand“, betont Brämer.
Abschließend bleiben zwei Dinge festzuhalten: Zum einen benötigt weder eine Zisterne noch eine Regentonne jedes Jahr eine Komplettreinigung. Zum anderen sollte Regenwasser niemals mit Trinkwasser verwechselt werden.
Das Sammeln von Regenwasser ist ein wichtiger Baustein für nachhaltiges Gärtnern. Wer auch noch den Schutz kleinerer Tiere und Insekten mitdenkt, sollte seine Regentonne abdecken. Angenehmer Nebeneffekt: Dadurch schwirren deutlich weniger Mücken im eigenen Garten herum. Denn die nutzen offene Wasseroberflächen für die Eiablage.