27. Juli 2026, 17:42 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Es gibt sie in allen Größen und für alle Zwecke, meist aus Holz, manchmal auch aus Kunststoff, und einige Gartenfreunde bauen sie sogar selbst, kleine Häuschen für den Garten. Doch wo verläuft eigentlich die Grenze zwischen einem Gartenschuppen und einem Gartenhaus? Dafür hat myHOMEBOOK bei einem Experten nachgefragt.
Darin unterscheiden sich Gartenhaus und Gartenschuppen
Wesentlich bei der Unterscheidung ist die Fläche. Gartenschuppen sind in der Regel spärlich bemessen. Die Fläche reicht gerade einmal, um die kleinere Gartengeräte einzulagern. Meist verfügt so ein Schuppen nur über eine Tür und sonst gar nichts, also auch keine Fenster. Für größere Geräte wie Rasenmäher oder Vertikutierer reicht der Platz schon nicht mehr aus. Die optische Bandbreite eines Schuppens reicht vom einfachen Bretterverschlag bis hin zu Fertigbau-Schuppen aus Holz oder Kunststoff.
Wer über einen größeren Garten verfügt, benötigt dafür auch größeres Gerät. Dafür braucht es dann schon ein richtiges Gartenhaus. Hier finden auch größere Gartengeräte Platz. Zudem lassen sich auf Regalen weitere Dinge lagern, beispielsweise Pflanzkübel in allen Größen oder Pflanz- und Rasendünger. Möglicherweise bleibt auch noch Platz für eine kleine Sitzecke mit Tisch und Stühlen.
Regionale Baubehörde einbeziehen
„Vor dem Bau oder der Installation eines Häuschens im Garten sollte unbedingt die regionale Baubehörde mit einbezogen werden“, rät Torsten Brämer, Gartenexperte und Betreiber der größten deutschsprachigen Online-Garten-Community „Wir sind Garten“. „Lieber einmal zu viel beim Amt nachfragen, als später sein blaues Wunder zu erleben, weil bestimmte Richtwerte nicht eingehalten worden sind.“
Bei einer Größe von bis zu 30 Quadratmetern sind solche Gartenhäuser in der Regel genehmigungsfrei. Allerdings gibt es in den einzelnen Bundesländern spezielle Regeln. Deswegen lohnt es sich, vorab sämtliche rechtlichen Hürden abzuklären.
Wenn dem Bau oder der Aufstellung eines Gartenhauses nichts mehr im Wege steht, kann losgelegt werden. Bei der Planung sollten noch ein paar Dinge bedacht werden. Es beginnt schon bei der Frage nach dem richtigen Standort. Befinden sich beispielsweise Bäume in der Nähe, dann kann es bei Sturm problematisch werden. Oder knallt die Sonne den ganzen Tag auf das Gartenhaus, „dann heizen sich die üblichen einfachen Gartenhäuser aus dem Baumarkt im Sommer enorm auf“, erwähnt Gartenexperte Brämer.
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„Im Vorfeld sollte ich mir zudem die Frage beantworten: brauche ich Strom und Wasser? Denn dann sind bestimmte Vorarbeiten für die Anschlüsse notwendig“, betont der Experte.
„Dann geht es mit den Überlegungen weiter, aus welchem Material soll das Haus gefertigt werden? Ein gemauertes Haus hat die beste Klimawirkung. Die zweitbeste Lösung ist Holz. Allerdings benötigt das Material viel Pflege. Ansonsten leidet die Bausubstanz unter den Witterungseinflüssen. Eine dritte Möglichkeit wären Gartenhäuser aus recyceltem Kunststoff. Einige Hersteller haben inzwischen auch Häuser in Holzoptik im Angebot“, zählt Brämer einige Möglichkeiten hinsichtlich des Materials auf.
Auch das Dach eines Gartenhauses lässt sich je nach Stabilität des Gebäudes vielfältig nutzen. „Eine Möglichkeit wäre, auf dem Gartenhaus eine PV-Anlage zu installieren. So hat man gleichzeitig Stauraum und kann den Strom für das Gebäude gleich selbst produzieren“, erwähnt der Fachmann.
„Eine Alternative wäre, das Dach des Gartenhauses zu begrünen. Das sieht nicht nur schön aus, sondern verbessert das Mikroklima im eigenen Garten erheblich. Zudem freuen sich Insekten über die grüne Oase auf dem Dach des Gartenhauses“, unterstreicht Brämer.
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Regenwasser nutzen
Bei einem Gartenhaus mit einem Spitzdach sollte über das Thema Regenauffang nachgedacht werden. „Je nach Größe kann das Regenwasser vom Dach des Gartenhauses in eine unterirdische Zisterne abgeleitet werden. Das ist klimafreundlich und spart Wasser“, empfiehlt Torsten Brämer von der Garten-Community „Wir sind Garten“.
Selbstverständlich tut es auch eine einfache Regentonne, um das Regenwasser zu sammeln. „Dann allerdings die Tonne oben abdecken, damit Kleintiere nicht versehentlich hineinfallen und ertrinken“, ergänzt Brämer. Zudem dienen offene Regentonnen als ideale Brutstätte für Mücken.
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Noch einen letzten Tipp in Sachen Begrünung hat Gartenexperte Torsten Brämer parat: „Inzwischen gibt es einige Anbieter sogenannter vertikaler Begrünungssysteme. Damit lässt sich auch die Außenfassade des Gartenhauses begrünen, wenn man das möchte.“ Auch diese Methode wirkt sich positiv auf das Mikroklima im eigenen Garten aus.