13. Juli 2026, 11:13 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
In manchen Shops gibt es sie fertig zu kaufen. Das Netz ist zudem voll mit Bauanleitungen: Die Rede ist von einem Erdkühlschrank. Das Verkaufsargument dabei lautet, beispielsweise Getränke auf ganz natürliche Weise ohne Strom zu kühlen. Worum es sich dabei genau handelt, darüber hat sich myHOMEBOOK mit einem Gartenexperten unterhalten.
Im Grunde genommen geht der Erdkühlschrank auf die Zeit zurück, als es noch keine strombetriebenen Kühlschränke gab. Damals kannten die Menschen andere Tricks, um Lebensmittel kühl zu halten und somit länger haltbar zu machen.
Eine Methode war es, Gemüse und Obst unterirdisch zu lagern. Dafür wurde eine Grube ausgehoben. Diese ist anschließend seitlich abgestützt und isoliert worden. Damit nicht zu viel Wasser eindringen konnte, hat ein einfacher Deckel oder eine Plane die Erdmiete geschützt.
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Altbewährte Methode
„Diese Methode ist altbewährt“, weiß Torsten Brämer, Gartenexperte und Betreiber der größten deutschen Online-Garten-Community „Wir sind Garten“. „Auf diese Weise haben die Menschen ihre Ernte haltbar gemacht und über den Winter gebracht. Die Methode setzt auf die Isolationswirkung der Erde. Es handelt sich also nicht um einen richtigen Kühleffekt. Das ist vergleichbar mit einer klassischen Kühlbox, nur eben auf natürliche Weise.“
Modernere Formen der Erdmiete werden als Erdkühlschrank vermarktet. Dabei handelt es sich um speziell ausstaffierte Rohre, in die Getränkeflaschen eingestellt werden können. So lassen sich beispielsweise Bier, Limonade und andere Getränke durch Versenken in der Erde kühl halten.
Die Rohre gibt es in verschiedenen Größen und Längen zu kaufen. In dem Rohr befindet sich eine Art Flaschenregal, das sich per Griff am oberen Ende herausziehen und wieder versenken lässt. Ein Deckel schützt den Inhalt vor Nässe. Um die Rohre im Garten zu versenken, ist es notwendig, ein tieferes Loch zu graben. „Je tiefer man gräbt, desto größer ist die Kühlwirkung eines solchen Erdkühlschranks“, ergänzt Gartenexperte Torsten Brämer.
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Erdkühlschrank im Selbstbau
Im Netz finden sich auch zahlreiche Bauanleitungen für einen Erdkühlschrank. Eine Baugenehmigung braucht es für diese kleine Kühllösung nicht, nur ein schattiges und am besten auch feuchtes Plätzchen im Erdboden. Wer jetzt aber denkt, damit ließe sich eine Menge Strom sparen, der irrt sich gewaltig.
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Zunächst einmal kommen die Getränke aus einem Kühlschrank, sind also in der Regel vorgekühlt. Im Erdkühlschrank sorgt die Isolationswirkung der Erde dafür, die Getränke länger kühl zu halten. Um eine Kühlwirkung zu erzielen, wäre die Zugabe von Eiswürfeln oder Kühlakkus notwendig, eben wie bei einer normalen Kühlbox.
Mehr Show als Nutzen
„Das ist mehr Show als wirklicher Nutzen“, hat Gartenexperte Torsten Brämer eine klare Meinung zu Erdkühlschränken. Denn einen klaren Aha-Moment verströmt so ein natürlicher Kühlschrank auf alle Fälle. Schließlich ist es deutlich cooler, die Getränke aus dem möglicherweise selbstgebastelten Bodenrohr zu zaubern, als sie aus einer Kühlbox zu reichen.
Deswegen ist auch Vorsicht bei größeren, begehbaren Erdkühlschränken geboten. Die finden sich im Netz zum Preis von über 7.000 Euro. Der dafür notwendige massive Erdaushub ist da noch gar nicht eingepreist. Hält man die jährlichen Stromkosten eines modernen Kühlschranks mit 60 bis 70 Euro dagegen, erkennt man sofort: Eine Anschaffung rechnet sich nicht wirklich.