Zum Inhalt springen
logo Das Do-it-yourself-Portal für Haus und Garten
Blumen Gartenpflanzen Alle Themen
Gärtnern für die Vase

Wie man ein Schnittblumenbeet im Garten anlegt

Schnittblumenbeet
Ein Schnittblumenbeet liefert ständig Nachschub für die Vase Foto: Getty Images / ronstik
Artikel teilen
Katharina Petzholdt
Garten-Autorin

2. April 2026, 17:11 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Es gibt Beete, die vor allem schön aussehen sollen. Und es gibt welche, die in erster Linie Erträge liefern sollen. Schnittblumenbeete können beides. Wie das Gärtnern für die Vase funktioniert und welche Blumen geeignet sind, erklärt myHOMEBOOK-Autorin und Gartenexpertin Katharina Petzholdt.

Wer im Sommer gerne Blumen aus dem Garten holt, kennt das Dilemma: Im Beet wirken die Blumen am schönsten, in der Vase aber leider auch. Und mit jedem geschnittenen Strauß entstehen Lücken im Beet, die selbst üppige Pflanzungen gerupft wirken lassen. Die Lösung ist ein Schnittblumenbeet – also ein Beet, das extra für die Blumenernte angelegt wird.

Welche Vorteile hat ein Schnittblumenbeet?

Gekaufte Blumensträuße können mit Pestiziden belastet sein. Wer seine Blumen aus dem eigenen Garten bezieht, hat dagegen volle Kontrolle über den Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmitteln. Auch für den Geldbeutel ist die Ernte eigener Blumen günstig, da gekaufte Sträuße – wenn sie raffiniert zusammengestellt und schön gebunden sind – ganz schön ins Geld gehen. Hinzu kommt der ökologische Nutzen: Während die Blumen im Haus als Augenweide dienen, sind viele Arten im Garten eine Insektenweide.

Welche Blumen eignen sich?

Für ein Schnittblumenbeet eignen sich vor allem reich blühende einjährige Sommerblumen mit langen oder gut verzweigten Stielen. Dazu zählen etwa Cosmeen, Zinnien, Lanzenrittersporn, Bechermalve, Kornblumen, Einjähriger Phlox, Sommerastern, Strohblumen, Aufrechte Studentenblume und Jungfer im Grünen, wobei nicht jede Sorte dieser Arten gleichermaßen als Schnittblume taugt. Ein Blick aufs Saatguttütchen liefert meist den entscheidenden Hinweis.

Pinterest Inc. Platzhalter
An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Viele dieser einjährigen Sommerblumen bilden umso mehr Blütenstiele, je regelmäßiger geerntet oder Verblühtes entfernt wird. Sobald die Pflanzen Samen ausreifen lassen, lässt die Blütenbildung nach. Werden sie immer wieder daran gehindert, treiben sie ständig neue Blütenknospen nach. Genau deshalb eignen sich diese Arten so gut als Schnittblumen.

Ergänzen lässt sich das Beet durch Füllpflanzen, Duftgrün oder Arten mit dekorativen Samenständen wie Dill, Bischofskraut, Einjähriges Schleierkraut oder farblich besonders attraktiven Basilikumsorten.

Standort und Boden für ein Schnittblumenbeet

Die meisten einjährigen Sommerblumen bevorzugen einen sonnigen, warmen und möglichst windgeschützten Platz mit einem humosen, durchlässigen Boden. Schwieriger wird es auf verdichteten Flächen, die zu Staunässe neigen, oder auf solchen, die von Baum- oder Heckenwurzeln durchzogen sind, weil die Pflanzen hier um Wasser und Nährstoffe konkurrieren müssen.

Planung und Beetgröße

Pflege und Ernte fallen leichter, wenn das Beet an jeder Stelle gut erreichbar ist. Damit es von beiden Seiten bearbeitet werden kann, sollte es nicht breiter als 1,2 Meter sein. Ist es nur von einer Seite zugänglich, sind maximal 80 Zentimeter sinnvoll. Wer den ganzen Sommer über regelmäßig Sträuße schneiden möchte, braucht mindestens vier Quadratmeter Beetfläche.

tracdelight GmbH Platzhalter
An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Bodenvorbereitung

Vor der Pflanzung wird die Fläche zunächst von Bewuchs befreit. Danach lockert man den Boden mit der Grabegabel und hackt ihn durch. Anschließend kann je nach Boden etwas gut verrotteter Kompost oberflächlich eingearbeitet werden.

Auch interessant: Mit welchen Tricks bleiben Schnittblumen wirklich länger frisch?

Anzucht und Direktsaat

Für ein Schnittblumenbeet ist die Anzucht oft die bessere Wahl, vor allem wenn die Fläche klein ist und möglichst gleichmäßig bepflanzt werden soll. So kommen kräftige Jungpflanzen ins Beet, die für Schnecken meist weniger attraktiv sind als frisch gekeimte Sämlinge. Außerdem schafft die Anzucht einen zeitlichen Vorsprung, sodass die ersten Blumen früher geschnitten werden können.

Mit der Anzucht kann je nach Art von Anfang bis Mitte April begonnen werden. Bis die Pflanzen bereit für den Umzug ins Freie sind, vergehen im Schnitt sechs Wochen. Wärmeliebende Arten, die erst nach den Eisheiligen ins Freie ziehen dürfen, werden entsprechend später gesät. Manche Arten – etwa Kornblumen, Jungfer im Grünen oder Lanzenrittersporn – lassen sich gut direkt ins Beet säen.

Schnittblumenbeet bepflanzen

Die einzelnen Pflanzen dürfen in einem Schnittblumenbeet etwas enger stehen, als es auf den Saatguttütchen empfohlen wird. So eine engere Pflanzung hat gleich zwei Vorteile: Der Boden wird schneller beschattet, sodass Unkraut weniger Chancen hat, und viele Arten bilden in bedrängten Verhältnissen längere Stiele.

Hohe Pflanzen kommen an die hintere Seite des Beetes, damit sie kleinere nicht verschatten. Gepflanzt werden kann in Reihen, ähnlich wie im Gemüsebeet, oder gemischt. Eine besonders attraktive Variante ist die Pflanzung in Grüppchen, die sich mehrfach auf dem Beet wiederholen.

Pinterest Inc. Platzhalter
An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.
Mehr zum Thema

Schnittblumenbeet pflegen

Viele Schnittblumen brauchen eine Stütze, damit sie Wind und Wetter standhalten. Statt jede Pflanze einzeln zu stützen, kann auch das ganze Beet abgesichert werden. Dafür werden Bambusstäbe in regelmäßigen Abständen am Rand und in der Mitte gesetzt und auf zwei Höhen mit einer Schnur verbunden.

Bei manchen Arten, etwa bei Cosmeen, Zinnien, Strohblumen und einigen sich verzweigenden Sonnenblumen, lohnt sich außerdem das Entspitzen. Hierbei wird der Mitteltrieb gekappt, sobald die Pflanze eine Höhe von rund 20 Zentimetern erreicht hat. Das fördert die Verzweigung und damit die Bildung weiterer Blüten.

Auch die Bewässerung zählt zu den wichtigen Pflegemaßnahmen. Gegossen wird bodennah und so regelmäßig, dass der Boden nie ganz austrocknet. Gelegentlich kann auch ein wenig Flüssigdünger ins Gießwasser gegeben werden.

Schnittblumen ernten

Geschnitten wird am besten morgens, wenn die Stiele noch gut mit Wasser versorgt sind. Nach dem Schnitt sollten die Blumen möglichst rasch ins Wasser gestellt werden und sich an einem kühlen, schattigen Ort erholen. Erst nach dieser Erholungsphase werden sie an ihrem vorgesehenen Platz aufgestellt.

Katharina Petzholdt
Garten-Autorin

Schnittblumen aus dem Garten als Geschenkidee

„Und noch ein Vorteil, der im Alltag nicht zu unterschätzen ist: Wenn kurzfristig ein Mitbringsel gebraucht wird, wächst die Lösung im Schnittblumenbeet.“

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.