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Woran man Schwarzfäule erkennt und wie man den Pilz bekämpft

Schwarzfäule
Schwarzfäule befällt vor allem Weinpflanzen Foto: GettyImages / SaraTM
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Marike Stucke
Autorin

29. Juli 2025, 5:57 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Schwarze, eingetrocknete Früchte und braune Flecken auf den Blättern: Wenn das an Weinreben zu beobachten ist, könnte Schwarzfäule dahinterstecken. Hinzu kommen auf Dauer oft mumifizierte Beeren. Dann ist die Erkrankung bereits weit fortgeschritten. Die Pilzkrankheit ist im Weinbau ein ernstes Problem und kann ganze Ernten vernichten. Aber auch im Garten können Weinreben von der Schwarzfäule betroffen sein. myHOMEBOOK erklärt, wie man Schwarzfäule bei Wein erkennt und was vorbeugend schützt.

Was genau ist Schwarzfäule?

Die Schwarzfäule der Reben wird durch den Pilz „Guignardia bidwellii“ ausgelöst. Der Erreger befällt primär Weinreben, selten auch andere Pflanzen. Besonders in feucht-warmen Sommern kann sich der Pilz schnell ausbreiten und großen Schaden anrichten.

Schwarzfäule an Weinreben erkennen

  • Auf den Blättern: Rundliche, braune bis beige Flecken mit dunklem Rand, oft mit kleinen schwarzen Punkten (Fruchtkörper des Pilzes).
  • Auf den jungen Trieben: Schwarze Längsflecken und eingesunkene Stellen.
  • Auf den Beeren: Zunächst braune Flecken, später schrumpfen die Beeren, werden hart, schwarz und mumifiziert („Schwarzfäule-Beeren“).
  • Insgesamt wirkt der Rebstock geschwächt, Blätter können frühzeitig abfallen.

Welche Pflanzen können von dem Erreger befallen werden?

Auch wenn die Schwarzfäule im engeren Sinne ausschließlich die Weinrebe betrifft, werden ähnliche Krankheitsbilder bei anderen Pflanzen im Alltag häufig ebenfalls als Schwarzfäule bezeichnet. So zeigen etwa Kohlarten, Möhren oder Tomaten bei verschiedenen Pilzerkrankungen schwarz verfärbte, faulige Stellen, die an die typischen Symptome der Schwarzfäule erinnern.

Hinter diesen Erscheinungen stecken jedoch andere Erreger, etwa „Alternaria brassicicola“ (löst Schwarzpünktchenkrankheit bzw. Kohlschwärze aus) bei Kohlgewächsen oder Alternaria radicina (Schwarzfäule bei Möhren). Auch bestimmte Bakterien wie „Xanthomonas campestris“ können solche schwarzen Verfärbungen hervorrufen. Selbst einige Zierpflanzen wie Chrysanthemen, Hortensien oder Rosen sind gelegentlich von Pilzinfektionen betroffen, die zu dunklen, fauligen Flecken führen.

Wichtig: Die echte Schwarzfäule mit dem Erreger Guignardia bidwellii beschränkt sich in den meisten Fällen auf Weinreben. Die Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung ähneln sich jedoch oft, setzen aber immer voraus, den jeweiligen Erreger genau zu bestimmen.

Wann tritt Schwarzfäule an Reben besonders häufig auf?

Warme, feuchte Witterung im Frühjahr und Sommer begünstigt den Befall. Auch schlechte Belüftung und hohe Luftfeuchtigkeit in einem Weingarten erhöhen das Risiko.

Warum ist Schwarzfäule so gefährlich?

Die Krankheit kann den größten Teil einer Weinernte unbrauchbar machen, wenn sie nicht frühzeitig erkannt und behandelt wird. Besonders ärgerlich: Der Pilz überwintert in den sogenannten „Mumienbeeren“ und an alten Trieben und kann im nächsten Jahr wieder zuschlagen. Auch Hobbygärtner müssen im Zweifel auf die Traubenernte verzichten, wenn die Schwarzfäule nicht eingedämmt wurde.

Auch interessant: Verticillium-Welke erkennen und die Pflanzenkrankheit richtig behandeln

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Wie lässt sich Schwarzfäule der Reben verhindern?

  • Alte, befallene Beeren und Triebe sorgfältig entfernen und vernichten
  • Rebstöcke regelmäßig kontrollieren und frühzeitig befallene Pflanzenteile abschneiden
  • Für eine gute Belüftung sorgen: Triebe auslichten und nicht zu eng pflanzen
  • Krankheitsresistente Rebsorten wählen, falls möglich
  • Einsatz von Fungiziden: Im professionellen Weinbau werden häufig vorbeugende Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Im Hausgarten bitte vorher fachlichen Rat einholen.

Was tun bei akutem Befall?

  • Alle betroffenen Beeren und Pflanzenteile großzügig entfernen
  • Schnittwerkzeuge danach gründlich reinigen
  • Befallenes Material niemals auf den Kompost geben
  • Bei starkem Befall den Einsatz zugelassener Fungizide prüfen

Extra-Tipp: Im eigenen Garten reicht oft schon regelmäßiges Auslichten der Reben, um die Luftzirkulation zu verbessern und den Pilzbefall zu reduzieren. Wichtig ist es, alte „Beerenmumien“ spätestens im Winter vollständig zu entfernen.

Marike Stucke
Autorin

Tool-Tipp bei Pflanzenkranheiten

„Wer unsicher ist, ob es sich bei Verfärbungen an den Pflanzen um Schwarzfäule oder eine andere Krankheit handelt, könnte Pflanzenbestimmungs-Apps zur Hilfe nehmen. Tools wie ‚Plantix‘ mit dem sogenannten Pflanzendoktor, ‚Flora Incognita‘ oder ‚PictureThis‘ bieten die Möglichkeit, Fotos von befallenen Blättern oder Früchten hochzuladen. So ist eine eine erste Einschätzung möglich.“

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