13. September 2025, 15:05 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Im Frühherbst beginnt für Hobbygärtner eine besonders lohnende Phase: Die neue Pflanzsaison steht an – und das ganz ohne zusätzliche Kosten. Denn viele Stauden im Garten lassen sich mit einfachen Mitteln im Frühherbst selbst vermehren. Welche Methode sich für welche Pflanzen eignet, erklärt der Industrieverband Agrar (IVA) – und zeigt, wie sich aus einer Pflanze schnell viele machen lassen.
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1. Samen sammeln und aussäen
Vor allem bei Wildstauden wie Leberblümchen, Schafgarbe oder Frauenmantel ist die Aussaat eine bewährte Methode. Dabei werden die reifen Blütenstände geerntet, kurz bevor die Samen zu Boden fallen. Diese lässt man an einem trockenen, kühlen Ort vollständig ausreifen.
Viele dieser Pflanzen benötigen zum Keimen einen natürlichen Kältereiz, erklärt der IVA. Deshalb empfiehlt sich die Aussaat im Herbst – entweder direkt ins Beet oder in Anzuchtschalen im unbeheizten Gewächshaus.
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2. Ausläufer als neue Pflanzen nutzen
Eine weitere unkomplizierte Technik ist das Abstechen von Ausläufern. Diese Methode eignet sich besonders für Pflanzen wie Walderdbeeren, Golderdbeeren oder bestimmte Ziest-Arten. Dabei trennt man Ausläufer, die bereits eigene Wurzeln gebildet haben, mit einem scharfen Spaten von der Mutterpflanze ab. Danach setzt man sie in humusreiche Erde und sie wachsen dort selbstständig weiter.
3. Ältere Stauden teilen und verjüngen
Stauden wie Rittersporn, Astern, Schafgarbe oder Glockenblumen profitieren von einer Teilung – sowohl zur Vermehrung als auch zur Verjüngung. Dafür wird die gesamte Pflanze vorsichtig ausgegraben und mit einem scharfen Spaten oder Messer in mehrere Stücke geteilt.
Wichtig: Bei allen Stücken sollte ein Trieb und ausreichend Wurzelmasse vorhanden sein, rät der IVA. Nach dem Einpflanzen sollten die Teilstücke gut angedrückt und gründlich gewässert werden.
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4. Wurzelschnittlinge für kräftige Pflanzen
Für Stauden mit starken Wurzelsystemen wie Königskerze, Türkischer Mohn oder Fackellilie eignet sich die Vermehrung durch Wurzelschnittlinge. Hierbei werden etwa fünf Zentimeter lange Wurzelstücke abgeschnitten und senkrecht in Anzuchterde gesteckt. Das obere Ende sollte dabei knapp aus der Erde herausschauen.
An einem hellen und kühlen Standort können die Schnittlinge dann anwachsen. Sobald sich Jungpflanzen gebildet haben, werden diese pikiert und später ins Freiland gesetzt.
5. Rhizom teilen
Robuste Stauden wie Iris, Storchschnabel oder Riesenlilie lassen sich über ihre Rhizome vermehren. Rhizome sind verdickte, unterirdische Sprossachsen. Mit einem scharfen Messer werden sie in Stücke geteilt, wobei jedes Segment mindestens eine Knospe aufweisen sollte. Anschließend legt man die Stücke flach in den Boden direkt ins Beet und bedeckt sie mit etwas Erde. In der Regel dauert es nicht lange, bis sie anwachsen und neue Triebe bilden.
Durch die richtige Methode lassen sich viele Stauden im Frühherbst nicht nur unkompliziert vermehren, sondern auch vitaler und langlebiger machen – ganz ohne Neukauf im Gartencenter.
Mit Material der dpa

