20. Juni 2026, 12:24 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Sommer, Sonne, Grillduft: Wenn die Temperaturen steigen, zieht es viele Menschen mit Grillzange und Würstchen nach draußen. Doch bei extremer Hitze und Trockenheit gelten nicht nur für den menschlichen Körper besondere Vorsichtsmaßnahmen. Auch beim Grillen selbst gibt es einige Punkte zu beachten. myHOMEBOOK erklärt, wie sich das Grillen an besonders heißen Tagen von einem gewöhnlichen Grillabend unterscheidet.
Schon kleine Funken können einen Brand auslösen
Grundsätzlich gelten beim Grillen immer dieselben Sicherheitsregeln. Hitze- und Trockenperioden sorgen jedoch dafür, dass sich Pflanzen und andere Materialien leichter entzünden. Dadurch können bereits kleine Funken oder heiße Aschereste ausreichen, um einen Brand auszulösen.
„Der Abstand zu brennbaren Bereichen muss angepasst werden, wenn diese durch Hitze trockener sind – also zum Beispiel zu einem ausgetrockneten Strauch im Garten“, erklärt Silvia Oestreicher vom Deutschen Feuerwehrverband (DFV). Wer an besonders heißen Tagen grillt, sollte deshalb einen Standort wählen, der möglichst weit von trockenen Hecken, Sträuchern oder anderen leicht entzündlichen Materialien entfernt ist.
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Darauf sollte man bei Hitze und Trockenheit besonders achten
Aus Sicht der Feuerwehr beginnt Sicherheit bereits beim Aufbau. „Achten Sie darauf, dass der Grill einen sicheren Stand hat. Bauen Sie keine Behelfskonstruktionen“, rät Oestreicher. Kippt ein Grill um oder gerät ins Wanken, können Glut oder brennendes Fett schnell einen Brand verursachen.
Die Feuerwehr warnt vor einem weiteren Klassiker: dem Einsatz von Spiritus oder anderen Brandbeschleunigern. Davon rät die Expertin dringend ab. „Gießen Sie niemals Spiritus oder andere brennbare Flüssigkeiten in die Glut!“ Die dabei entstehenden Stichflammen könnten schwere Verbrennungen verursachen.
Ebenso wichtig sei es, den Grill niemals unbeaufsichtigt zu lassen. Das gelte besonders dann, wenn Kinder oder freilaufende Haustiere in der Nähe sind, da schon ein kurzer Moment der Unachtsamkeit zu gefährlichen Situationen führen kann.
Trockene Hecken, Mulch und Holzterrassen sind besonders gefährdet
Nicht jeder Bereich im Garten eignet sich als Grillplatz. Besonders vorsichtig sollten Gartenbesitzer in der Nähe von vertrocknetem Rasen, trockenen Hecken und Sträuchern sowie Mulchbeeten sein. Auch Holzterrassen, Holzzäune und Gartenmöbel aus brennbaren Materialien können durch Funkenflug beschädigt werden oder Feuer fangen.
Auf vertrockneten Wiesen oder Grasflächen sollte ein Grill nach Angaben des Deutschen Feuerwehrverbands grundsätzlich nicht aufgestellt werden. Stattdessen empfiehlt sich ein fester, möglichst nicht brennbarer Untergrund.
Wer an einer Feuerstelle oder einem Lagerfeuer grillt, sollte zusätzlich vorsorgen. „Sorgen Sie für einen nicht brennbaren Streifen aus Erde, Sand oder Steinen rund um den Grillplatz“, empfiehlt Oestreicher.
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Löschmittel sollten immer griffbereit sein
Viele Menschen denken erst bei extremer Hitze an zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. Dabei gehört ein Löschmittel grundsätzlich zu jedem Grillabend. „Generell sollte man ein Löschmittel bereithalten, nicht nur bei besonderer Hitze – aber dann erst recht“, sagt die Expertin. Ein Eimer Wasser, ein Gartenschlauch oder ein Feuerlöscher können helfen, einen Entstehungsbrand schnell unter Kontrolle zu bringen.
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Die Gefahr endet nicht mit dem letzten Würstchen
Auch nach dem Grillen ist Vorsicht geboten. „Wenn die Party vorbei ist, lassen Sie die Asche komplett abkühlen, ehe Sie sie entsorgen“, rät Oestreicher. Heiße Asche sollte niemals in Kartons, Müllsäcke oder Plastikbehälter gefüllt werden. Selbst vermeintlich erloschene Glut kann noch Stunden später Brände auslösen.
Erst wenn die Asche vollständig ausgekühlt ist, kann sie entsorgt werden. Kleinere Mengen Holzkohlenasche gehören in der Regel in den Restmüll. Wer ganz sicher gehen möchte, lagert die Asche zunächst in einem feuerfesten Metallbehälter mit Deckel, bis keinerlei Wärme mehr vorhanden ist.
Grill niemals in geschlossenen Räumen verwenden
Zieht plötzlich schlechtes Wetter auf, sollte der Grill dennoch nicht ins Haus, in die Garage oder in andere geschlossene Räume gebracht werden. Das gilt auch für bereits erloschene Grills. „Auch zum Abkühlen hat der erloschene Grill hier nichts verloren“, betont Oestreicher. „Es besteht Lebensgefahr durch tödliche Brandgase.“
Wer diese Regeln beachtet, kann auch an heißen Sommertagen sicher grillen – und verhindert, dass aus einem gemütlichen Abend im Garten ein Feuerwehreinsatz wird.