16. April 2026, 11:33 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wenn der Wurm vor dem Reinbeißen „Hallo“ sagt, ist ein Apfel grundsätzlich noch zum Verzehr geeignet. Der Appetit dürfte den meisten Menschen beim Anblick allerdings vergangen sein. Was bei Druckstellen zu beachten ist, darüber hat myHOMEBOOK mit dem Bundeszentrum für Ernährung gesprochen (BZfE).
Wie entstehen Druckstellen bei Äpfeln?
Wenn Äpfel Druckstellen aufweisen, liegt das meist an der falschen Lagerung. Das Obst hat dann möglicherweise dicht gedrängt in einem Behälter gelegen. Durch das Gewicht entsteht Druck auf die Äpfel, die ganz unten liegen.
Druckstellen können auch bei der Ernte oder beim Umlagern entstehen, wenn die Früchte beispielsweise in einen anderen, größeren Behälter geschüttet werden. Reifere Äpfel neigen schneller zu Druckstellen. Als besonders anfällig für Druckstellen gilt die Apfelsorte Golden Delicious.
Äußerlich sichtbare Stellen entstehen heutzutage selten beim Erzeuger oder bei der Verpackung der Äpfel. „Die meisten Obstbauern verfügen über ein sehr gut funktionierendes Qualitätsmanagement“, betont Harald Seitz, Pressesprecher beim Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) auf Nachfrage von myHOMEBOOK. Deutlich öfter entstünden Druckstellen beim Transport der Äpfel in die Supermärkte oder bei einer zu voll gepackten Einkaufstasche.
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Äpfel richtig lagern, damit sie länger halten
Nährboden für Schimmel
„Im Endeffekt werden durch Druck Zellstrukturen punktuell zerstört. In der Folge bieten solche Stellen dann einen idealen Nährboden für Schimmelsporen“, erläutert der Pressesprecher des BZfE.
Je nach Sorte sind frische Äpfel in der Regel knackig und sollten beim Einkauf keinerlei Druckstellen aufweisen. „Wenn die Äpfel dann zu Hause in der Obstschale liegen, verlieren sie zunehmend an Feuchtigkeit und Vitaminen. Dadurch werden sie runzelig und mehlig“, erläutert Harald Seitz. Verdorben ist der Apfel dann nicht unbedingt. Im Vergleich zu einem frischen Apfel ändert sich nur das Geschmackserlebnis. Das lässt sich vielleicht mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum bei Lebensmitteln vergleichen. Ist das Datum bei einem Produkt überschritten, ist es nicht automatisch verdorben, sondern schmeckt möglicherweise nicht mehr so, wie vom Hersteller gewünscht.
„Erst wenn ein Apfel braune oder schimmelige Stellen aufweist oder das Fruchtfleisch bereits eine braune Farbe angenommen hat, ist das Obst verdorben“, betont der BZfE-Pressesprecher. Solche Äpfel in Verbindung mit Fraßspuren von Insekten sollten aussortiert werden. Ansonsten drohen beim Verzehr ernsthafte Verdauungsprobleme.
„Einzelne braune Stellen an Äpfeln können unbedenklich entfernt werden. Das Obst eignet sich dann immer noch, um daraus beispielsweise Mus herzustellen“, rät Harald Seitz.
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Lagertipps für Äpfel
Ansonsten sind Äpfel bei optimaler Lagerung drei bis fünf Monate lang genießbar. Damit Äpfel möglichst lange schmecken, hat der Pressesprecher vom BZfE diese Tipps parat:
- Äpfel sollten kühl und dunkel mit Folie abgedeckt lagern.
- Das knackige Obst mag hohe Luftfeuchtigkeit und eine gut durchlüftete Umgebung, zum Beispiel im Keller, auf kühlen Dachböden oder auch in einer frostsicheren Garage.
- Bei einer längeren Lagerung von über einer Woche bietet sich der Kühlschrank an. Die Äpfel sollten dann am besten in einer luftdurchlässigen Aufbewahrungsbox gelagert werden.
- Die einzelnen Früchte nicht stapeln.
Bei Zimmertemperatur sind Äpfel etwa zehn Tage lang haltbar. Tiefgefroren bei etwa minus 18 Grad Celsius verlängert sich die Haltbarkeit auf sechs bis zwölf Monate.
Äpfel sind bei der Lagerung Einzelgänger. Deswegen niemals zusammen mit anderem Obst oder Gemüse in die Schale legen. „Äpfel produzieren das Reifegas Ethylen in hohen Mengen. Dieses lässt umliegende Früchte schneller reifen“, erklärt Harald Seitz und liefert noch einen letzten Tipp hinterher. „Diesen Effekt kann man natürlich auch ausnutzen, wenn man zum Beispiel Bananen oder Kiwi schneller nachreifen lassen möchte, einfach Äpfel daneben drapieren.“