15. August 2025, 15:01 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Im Internet kursieren viele Tipps, um den Alltag zu erleichtern, darunter auch ein Trick, mit dem sich Mücken und Fliegen vertreiben lassen sollen: eine Kombination aus Alufolie und Wasser. Gerade im Sommer oder nach Regenfällen vermehren sich diese Insekten stark und können beim Aufenthalt auf der Terrasse lästig werden. Neben bestimmten Pflanzen, deren Duft abschreckend wirkt, verspricht dieser Alufolien-Trick Abhilfe. Wie genau er funktioniert und ob er wirklich wirksam ist, hat myHOMEBOOK bei einem Insekten-Experten nachgefragt.
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So funktioniert der Alufolien-Trick gegen Insekten
Wie einige Seiten im Netz erklären, benötigt man nur wenige Materialien für den Trick. Im Grunde braucht man nur Alufolie, Wasser und eine durchsichtige Plastiktüte. Viele Haushalte haben diese Utensilien bereits zu Hause – wobei Alufolie und Plastikbeutel nicht besonders nachhaltig sind. Jedenfalls nimmt man die Alufolie, formt daraus drei Kugeln und gibt sie in die Plastiktüte. Diese wird anschließend mit Wasser gefüllt, verknotet und an einem Einflugstor für Insekten aufgehängt, etwa an der Terrassentür.
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Wie lassen sich damit Mücken und Fliegen abhalten?
Optische Effekte und Lichtspiegelungen sollen nun dafür sorgen, dass lästige Insekten den Weg nach drinnen nicht finden und abschwirren. Die Alufolie soll die Sonnenstrahlen brechen, das Wasser sie wiederum spiegeln und reflektieren. Deshalb muss der Beutel auch transparent sein. Warum es allerdings nun wirklich drei Alufolien-Kugeln sein sollen, wird nicht genauer erklärt. Auch gäbe es noch keine vergleichenden Untersuchungen, die die Wirksamkeit des Tricks nachweisen.
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Nutzer auf Social Media berichten allerdings von einer erfolgreichen Insektenabwehr – sowohl drinnen als auch draußen. Sie würden das „Abwehrsystem“ an Stellen einsetzen, an denen oft Fliegen und Mücken kreisen, darunter Fenster und Türen.
Das sagt der Experte
Kann das wirklich funktionieren? myHOMEBOOK hat bei einem Experten nachgefragt, der sich insbesondere mit Insekten auskennt. Cornelis Hemmer von der Stiftung für Mensch und Umwelt in Berlin hat bisher keine direkten Erfahrungen mit diesem Trick gemacht. „Gut ist, dass diese Methode keine Insektizide einsetzt, doch der zusätzlich produzierte Müll ist auch nicht wirklich gut“, sagt der Stiftungsleiter.
Zudem hat Hemmer noch weitere Bedenken. Es müsse auch noch die Frage geklärt werden, wie viele der Alu-Folien-Wasser-Gefrierbeutel man wie häufig und wie lange in welcher Höhe aufhängen müsse, damit sie auch wirksam sind. Und wirkt die Methode spezifisch gegen lästige Insekten wie Mücken und Fliegen, aber nicht gegen nützliche wie Bienen oder Hummeln? „Vielleicht lassen sich Mücken vergrellen, doch Fliegen nicht“, meint Hemmer.
Und dann gibt es noch ein weiteres Problem bei dem vermeintlichen Trick. „Am Ende kann ich vielleicht selbst nicht mehr die Terrassentür passieren, da die Alu-Folien-Wasser-Gefrierbeutel zu zahlreich sind und es eine Wasserschlacht wird, da ich versehentlich gegen einen herabhängenden Beutel gelaufen bin“, befürchtet der Experte. „Ich finde die Fensternetze sinnvoller“, erklärt er abschließend.
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Alufolie nicht extra kaufen
„Es führt wahrscheinlich kein Weg am Ausprobieren vorbei, wenn man diesen Trick anwenden möchte. Ein wenig erinnert er an die silbernen CD-Scheiben, die manche aus dem gleichen Grund aufhängen. Bei der aktuellen – etwas komplizierteren Methode – sollte man aber davon absehen, Alufolie oder auch Gefrierbeutel zu kaufen, wenn man sie nicht schon zu Hause hat, da diese nicht besonders nachhaltig sind.“