30. Dezember 2025, 16:39 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Viele kennen es noch von früher: Obst und Gemüse wird in Zeitungspapier gewickelt, Salat locker darin eingeschlagen, um ihn „frisch zu halten“. Der Trick galt lange als bewährter Haushaltshack – vor allem im Keller oder in der Speisekammer. Doch ist das heute überhaupt noch empfehlenswert? Die kurze Antwort: Nein, besser nicht. Und das hat gleich mehrere Gründe.
Übersicht
- Warum Zeitungspapier problematisch ist
- Wie gelangen die Mineralölbestandteile auf das Obst und Gemüse?
- Diese Alternativen sind außerdem besser geeignet
- Reifeprozess bei Obst beschleunigen
- So bleibt Gemüse länger frisch
- Welches Obst gehört in den Kühlschrank – und welches nicht?
- So lagert man andere Lebensmittel richtig
Warum Zeitungspapier problematisch ist
Zeitungspapier ist kein lebensmitteltaugliches Verpackungsmaterial. Es wird aus Recyclingpapier hergestellt und enthält Rückstände aus Druckfarben und Aufbereitungsprozessen. Dazu zählen unter anderem Mineralölbestandteile, die über direkten Kontakt auf Lebensmittel übergehen können. „Primär relevant sind Mineral Oil Saturated Hydrocarbons (MOSH) und Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons (MOAH)“, so Gabriele Kaufmann vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE).
„MOSH können sich im Körper in einigen Organen wie Leber und Milz sowie im Fettgewebe anreichern. Ihre Datenlage für gesundheitliche Schädigungen gilt laut EFSA noch als unzureichend. MOAH weisen neben bestimmten aromatischen Ringsystemen zusätzlich Kohlenstoff, Wasserstoff und manchmal auch Schwefel auf. Sie können erbgutverändernde und krebserregende Stoffe enthalten, auch hier ist die Einschätzung der EFSA nicht abgeschlossen“, so Kaufmann weiter.
Wie gelangen die Mineralölbestandteile auf das Obst und Gemüse?
„Gemüse ist sehr wasserreich und auch im Kühlschrank ist die Luft feucht. In dieser Umgebung können MOSH und MOAH schnell in das Lebensmittel übergehen. Einen Abrieb der Druckerfarbe zu vermeiden, ist kaum möglich, auch die Kontaktübertragung über die Hände ist schwer vermeidbar“, erklärt Gabriele Kaufmann. Stattdessen ist es empfehlenswert, präventiv zur Aufbewahrung von allen Lebensmitteln nur Materialien zu nutzen, die dafür ausgewiesen sind, wie lebensmittelechte Papiere oder Boxen.
Diese Alternativen sind außerdem besser geeignet
- Saubere Geschirrtücher oder Küchentücher: ideal für Salat, Kräuter oder Möhren im Kühlschrank. Sie nehmen überschüssige Feuchtigkeit auf, ohne Schadstoffe abzugeben.
- Bienenwachstücher: wiederverwendbar, atmungsaktiv und perfekt für angeschnittenes Obst oder Gemüse.
- Papier aus dem Küchenrollen-Bereich: unbedruckt und deutlich hygienischer als Zeitung.
- Luftdurchlässige Boxen oder Netze: besonders praktisch für den Kühlschrank oder die Speisekammer.
Reifeprozess bei Obst beschleunigen
Ein Sonderfall sind Früchte wie Birnen oder Avocados, die schneller reifen sollen. Hier wird manchmal empfohlen, sie locker in Papier einzuschlagen. Auch dafür gilt: Lieber unbedrucktes Papier oder eine Papiertüte verwenden – nicht Zeitungspapier.
So bleibt Gemüse länger frisch
Entscheidend für die Haltbarkeit von Gemüse sind Temperatur, Feuchtigkeit und Luftzufuhr. Blattgemüse wie Salat, Spinat oder Kräuter fühlt sich im Kühlschrank am wohlsten, wenn man es leicht feucht, aber nicht nass lagert – zum Beispiel eingeschlagen in ein sauberes Küchentuch oder in einer Frischhaltedose mit Luftlöchern. Wurzelgemüse wie Möhren, Rote Bete oder Rettich bleibt länger knackig, wenn das Grün entfernt wird. Kohlarten, Zucchini oder Paprika sollten möglichst ohne Druckstellen gelagert und erst kurz vor der Zubereitung gewaschen werden.
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Welches Obst gehört in den Kühlschrank – und welches nicht?
Nicht jedes Obst profitiert von kühlen Temperaturen. Beeren, Trauben, Kirschen und aufgeschnittenes Obst gehören in den Kühlschrank, in eine luftdurchlässige Box. Auch Äpfel halten sich dort länger – sie sollte man getrennt von anderem Obst lagern, da sie Reifegase abgeben. Bananen, Ananas, Mangos, Avocados und Zitrusfrüchte vertragen hingegen Zimmertemperatur besser. Kälte kann bei ihnen zu Geschmacksverlust, braunen Stellen oder einer gummiartigen Konsistenz führen. Faustregel: Exotisches Obst bleibt besser draußen, heimische Arten fühlen sich oft im Kühlschrank wohler.
So lagert man andere Lebensmittel richtig
- Brot & Backwaren: Am besten bei Zimmertemperatur in einem Brotkasten oder einem sauberen Baumwollbeutel aufbewahren. Plastik und Kondenswasser fördern Schimmel, der Kühlschrank lässt Brot schneller altbacken werden.
- Kartoffeln: Kühl, dunkel und trocken lagern – ideal sind Keller oder Vorratskammer. Nicht im Kühlschrank, da sich dort Stärke in Zucker umwandelt und der Geschmack leidet.
- Zwiebeln & Knoblauch: Ebenfalls dunkel, luftig und trocken aufbewahren, zum Beispiel in Netzen oder offenen Körben. Nicht zusammen mit Kartoffeln lagern – sie beschleunigen gegenseitig den Verderb.
- Eier: Im Kühlschrank halten sie am längsten. Wichtig: ungewaschen lagern und am besten im Karton, damit sie keine Fremdgerüche aufnehmen.
- Milch & Joghurt: Gehören in den Kühlschrank (außer ungeöffnete H-Produkte zum Lagern, nach Öffnen auch sie stets in den Kühlschrank), idealerweise ins hintere, kältere Fach. Nach dem Öffnen gut verschließen und zügig verbrauchen.
- Käse: Je nach Sorte unterschiedlich lagern – Hartkäse mag es kühl und luftdurchlässig, Weichkäse besser gut verpackt. Käsepapier vom Händler oder geeignete Wachstücher sind ideal.
- Speiseöle: Dunkel und kühl aufbewahren, aber nicht unbedingt im Kühlschrank, da sie dort auch flockig werden können. Besonders empfindlich sind Lein-, Kürbis- und Walnussöl – sie nach dem Öffnen zügig verbrauchen.