Wie Sie Ihre Lieblingskeramik mit Kleber reparieren können
Mit dem richtigen Klebstoff wird aus Scherben schnell wieder ein Keramikteller Foto: Getty Images
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Annelie Neumann
Autorin
21. August 2026, 15:38 Uhr |
Lesezeit: 4 Minuten
Ein unachtsamer Moment genügt und schon liegt das Lieblingsstück aus Keramik zerbrochen auf dem Boden. Doch beschädigte Keramik muss nicht gleich entsorgt werden. Mit dem passenden Kleber lassen sich die Scherben wieder zusammenfügen. Welche Kleber dafür geeignet sind und worauf man beim Verkleben achten sollte, zeigt myHOMEBOOK.
Keramik wird seit Jahrtausenden für Gebrauchs- und Dekorationsgegenstände verwendet und erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit. Neben seinen vielen Einsatzmöglichkeiten ist das Material aber auch dafür bekannt, schnell zu brechen. Die guten Klebeeigenschaften von Keramik sorgen jedoch dafür, dass sich beschädigte Teller, Tassen oder Vasen einfach reparieren lassen.
Keramik gilt als sehr gut zu reparieren. Dies liegt an der für Keramik typischen, hohen Oberflächenenergie. Ähnlich wie Glas oder Porzellan kann man sich diese beim Kitten zunutze machen. Dabei lässt sich Keramik nicht nur mit Keramik verkleben. Mithilfe eines guten Konstruktionsklebers kann man auch andere Materialien, beispielsweise Holz, Gummi oder Leder, mit Keramik verbinden.
Um Zerbrochenes wieder zu reparieren, bedarf es nicht unbedingt eines speziellen Klebers. So lässt sich Keramik mit verschiedenen Methoden und Klebstoffen reparieren. Wichtig bei der Auswahl des Klebers ist vielmehr die Art des Bruches. Handelt es sich um großflächige Scherben, kann ein kräftiger, schnell aushärtender Kleber ideal sein. Sind dagegen viele kleine Scherben zu kleben und gestaltet sich das Zusammensetzen knifflig und zeitintensiv, ist ein Kleber mit einer dünnen Spitze zum Auftragen besser geeignet.
Keramikspezialkleber: Der Spezialkleber ist gelartig und besteht aus Epoxidharz. Er gilt als lang haltbar, sehr belastbar und härtet schnell aus. Großflächige Scherben lassen sich mit ihm sehr gut kleben.
Spezielles Reparaturset mitEpoxid-Spachtelmasse: Bei besonders kleinen Scherben hilft diese Spachtelmasse als wortwörtlicher Lückenfüller dabei, Zerbrochenes zu reparieren.
Sekundenkleber: Bei kleineren Reparaturen ist er ein beliebter Helfer – vor allem, weil man die Bruchstücke nicht lange zusammenpressen muss. Allerdings sollte man damit vorsichtig umgehen, denn schnell verkleben auch die Fingerspitzen miteinander.
Porzellankleber: Dieser Klebstoff bindet nicht nur Porzellan, sondern auch sehr gut Steingut, Marmor und auch Keramik. Da er sehr hitzebeständig und wasserfest ist und problemlos gängigen Haushaltsreinigern trotzt, ist er ideal, um zerbrochenes Geschirr zu reparieren.
Anleitung – so gelingt das Reparieren
Beim Reparieren gilt vor allem eins: Je schneller, desto besser. Daher gilt es, zerbrochene Keramik möglichst schnell nach dem Malheur zu kleben. Wer damit zu lange wartet, riskiert poröse Bruchränder. Diese erschweren das Reparieren deutlich. So geht man am besten vor:
Alle Scherben – auch die ganz kleinen – aufsammeln.
Bruchstücke mit heißem Wasser reinigen. Aceton (wahlweise herkömmlicher Haushaltsreiniger) entfernt Schmutz und Fett von den Bruchkanten. Bei Bedarf Schmutzpartikel mit einem feinen Pinsel entfernen.
Gesäuberte Scherben gut trocknen lassen.
Sind die Scherben besonders spröde, ist es sinnvoll, sie vor dem Kleben auf 30 bis 40 Grad Celsius zu erwärmen. Dies verbessert die Haftung, lässt allerdings auch den Klebstoff schneller aushärten.
Alle Scherben zur Probe zusammensetzen. Passt alles und sind alle Teile vorhanden, kann es ans Kleben gehen.
Klebstoff auf beide Kanten der Bruchstücke auftragen. Wichtig ist hierbei, wohldosiert und ruhig vorzugehen. Zu viel Klebstoff quillt hervor. Zu hastiges Arbeiten schürt nur Frust und verhindert ein möglichst exaktes Ergebnis.
Kanten der Bruchstücke möglichst exakt an den Rändern aufeinander drücken, für einige Minuten fixiert halten. Wichtig: Auf eventuelle Lücken achten. Diese können mit Klebstoff geschlossen werden. Sind durch das Kleben Kleberänder entstanden und quillt Klebstoff hervor, sollte dieser beispielsweise mit einer Rasierklinge erst entfernt werden, wenn der Kleber vollständig ausgetrocknet ist.
Für das Austrocknen von Keramik circa zwei Tage einplanen. In dieser Zeit sollte der geklebte Gegenstand in einem warmen Raum verbleiben.
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