19. April 2026, 12:38 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Gerade im Frühling sind viele motiviert, aufzuräumen, auszumisten und neu zu ordnen. Der Frühjahrsputz hat Hochsaison – und während Küche, Bad und Wohnzimmer meist ganz oben auf der Liste stehen, wird ein Bereich gerne übersehen: der Kleiderschrank. Dabei lohnt es sich gerade jetzt, auch hier für Klarheit zu sorgen und seinen Kleiderschrank aufzuräumen. Denn ein aufgeräumter und organisierter Kleiderschrank ist übersichtlicher und hilft im Alltag bei der täglichen Kleiderfrage.
Alles raus und ehrlich sein
So radikal es klingt – der beste Start beim Aufräumen des Kleiderschranks ist, ihn komplett auszuräumen. So kommt jedes einzelne Teil ans Licht. Das schafft nicht nur Überblick, sondern zwingt auch dazu, sich ehrlich zu fragen: Trage ich das wirklich noch?
An dieser Stelle kann der Ansatz von Aufräumexpertin Marie Kondo ins Spiel kommen. Dabei stellt man sich die Frage, ob ein Kleidungsstück „Freude bereitet“. Klingt zunächst vielleicht ungewohnt, ist aber erstaunlich effektiv. Statt nur rational zu entscheiden, geht es darum, bewusst wahrzunehmen, wie man sich mit einem Teil fühlt. Alles, was keine echte Begeisterung mehr auslöst, darf gehen.
Je nachdem, wie umfangreich der eigene Kleiderschrank ist, kann der Anblick aller ausgeräumten Kleidungsstücke zunächst überwältigend wirken. Statt motivierend zu sein, führt dieses „Alles auf einmal“-Vorgehen bei vielen eher zu Überforderung und Demotivation. Gerade wenn man viele Dinge besitzt, lohnt es sich daher für den ein oder anderen, strukturierter und in kleinen Etappen vorzugehen.
Eine bewährte Methode beim Aufräumen des Kleiderschranks ist es, ihn nach Kategorien auszuräumen. Dafür nimmt man sich jeweils nur eine Gruppe vor, zum Beispiel alle Hosen, räumt sie vollständig heraus, prüft jedes Teil und entscheidet, was bleibt oder geht. Die behaltenen Stücke werden anschließend direkt wieder ordentlich einsortiert. So arbeitet man sich Schritt für Schritt durch alle Kategorien. Das hält den Prozess überschaubar.
Aussortieren mit System
Damit das Ausmisten nicht im Chaos endet, hilft ein klares System. Drei Stapel haben sich bewährt:
- Behalten: Lieblingsstücke und oft Getragenes
- Spenden oder Verkaufen: gut erhaltene Kleidung, die nicht mehr passt oder gefällt
- Der „Vielleicht“-Stapel: Teile, bei denen man sich noch nicht ganz sicher ist.
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Was passiert mit den Teilen des „Vielleicht“-Stapels? Dafür gibt es einen kleinen, aber effizienten Trick: Alle Teile, bei denen man sich unsicher ist, hängt man mit dem Bügel „verkehrt herum“ in den Schrank. Jedes Mal, wenn man ein Teil dann tatsächlich trägt, hängt man es anschließend richtig herum zurück. So entsteht über die Zeit ein ganz ehrliches Bild des Nutzungsverhaltens. Nach einem festgelegten Zeitraum – zum Beispiel sechs Monate oder eine Saison – kann man dann leicht erkennen, welche Teile unberührt geblieben sind. Alles, was noch falsch herum im Schrank hängt, kann nun guten Gewissens aussortiert werden.
Ausmisten nach dem Glücksprinzip wie Marie Kondo
Marie Kondo: »Ordnung kommt für mich jetzt erst an zweiter Stelle
Ordnung, die bleibt
Ist erst einmal aussortiert, geht es ans Einräumen. Jetzt ist der perfekte Moment, um neue Ordnungssysteme zu etablieren. Kleidung nach Kategorien zu sortieren, sorgt für Übersicht. Wer es noch strukturierter mag, kann zusätzlich nach Farben ordnen.
Ein zentraler Bestandteil der KonMari-Methode von Marie Kondo ist dabei die Art, wie Kleidung gefaltet wird. Statt Teile übereinanderzustapeln, empfiehlt Marie Kondo, sie so zu falten, dass sie aufrecht in Schubladen stehen können. Dabei ist jedes Teil auf einen Blick sichtbar, nichts verschwindet mehr in unteren Schichten, und der morgendliche Griff in den Schrank wird deutlich entspannter. T-Shirts, Pullover oder Hosen werden dafür in kompakte Rechtecke gefaltet: stabil genug, um eigenständig zu stehen. Das spart nicht nur Platz, sondern bringt auch eine ruhige, fast ästhetische Ordnung in den Kleiderschrank.
Der Blick auf den eigenen Stil
Ein aufgeräumter Kleiderschrank ist mehr als nur ordentlich – er kann als Einladung gesehen werden, seinen Stil neu zu entdecken. Oft zeigt sich beim Aussortieren ein roter Faden: bestimmte Farben, Schnitte oder Materialien, die besonders häufig bleiben dürfen. Die „Joy“-Philosophie von Marie Kondo kann auch hier helfen: Wer sich auf das konzentriert, was wirklich Freude macht, entwickelt automatisch ein klares Gefühl für den eigenen Stil. Das führt langfristig zu bewussteren Kaufentscheidungen und zu einem Kleiderschrank, der nicht überfüllt ist.
Nicht nur im Frühling
„Den Kleiderschrank aufräumen ist keine einmalige Aufgabe, sondern kann zu einem kleinen Ritual werden, etwa mit jedem Jahreszeitenwechsel. So bleibt die Ordnung erhalten, und der Inhalt des Schranks wächst nicht wieder unkontrolliert an.“