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Experte ordnet ein

Hilft eine Plastiktüte gegen Fussel und Tierhaare in der Waschmaschine?

Fussel Waschmaschine
Eine Plastiktüte soll helfen, Tierhaare und Fussel von Textilien während des Waschvorgangs zu entfernen Foto: Getty Images
Mareike Schmidt

Berlin, 18.5.2026
(c) Niels Starnick / BILD
Redakteurin

15. Juli 2026, 11:33 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Wer Haustiere hat oder gern dunkle Kleidung trägt, kennt das Problem: Das Lieblingsshirt kommt frisch aus der Waschmaschine und dennoch kleben Fussel oder Tierhaare daran. In den sozialen Medien macht deshalb immer wieder ein vermeintlicher Lifehack die Runde. Die Idee: Einfach eine gewöhnliche Plastiktüte zusammen mit der Wäsche in die Waschmaschine geben. Daran sollen sich angeblich die Fusseln sammeln. Doch funktioniert das tatsächlich? myHOMEBOOK hat bei einem Experten nachgefragt.

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Warum der Plastikbeutel funktionieren soll

Durch die Bewegung in der Waschtrommel soll sich die Plastiktüte statisch aufladen und dadurch Haare und Fusseln anziehen. Allerdings fehlt für diese Behauptung eine nachvollziehbare Grundlage. Tatsächlich sprechen mehrere Faktoren dagegen, dass dieser Effekt während des Waschgangs überhaupt entstehen kann.

Experte ordnet Wasch-Trick ein

Aus Sicht von Dr. Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel gibt es keinen Grund anzunehmen, dass eine Plastiktüte in der Waschmaschine Fussel oder Tierhaare besonders effektiv anzieht. „Dass in Waschmaschinentrommeln, die aus Metall bestehen und geerdet sind, sich ein Plastiksack und Textilien elektrostatisch aufladen, halte ich für ausgeschlossen.“ Die Bedingungen in einer Waschmaschine unterscheiden sich schließlich deutlich von trockener Kleidung, die nach dem Trocknen im Wäschetrockner oder durch Reibung tatsächlich statisch aufgeladen sein kann. Während des Waschgangs befinden sich die Textilien in Wasser und Waschmittellösung: ein Umfeld, in dem sich elektrostatische Ladungen kaum aufbauen können.

Auch interessant: Wie oft sollte man Waschlappen wechseln und wie wäscht man sie richtig?

Es könnte sogar Nachteile geben

Statt die Wäsche sauberer zu machen, könnte die Plastiktüte den Waschvorgang sogar beeinträchtigen. Glassl dazu: „Eventuell können zu waschende Textilien während des Waschgangs in die Plastiktüte ‚schlüpfen‘ und dadurch weniger gut mit der Waschmittellösung oder dem Spülwasser in Kontakt kommen, was eine schlechte Reinigungs– oder Ausspülleistung zur Folge haben kann.“

Im schlimmsten Fall werden einzelne Wäschestücke dadurch also weniger gründlich gereinigt oder Waschmittelreste nicht vollständig ausgespült.

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Was passiert mit Fusseln und Tierhaaren beim Waschen?

Dass sich nach dem Waschen weniger Fusseln auf der Kleidung befinden, liegt in erster Linie am normalen Waschprozess, weiß der Experte. Durch Wasser, Waschmittel und die Bewegung der Trommel werden lose Fasern aus den Textilien gelöst und mit dem Waschwasser ausgespült. Tierhaare hingegen können hartnäckiger sein, insbesondere wenn sie sich tief in die Fasern eingearbeitet haben.

Das empfiehlt der Experte

Tierhaare halten sich auch nach der Wäsche in der Waschmaschine oft hartnäckiger auf Textilien als Fussel. Statt auf fragwürdige Internet-Tricks zu setzen, empfiehlt Glassl daher, Tierhaare möglichst schon vor dem Waschen zu entfernen. Der erste Schritt ist dabei denkbar einfach: Kleidung, Decken oder andere Textilien mit vielen Hunde-, Katzen- oder Pferdehaaren sollten im Freien gründlich ausgeschüttelt werden. Wer das nicht nur direkt vor dem Waschgang, sondern auch regelmäßig zwischendurch macht, verhindert, dass sich die Haare immer tiefer in den Fasern festsetzen.

Besonders hartnäckige Tierhaare lassen sich anschließend mit einer speziellen Gumminoppenbürste lösen. Solche Bürsten sind etwa im Reitsportfachhandel erhältlich und eignen sich nicht nur für Kleidung und Decken, sondern auch für Polstermöbel. Nach dem Abbürsten empfiehlt Glassl, die Textilien noch einmal kräftig auszuschütteln. Erst danach sollten die Textilien in die Waschmaschine. Der Experte empfiehlt dafür Programme mit möglichst hohem Wasserstand, etwa Pflegeleicht plus oder Feinwäsche. Auch ein zusätzlicher Spülgang kann helfen, gelöste Haare besser auszuspülen.

Außerdem lohnt es sich, die Reihenfolge der Waschladungen zu beachten. Nach stark behaarten Textilien sollten zunächst eher unempfindliche Wäschestücke wie Putzlappen oder Gartenkleidung gewaschen werden: „Niemals nach dem Waschprogramm (z. B. mit der Tierdecke) als nächstes schwarze Wäsche waschen, weil das ein oder andere Haar noch immer seinen Weg zurück auf die schwarze Kleidung findet“, so der Experte.

Haben sich bereits viele Haare in der Maschine angesammelt, empfiehlt sich ein Maschinenreinigungsprogramm mit einem geeigneten Reiniger.

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