27. März 2026, 12:33 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Rund um das Osterfest gibt es zahlreiche Bräuche und Traditionen – das gilt auch für die Karwoche, also die Woche vor Ostern. In dieser Zeit dreht sich zwar vieles um typische Osterbräuche wie bunt gefärbte Eier, Dekoration, Schokolade und das Osterfeuer, doch gleichzeitig wird bestimmte Hausarbeit bewusst vermieden. Dazu gehört vor allem das Wäschewaschen. Wer sich nicht daran hält, dem drohe der Überlieferung nach Unglück. myHOMEBOOK erklärt, was dahintersteckt.
Keine Wäsche in der Woche vor Ostern waschen – das steckt dahinter
Genaue, schriftlich festgehaltene Überlieferungen gibt es leider nicht, nur hier und da findet sich ein kurzer Absatz in einem Wörterbuch. Allerdings ist die Bedeutung hinter dem Waschverbot mündlich überliefert. Ähnlich wie beim Waschverbot zwischen Weihnachten und Neujahr, sagt man, dass das Waschen in der Woche vor Ostern verboten sei, da man sich als guter Christ dem Gebet zu widmen habe und sich vollkommen auf dieses konzentrieren solle. Demnach würden das Wäschewaschen und andere Hausarbeiten nur davon ablenken.
Vorsicht ist laut Volksmund auch bei der Kleiderwahl geboten. In der Karwoche solle man keine gewaschenen Hemden tragen. Das bringe Unglück und den baldigen Tod. Diese Regel lässt ebenfalls auf das Verbot des Wäschewaschens schließen.
Es existiert eine weitere mündliche Überlieferung, warum das Waschen in der Woche vor Ostern verboten ist. Diese wird aber nicht mit dem Christentum in Verbindung gebracht. In früheren Zeiten, als es noch keine Waschmaschinen gab, war das Wäschewaschen harte Arbeit. Das Waschen oblag im Übrigen meist den Frauen. Da diese in der Woche vor Ostern genug mit den Feiertagsvorbereitungen zu tun hatten, sollten sie sich nur darauf beschränken und ihre Zeit lieber in die Vorbereitungen investieren.
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Warum heißt die Woche vor Ostern Karwoche?
Traditionell beginnt die Karwoche mit dem Palmsonntag, also dem Sonntag vor dem Osterfest und endet am Karsamstag. Vor allem Christen nennen den Zeitraum „Karwoche“. Der Begriff „kar“ ist von dem althochdeutschen Wort „kara“ abgeleitet und bedeutet so viel wie Klage oder Trauer. In der Woche vor Ostern denken also vor allem Christen an Leiden, Sterben und an die Auferstehung Jesu Christi.
Wäsche-Bräuche sind mir wichtig
„Auch bei uns in der Familie wird sowohl an Ostern als auch zu Weihnachten auf das Wäschewaschen verzichtet – aus gutem Grund. Als meine Oma einmal aus Zeitgründen doch in der ‚verbotenen‘ Zeit Wäsche waschen musste, starb kurze Zeit später ihr einziger Sohn, mein Onkel, im Kindesalter völlig überraschend. Bei uns in der Familie wird also seit fast 100 Jahren in der Karwoche und zwischen Weihnachten und Silvester auf das Waschen von Wäsche verzichtet.“

